Die Wasserweber

Autorenwertung
  • Spannung
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  • Story
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  • Abenteuer
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  • Faszination
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  • Gesamt
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Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Kai Meyer: Die Wasserweber

Am Ende des Ozeans

Semantische Randnotiz: Die Wasserweber sind in Wahrheit Wasserweberinnen! Ist Kai Meyer ein Chauvinist? Ganz im Gegenteil, doch in dieser kleinen Spitzfindigkeit lässt sich erahnen, wie intuitiv und selbstreferentiell ein Fantasy-Autor bei der Gestaltung seiner Werke vorgeht. Der Abschluss der Wasserläufer-Trilogie, die im -Verlag erschienen ist, bildet einerseits den würdigen Abschluss einer vielschichtigen Erzählung, andererseits bleiben manche Fragen offen, verändern sich anfangs herausgeschälte Charakterisierungen in eine andere Richtung, werden männliche und wiebliche Beschreibungen durcheinander gewirbelt – intuitiv eben.

Der Autor zählt zu den erfolgreichsten Schriftstellern des sogenannten magischen Realismus, eine Bezeichnung, die man, hat man die Phantasie des Autors entsprechend integriert, auch realistische Magie nennen könnte. Was ist Traum und was Wirklichkeit? Kein Wunder, dass diese Grenzen der Wirklichkeit bei Jugendlichen, die nicht nur körperlich den Schwellenübergang repräsentieren, so gut ankommen.

Zum Inhalt: Nachdem die beiden Quappen Jolly und Munk in den ersten beiden Bänden als letzte Überlebende ihrer Art und ihre Bedeutung im Kampf gegen den Mahlstrom und die Meister des großen Meeres vorgestellt wurden, kommt es nun zum großen Showdown, der an mehreren Plätzen gleichzeitig vonstatten geht.

Die Prinzessin Soledad, Kapitän Walker und sein treuer Gefolgsmann Buenaventura (ein herrlich magisch-realistischer Name) kämpfen an vorderster Front, in Aelenium selbst, die Hauptdarsteller hingegen sind mittlerweile in die Tiefe des Meeres vorgedrungen , durchforsten Felslabyrinthe, weite Ebenen und die Trümmern einer Korallenstadt, um an den Grund der Muschel zu gelangen, in der der Mahlstrom entspringt und in der er ursprünglich im Zaum gehalten worden ist. Der wichtigste neue Charakter ist Aina, einst, laut eigener Aussage, Jahrhunderte lange Behüterin der Mahlstrom-Muschel, jetzt die optimale Verbündete für den letzen Kampf? Abwarten.

Neben dem Plot des Kampfes um die Harmonie der Welt sind sozial-emotionale Schauplätze das Salz in der Suppe. Das Vertrauen der beiden Hauptpersonen zueinander, ihre Abgründe und geheime Leidenschaften (unter anderem Jollys Faible für den Schiffsjungen Griffin) werden geschickt eingebaut, ganz zum Ende hin, siehe Eingangsbemerkung, nicht immer schlüssig, rational oder abschließend. So ist das Leben.

Fazit:

Ein spannender Abschluss einer insgesamt sehr mächtigen Trilogie, die mit Bildern und Orten der Realität die Phantasie der Charaktere umspült. Der Schreibstil ist fesselnd, die Gestaltung des Layouts passend, Schriftgröße und Zeilenabstand adressatengerecht. Piraten, Wassergeister und Menschen mit Leidenschaften, Macht und Manipulation sind die Zutaten, aus denen sich der Strom der Ästhetik dieser Werke speist. Für alle Fans von impulsiver, phantastischer und historischer Wirklichkeiten, die tief im Inneren der menschlichen Erfahrung ruhen und die hier farbenfroh aufbereitet werden. Stille Verbündete erweiterter Bewusstheit.

 

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