Dietmar Osses: Schichtwechsel

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Schichtwechsel

LWL-Industriemuseum. Klartext-Verlagsges. 2011, Gebundene Ausgabe, 156 Seiten, € 19,95

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Jana Golombeck / Dietmar : Schichtwechsel Von der Kohle bis zum Strukturwandel; Klartext-Verlag Essen 2011; 156 Seiten; ISBN: 978-3-8375-0595-5

Man schreibt das Jahr 1958, als es die erste große Kohlekrise im Ruhrgebiet gibt. Zehntausende von Bergleuten gingen zu unbezahlten Feierschichten nach Hause. Die ersten Zechen wurden stillgelegt, womit der lange Abschied von Kohle, Stahl und Eisen eingeleitet wurde.

Die Stadt Bochum steht symbolhaft für diesen bis heute andauernden Strukturwandel. In den 1960er Jahren siedelten dort die Ruhr-Universität, der Automobilhersteller Opel sowie Graetz-Fernsehwerke an.

Gleichzeitig wurden Zuwanderer aus dem Ausland angeworben. Ihre Arbeitskraft wurde schließlich im Ruhrgebiet gebraucht. Chemie, Gesundheit, Energie, Logistik, neue Technologien und die Kreativwirtschaft prägen heute das Gesicht der Region.

Hier liegt ein Ausstellungskatalog vor. Die Ausstellung, die diesem Buch seinen Namen gab, war vom 20.1. – 6.4.2008 auf Zeche Zollern in Dortmund und vom 3.7. – 30.10.2011 auf Zeche Hannover in Bochum zu sehen. Der Ausstellungskatalog bietet aber auch mehr, als daß er nur die präsentierten Exponate zeigt.

Er bietet einen umfangreichen historischen Rückblick auf den Strukturwandel, seine Anfänge und seinen Verlauf. Die Ausführungen populärwissenschaftlich zu nennen, wäre sicherlich verfehlt. Sie sind aber so leicht verständlich gehalten, daß ihnen auch ein wissenschaftlicher Laie folgen kann.

Es ist sicherlich ein Verdienst des Essener Klartext-Verlages, den Strukturwandel in Zusammenarbeit mit den Industriemuseen der westfälisch-lippischen bzw. rheinischen Landschaftsverbände zu begleiten. Der Verlag ist für seine regionalkundliche Literatur bekannt, die Ausstellungen vor Ort nicht singulär betrachtet, sondern sie auch in einen größeren Zusammenhang einordnet.

Die Ausstellung selbst hat kein bedeutsames überregionales Echo hervorgerufen, so daß man den Ausstellungskatalog nur wegen ihr kaufen müßte. Eine Anschaffung lohnt sich aber trotzdem. Der Leser kann so noch einmal Revue passieren lassen, wie sich das Ruhrgebiet in den vergangenen Jahrzehnten wirtschaftlich entwickelte.

Ein Ausstellungskatalog wie dieser ist an dieser Stelle natürlich auch ein Geschichtsbuch, nicht für Kinder und deren Unterweisung im schulischen Geschichtsunterricht, sondern eher für Erwachsene, die an dieser Stelle eine gute Zusammenfassung der Zeitgeschichte erhalten. Hier wird ein Stück Erinnerungskultur betrieben, die sich auch an die individuellen Erinnerungen des jeweiligen Lesern richtet. Wer genauere Literatur sucht, wird sich beispielsweise an die örtliche Tagespresse und deren Archive wenden müssen.

Das Fazit

Ein Fazit ist bei diesem Buch sehr leicht zu ziehen. Es bietet gute Literatur, die einen zeitgeschichtlichen Einblick in das wirtschaftliche Leben des Ruhrgebietes liefert. Das Werk ist mehr als ein klassischer Ausstellungskatalog, in dem nur die jeweiligen Ausstellungsexponate zu sehen sind. Es liefert in gut geschriebener Form einen Überblick über den Strukturwandel im Ruhrgebiet. Wer genauere Einzelheiten wissen möchte, wird auf die jeweilige Tagesliteratur zurückgreifen müssen.

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