Die Weite fühlen

Autorenwertung
  • Charaktere
    ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
  • Faszination
    ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
  • Realismus
    ein Buchein Buchein Buchkein Buchkein Buch
  • Informationen
    ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
  • Cover
    ein Buchein Buchein Buchkein Buchkein Buch
  • Gesamt
    3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne

Die Weite fühlen

Daniela Kuhn (Mitwirkende). Weissbooks 2011, Gebundene Ausgabe, 128 Seiten, € 5,32

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Die Weite fühlen. Aufzeichnungen einer Hirtin

Inhalt

Pia Solèr ist Hirtin. Seit 2002 ist sie sommers mit ihren Schafen auf der Alp, hütet sie zusammen mit ihrem Hund und lebt allein dort oben. Auch mit Ziegen und Kühen war sie schon droben, sonst vertritt sie Bauern im Urlaub und pflegt deren Tiere.

Ein Leben mit und in der Natur. Aber Pia Solèr ist keine jugendliche Aussteigerin oder eine Frau auf Sinnsuche in der Midlifecrisis. Sie ist 1971 in Vrin in der Schweiz, in Graubünden, geboren, also nicht mehr so ganz jung, und obwohl sie auch gereist ist, auch Zürich kennt, doch ganz verwachsen mit ihrer schweizerischen Bergheimat.

Sie lebt in Vrin, in Vanescha und auf der Alp Scharboda. Muttersprache ist eigentlich das Romanische, aber auch ihr Deutsch ist schweizerisch gefärbt- somit gibt es sogar ein kleines Glossar.

Die Aufzeichnungen dieser Frau, die dachte, sie hätte eigentlich nichts zu sagen, sind nur kurz: knapp über 100 Seiten und in vielen Absätzen.

Doch Pia Solèr hat viel zu sagen. Über ein Leben in der Natur, das zwar hart ist, aber auch viele wunderbare Momente bietet, über den Wandel durch die Moderne, die auch vor abgelegenen Schweizer Bergtälern nicht halt macht, auch wenn das Handy nur an ganz bestimmten Orten ein Netz findet, über die Gefährlichkeit der Natur, die immer mal wieder in Erscheinung tritt, wenn Lawinen abgehen oder ein Wanderer plötzlich verschwunden ist und nur noch tot geborgen werden kann, oder wenn der geliebte Hund, eigentlich der Gefährte einsamer Tage, stirbt und nichts zu machen ist, auch kein Arzt zu erreichen.

Andererseits sind da die Momente, in denen man die Weite fühlen kann, die Momente, die für alles zu entschädigen scheinen.

Ähnliche Momente erlebt die Autorin in der afrikanischen Wüste in Marokko.

Die vertraute Nähe zu Tieren lässt sich auch mit kamelen herstellen, die Weite und Schönheit der Natur ist in den bergen wie in der Wüste zu erfahren.

Fazit

Ein Leben in 2000 Meter Höhe, naturnah, doch alles andere als leicht, viel Arbeit – aber auch Zeit zum Kräuter sammeln und Tee aufgießen, zum gemeinsamen Kochen und sogar für die Liebe.

Pia Solèr ist oft gern allein, hat manchmal auch ein recht gespaltenes Verhältnis zu aufdringlichen Touristen, aber mit Freunden ist sie auch gern zusammen.

 Lebensumstände, die trotz ihrer Fremdheit uns doch sehr nah sind.

Und wiederum ein wunderbares kleines Buch des Verlages. Und hier passt das traditionelle Weiß der Cover besonders gut zum Weiß der Berge!

Wie bewerten Sie dieses Produkt?

Ihre Bewertung
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar