Die Weimarer Republik

Autorenwertung
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  • Lesbarkeit
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  • Nutzen
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  • Gesamt
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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Detlef Lehnert: Die Weimarer Republik

Die Weimarer Republik umfaßt die Zeit zwischen 1919 und 1933. Sie stellt die erste republikanische und demokratische Staatsform auf deutschem Boden dar. Sowohl in chronologischer Tabellenform wie auch in der Gestalt eines Fließtextes werden die politischen Ereignisse jener Tage vorgestellt.

Das Buch bietet aber mehr. Das zweite große Kapitel ist mit „Aspekte“ überschrieben. Hier gibt es politikwissenschaftliche Betrachtungen, die sich beispielsweise mit der „Konstituierung `Weimars´“, der „Selbstbehauptung der Demokratie“ oder der „Zerstörung des Parlamentarismus“ beschäftigen. Die Worte in den Anführungszeichen sind auch gleichzeitig Kapitelüberschriften.

Der Autor

Lehnert ist Jahrgang 1955. Die Promotion folgt die Habilitation für Politische Wissenschaft und Neue Geschichte 1989. Seit dem Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft 1989 bis 1994 arbeitet er als Hochschullehrer (sprich: Professor) für Politische Wissenschaft an der Freien Universität Berlin.

Die Besprechung des Werkes

Das Buch gehört zur „Universal-Bibliothek“ des baden-württembergischen Verlages und trägt dort die Nummer 17018. „Parteienstaat und Massengesellschaft“ lautet der Untertitel.

Was ist von dem Buch zu halten? In seiner inhaltlichen Gestaltung geht es weit über das normale Geschichtsbuch hinaus. Es liefert nicht nur sachlich Informationen, sondern ordnet auch Personen und Entwicklungen ein, wobei es auch in diesem Werk sehr bedauerlich ist, daß nicht bedeutende Persönlichkeiten der Weimarer Republik (wie beispielsweise die beiden Reichspräsidenten Ebert und Hindenburg) anhand ihrer Biographien vorgestellt werden.

Schon beim Querlesen wird schnell deutlich, daß sich das Buch auf wissenschaftlichem Niveau bewegt. Für Historiker und Politikwissenschaftler mag dies eine Freude sein; sie bekommen hier Hintergrundwissen vermittelt und Zusammenhänge erklärt.

Wer an einer populärwissenschaftlichen (und vielleicht auch nur vordergründigen) Vermittlung von Fakten interessiert ist, der wird bei anderen Publikationen besser aufgehoben sein.

Das Buch ist zum Glück keine reine Bleiwüste. Es gibt einige wenige historische Schwarzweißfotographien und Wahlkampfplakate der damaligen Parteien. Ich persönlich hätte mir schon weiter Fotos gewünscht. Ich bekomme beispielsweise keinen Eindruck davon, wie die Reichspräsidenten und Reichskanzler ausgesehen haben.

Ein Fazit

Der baden-württembergische Verlag ist sicherlich für seine fachlich fundierte Literatur bekannt. Das vorliegende Buch wendet sich dabei an geschichtlich interessierte Leser, denen das allgemeine Wissen über die Weimarer Republik nicht reicht, sondern stattdessen an Details interessiert sind. Welchen Sinn würde es sonst machen, „Studien zu einzelnen Problemkreisen“ (wie es die Inhaltsangabe nennt) oder gar einen eigenen Quellenteil beizufügen.

Das Buch bietet natürlich auch gesellschaftlich akzeptierten Mainstream. Das Augenmerk wird auf den rechten Rand des politischen Spektrums gelegt. USPD und KPD werden nur ansatzweise betrachtet. Allein schon die Frage, welche anderen Parteien es am linken politischen Spektrum gab und warum sie den Weg in die rechte Diktatur nicht aufhalten konnten, wird gar nicht erst gestellt, geschweige denn beantwortet. Wie bei vielen anderen Autoren liegt hier eine gewisse Betriebsblindheit vor.

Die sachlich-wissenschaftlich orientierte Vorgehensweise bietet sicherlich einen Vorteil. Von der Blindheit auf dem linken Auge abgesehen bietet sie eine Neutralität, die auf Beschreibung und Erklärung angelegt ist.

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