Disko Ramallah

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Disko Ramallah

Hans Nieswandt. KiWi-Taschenbuch 2006, Taschenbuch, 224 Seiten, € 7,90

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Disko Ramallah von

Inhalt
Vorbei die Zeiten, in denen Hans Nieswandt vor allem in den glamourösen Klubs in Frankfurt, New York und auf Ibiza aufgelegt hat. In „Disko Ramallah“ erzählt der bekannte deutsche DJ von „etwas anderen Auftritten“ an ungewöhnlichen Orten. Rio de Janeiro und Köln sind die Städte in „Disko Ramallah“, die zwar nicht unbedingt als „Exoten“ taugen, aber von denen Hans Nieswandt trotzdem einige höchst unterhaltsame Geschichten erzählen kann.

Mittlerweile finden sich jedoch Städte aus aller Welt auf Nieswandts DJ-Landkarte – Ankara, Alexandria, Kiew und Sankt Petersburg machen da nur den Anfang. Auch in Kairo, Beirut und eben sogar auch in Ramallah im Westjordanland hat Hans Nieswandt schon Platten aufgelegt und den Menschen dort elektronische Musik ein Stück näher gebracht – was er vor, während und nach seinen DJ-Sets erlebt hat, davon berichtet Hans Nieswandt in seinem zweiten Erzählband „Disko Ramallah“.

Überaus unterhaltsame Erlebnisberichte von Hip-Hop-Hochzeiten in Amsterdam, Seminaren über elektronische Musik im Nahen Osten und Hubschrauber-Konzerte in Salzburg
Während es in „plus minus acht“ vor allem um die Kunst des Plattenauflegens selbst ging, geht es in „Disko Ramallah“ vor allem um all die kuriosen Geschichten und Begebenheiten, von denen Hans Nieswandt durch sein Wirken als professioneller DJ zu erzählen weiß. Immer wieder wird in „Disko Ramallah“ deutlich, wie ernst Hans Nieswandt seinen Beruf nimmt, aber mit wie viel Freude er sich auch dem Plattenauflegen widmet – ein Mann, den das schwarze Vinyl völlig in seinen Bann gezogen hat.

Hans Nieswandt ist ein Mensch, der es versteht, die Menschen nicht nur durch seine Musik zu begeistern, sondern der sich mit dem Phänomen der elektronischen Musik auch sehr sorgfältig auseinandersetzt. Und so ist „Disko Ramallah“ auch keine langatmige Geschichte über unzählige Klub-Abende und durchfeierte Nächte, sondern vielmehr ein leicht zu lesender „Essay“ über globale Klubkultur, und über die Möglichkeiten und Grenzen von elektronischer Musik. Immer wieder baut Nieswandt kurze aber wissenswerte Daten über Kultur und Gesellschaft eines Landes mit in seine Erzählungen ein, so dass die Geschichten auch für Leute interessant sind, die normalerweise nicht viel mit elektronischer Musik anfangen können.

Fazit
Die Zeitschrift „Elle“ bezeichnet Hans Nieswandt als die „intellektuelle Lichtgestalt unter Deutschlands House-DJs“. Diese Bezeichnung trifft es wohl auch ziemlich genau. Hans Nieswandt beschränkt sich nicht nur aufs Plattenauflegen und „Gute Laune verbreiten“, vielmehr setzt er sich intensivst mit seiner Arbeit auseinander und sieht sich selbst als „Kulturvermittler“ – und „Disko Ramallah“ beschreibt, wie es ihm immer wieder gelingt, Kultur in Form von elektronischer Musik auf anspruchsvolle Art und Weise zu vermitteln – ein intelligenter, absolut lesenswerter Erzählband!

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