Drei Farben Grün

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Drei Farben Grün

Elsemarie Maletzke. Insel Verlag 2010, Taschenbuch, 156 Seiten, € 5,44

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

Drei Farben Grün: Über Irland, Schottland, Wales von

Inhalt
Elsemarie Maletzke vereint in diesem Band eine Reihe von Reisereportagen aus Irland, Schottland und Wales. Neben Großbritannien (und seinen Gärten und Schriftstellerinnen) gehört ihre große Liebe den keltischen Ländern. Alle Essays sind mit viel Wärme und Verständnis für gewisse Eigenheiten und Eigentümlichkeiten geschrieben. Ob es sich dabei um eine ausgefallenen große Silvesterfete in Edinburgh handelt, um die irische und schottische Vergangenheit und den Blick Hollywoods darauf, eine Whiskey-Tour gesetzter Herren oder etwa um eine Walking & Talking-Tour ganz anderer Ausprägung.

Elsemarie Maletzke hat die Fähigkeit, Skurrilitäten zu entdecken – oder skurrile Exzentriker. Nie ist sie dabei verletzend, auch wenn sie sich einen kleinen Seitenhieb auf Mel Brooks Größe oder Prinz Charles Smalltalk nicht verkneifen kann. Der Leser grinst. In 18 kurzweiligen, amüsanten und kompetenten Reisefeuilletons schildert Elsemarie Maletzke Erlebnisse und Begegnungen. Ein Teil der Reportagen ist bereits 1996 in ihrem Band „Irish Times“ beim Schöffling Verlag erschienen, ihrem Hausverlag, in dem auch ihre großen Biographien erschienen sind. Andere erscheinen hier erstmals in Buchform.

Eigentlich möchte man nach der Lektüre gleich den Koffer packen und den herrlichen Beschreibungen hinterherreisen. Auch als Geschenkbuch für alle, die ebenfalls am keltischen Virus erkrankt sind, eignet sich das Insel Taschenbuch sehr gut. Allein das Coverbild ist die Quintessenz der keltischen Einsamkeit, eingebettet in Grün und Meerblau. Ich liebe an Elsemarie Maletzkes Art zu schreiben ihre kurzen treffenden kleinen Seitenhiebe, nonchalant hingeworfene Bemerkungen, die punktgenau treffen. Ein Beispiel aus der Reportage über irischen Tanz: „Jeder Landstrich (tanzte) seinen eigenen Stiefel…bis die üblichen Spielverderber, Kirche und Staat, dazwischenfuhren, die Tänzer bei Tee und Limo in ihren Tanzdielen kasernierten und die Eintrittskarten besteuerten.“

Oder: Floors Castle, ein Schloss in Schottland ist ein Museum, denn jede Generation der herzoglichen Familie hat gesammelt und die schiere Zahl der Schätze vermehrt. Elsemarie Maletzke kommentiert die Gründe der Sammelleidenschaft: „Aus Passion, Kennerschaft oder abgrundtiefer Langeweile?“ und die besonders eifrig aber ohne Kennerschaft sammelnde „Herzogin May kannte offenbar keine Schmerzgrenze“. Zwei Sätze, und Familie und Sammlung sind ausreichend kategorisiert. Aber manchmal ist die Autorin auch ungemein poetisch: „Waliser Regen besorgt das große Wolkentheater, die schiefergrauen Vorhänge, die übers Blau schleifen…“ Auch das ist ungemein treffend.

Elsemarie Maletzke wurde 1947 in Oberhessen geboren und studierte in Frankfurt. Sie stand der Studentenbewegung nahe, war Mitglied im Weiberrat und Freundin von Waechterm Traxler, Pit Knorr und anderen. Sie arbeitete als Journalistin, u.a. für das Satiremagazin Pardon, für Titanic, Pflasterstrand, aber auch für die Zeit, die Frankfurter Rundschau und Brigitte. 1974 ging sie als Deutschlehrerin nach Dublin. Seit dieser Zeit gehört ihre Liebe Großbritannien und Irland. Bekannt wurde sie in erster Linie jedoch nicht wegen ihrer Reisereportagen, sondern wegen ihrer großartigen Biographien von Jane Eyre, Elisabeth Bowen, George Elliot und den Bronte-Schwestern. In Eckhardt Henscheids Romantrilogie des laufenden Schwachsinns wurde sie selbst zur Romanfigur. Elsemarie Maletzke lebt als Journalistin und freie Autorin in Frankfurt am Main.

Fazit
Laut Klappentext „Reiseliteratur at its best“. Das stimmt und dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

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