Doktor Murkes gesammeltes Schweigen

Autorenwertung
  • Humor
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  • Lesbarkeit
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  • Geschichte
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  • Authentizität
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  • Anspruch
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  • Gesamt
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Doktor Murkes gesammeltes Schweigen

Heinrich Böll. Kiepenheuer&Witsch 2013, Gebundene Ausgabe, 160 Seiten, € 10,00

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Heinrich Böll: Doktor Murkes gesammeltes Schweigen

Zurück zum Fortschritt

Früher hieß Twix mal Raider und es sieht so aus, als würde es bald wieder Raider heißen. Früher waren ‚Telefone noch zum Telefonieren und nachts ging man schlafen, nicht surfen. Das kann man beklagen oder bemitleiden oder aber, wie man es heute gerne macht, wiederherstellen, zumindest den Versuch der Rekonstruktion wagen. Schön schlimmdeutsch nennt man das Ganze dann Retro und jene Form der Rückbesinnung sticht einem als Erstes ins Auge, wenn man sich Doktor Murkes gesammeltem Schweigen von Heinrich Böll annähert.

Wobei die Retro-Perspektive weniger dadruch ausgelöst wird, als dass es sich hie rum die Wiederauflöage eines großartigen Klassikers handelt; nein, der Clou ist zunächst, dass sich die Damen und Herren bei Kiepneheuer und Witsch (also da, wo Böll herkommt und wo er immer hingehören wird) gedacht haben, legen wir doch Buchdesign, Umschlagestaltung uind Layout genau an jene Kunst an, die 1958 schon mal gezoegen hat. Soll heißen: Das Buch ist Retro, sieht nämlich aus wie von 1958.

Der Inhalt aber ist mega. Megatoll, megageil, megalustig, megaclecer. Das kann man sich aussuchen, je nachdem welches Sprachfaible man hat. Die fünf Satiren von einem der größten deutschen Denker und Dichter sind scharf und ornisch, sarkastisch und süffisant, aber vor allen Ding immer auch große Kunst. Die herrliche Geschichte der Tante, die an ihrem Weihnachtsbaum samt Porzellan und Singen wie andere Leute an der Zigarete ist nicht nur eine Parodie auf deutsche Tumbheit und bigottes Sklaventum, sondern in erster Linie ein sprachliches Wunderwerk, denen der Autor dieser Rezension sich nur schamhaft beugen kann. Was für ein Drechsler wohlfeiner Sätze der Herr Böll gewesen – Chapeau!

Was neben der Grandezza von Sprache und Plot natürlich aucn nicht zub kurz kmmen darf, ist die Beachtung der historischen Momente. Wenn nämlich Doktor Murke und seine Kollegen im Funkhaus mit Tonbändern arbeiten, dieser schneiden, sammeln und wieder zusammen kleben müssen, dann weiß man, wo man mal war, als es noch nicht digitalisierte Welten gab. Und wie weit wir uns von den gerade mla fünfzig Jahren bereits entfernt haben. Selbstredend rückschrittlich, aber das nur nebenbei bemerkt.

 Fazit:

Klein, kanckig und Kult. So könnte man schnell und alliterativ diese Neuauflage von Bölls schönsten Satiren beschreiben. Der Retro-Stil de rAufmachung ist nett, wäre aber gar bie all der Größe, die innen auf die Leser wartet, gar nicht nötig gewesebn. Andererseits: fühlt sich an wie damals. Da war nicht alles besser, zumindest aber sprachlich versierter.

 

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