Digital Fortress

Autorenwertung
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  • Unterhaltung
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  • Charaktere
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  • Dialoge
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  • Glaubwürdigkeit
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  • Gesamt
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Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Digital Fortress von

Inhalt
Die US-amerikanische NSA (National Security Agency), die unter anderem für die Entschlüsselung codierter Nachrichten zuständig ist, wird trotz eines vorhandenen und einsatzbereiten Supercomputers von einem scheinbar unlösbaren Code bedroht. Der Erfinder des Codes, der ehemalige NSA-Mitarbeiter Ensei Tankado, droht damit, den Code gemeinsam mit seinem Partner N. Dakota öffentlich zu machen, um damit den Supercomputer ad absurdum zu führen. Susan Fletcher, Chefin der Kryptologie-Abteilung der NSA muss in denkbar kurzer Zeit den Code knacken, um die NSA zu retten.

Parallel bietet Tankado den Code dem Meistbietenden zum Verkauf an. Susans Verlobter David Becker, ein unterbezahlter Universitätsprofessor, wird derweil von Susans Chef Strathmore nach Spanien geschickt, um dort die Überreste des gleich zu Beginn des Romans verstorbenen Tankado einzusammeln – Strathmore glaubt, dass dort der Schlüssel zu dem geheimnisvollen Code liegt. Das „Wechselgeld“, 10.000 Dollar, die Becker als Reisegeld erhält, darf er behalten. Becker macht sich umgehend auf den Weg nach Spanien, da das Ganze für ihn nach einer leichten Aufgabe aussieht – außerdem ist er Strathmore dankbar für die unverhoffte Karriereunterstützung. Die Aufgabe in Spanien stellt sich jedoch als ein Himmelfahrtskommando heraus, da auch bezahlte Killer auf der Suche nach dem Passwort sind. Gleichzeitig versucht Susan krampfhaft, den Code zu knacken – doch der Supercomputer der NSA stürzt aus unerfindlichen Gründen nach einer Bagatellanfrage ab und droht zu überhitzen…

Hintergrund des Autors
Dan Brown ist noch recht jung (Jahrgang 1964), zählt jedoch bereits seit etlichen Jahren zur Top-Riege der internationalen Bestsellerautoren. Der Sohn einer Kirchenmusikerin und eines bekannten Mathematikers hat Englisch und Spanisch studiert, religiöse Motive und geheimnisvolle Codes ziehen sich immer wieder wie ein roter Faden durch all seine Romane.

Fazit
„Digital Fortress“ liest sich unglaublich spannend und Dan Brown gelingt es, zahlreiche interessante Hinweise auf geheimnisvolle Codes mit in den Verlauf der Handlung einzuflechten. Eine Besonderheit an den Romanen von Dan Brown sind die teilweise außergewöhnlich kurzen Kapitel – manche Kapitel erstrecken sich dabei exakt über eine halbe Seite. Brown versteht es, die Kapiteleinteilung als eigenes Stilmittel zu verwenden, da er durch die kurzen Kapitel immer wieder neu Spannung aufbaut, um dann kurz vor dem Spannungshöhepunkt wieder an einen anderen Schauplatz des Geschehens zu wechseln.

So besteht der rund 500 Seiten starke Roman dann auch aus insgesamt 128 Kapiteln. Die abrupte Erzählweise ist anfangs auch durchaus etwas gewöhnungsbedürftig, da sie beim Leser Stress verursacht – der Leser ist nicht in der Lage, sich in Ruhe auf ein einzelnes Szenario einzulassen. Allerdings führt diese Erzählweise schon nach kurzer Zeit auch zu einem „Dan Brown-typischen“ Page-Turner-Effekt – dem geneigten Thrillerliebhaber dürfte es also außerordentlich schwer fallen, „Digital Fortress“ wieder aus der Hand zu legen, wenn er erst einmal mit der Lektüre begonnen hat.

Außer der Tatsache, dass man durch die Lektüre von „Digital Fortress“ nicht wirklich etwas über Codes lernt, weil man als Laie nicht weiß, ob die jeweilige Aussage nun Tatsache oder Fiktion ist (So existiert beispielsweise das im Roman ausführlich beschriebene Bergofski-Prinzip in der Realität gar nicht) ist es ärgerlich, dass sich in „Digital Fortress“ einige echte und leicht vermeidbare Fehler eingeschlichen haben – so gibt es beispielsweise den Nachnamen „Tankado“ in Japan überhaupt nicht.

Da dieser Name jedoch ein wesentlicher Bestandteil der Lösung des Falls ist, ist es verständlich, dass Brown hier ein wenig Phantasie walten lassen musste – Fiktion ist schließlich ein Grundrecht eines jeden Romanautors – trotzdem hätte sicherlich ohne viel zusätzlichen Aufwand auch ein authentischer Nachname gewählt werden können, der dem „Zweck der Handlung“ genauso gedient hätte. Auch einige der japanischen Begriffe, die Brown verwendet (beispielsweise „shichigosan“), sind leider nicht korrekt übersetzt worden. Das ist sehr schade, denn ein Leser, der sich von den sehr anschaulichen und korrekten Städtebeschreibungen „blenden“ lässt, wird wohl auch die anderen (falschen) Erklärungen und Sachverhalte für „bare Münze“ nehmen. „Digital Fortress“ ist somit insgesamt ein spannender Thriller, die gute Grundidee hätte jedoch noch etwas besser umgesetzt werden können.

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