Dummdeutsch

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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Dummdeutsch

Das Buch stammt aus dem Jahre 1993. Es ist damals im Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart, erschienen. Wie die gelbe Farbe des Buchdeckels dem Literaturkenner wissen läßt,  liegt hier eine Ausgabe von der „Universal-Bibliothek“ des renommierten baden-württembergischen Verlages vor und trägt hier die Nummer 8865.

„Ein Wörterbuch“. So lautet nicht nur der Untertitel des Buches. So ließe sich auch die Inhaltsangabe des Werkes vortrefflich zusammenfassen. Das Dummdeutsch, das dem Buch seinen Titel gab, ist demzufolge „eine Emulsion aus vor allem Werbe- und Kommerzdeutsch, aus altem Feuilleton- und neuem Professorendeutsch (und umgekehrt), aus dem Deutsch der sogenannten Psychoszene und dem einer neuen Innerlichkeit, aus eher handfest-törischtem Presse- und Mediendeutsch, aus Sport- und Bürokratendeutsch,“ wie es die Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel berichtet.

Eine Beurteilung

Das Buch fällt gleich im doppelten Sinne aus dem Rahmen. Zum einen, weil es ein Wörterbuch ist. Und nicht etwa ein wissenschaftliches Werk aus Bereichen wie der Philologie, Germanistik, Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft oder anderen geisteswissenschaftlichen Disziplin.

Nein, mitnichten. Es ist einfach nur ein Wörterbuch, das nicht etwa unbekannte Begriffe erklärt, erläutert und in ein verständliches Deutsch übersetzt. Ganz im Gegenteil. Es hat so etwas sittenwächterhaftes an sich, als ob da jemand den Gebrauch der deutschen Sprache in der Öffentlichkeit kontrollier und vermeintliche  oder tatsächliche Mißstände benennt.

Das Buch fällt an dieser Stelle insofern aus dem Rahmen, als daß ich den -Verlag bislang als Herausgeber von hochfachlicher geistes-, sprach- und gesellschaftswissenschaftlicher Literatur kennengelernt habe. Von dieser fachspezifischen Ausrichtung ist hier nichts zu spüren, geschweigen denn von einem wissenschaftlichen Ansatz. Mir persönlich fällt es zumindest emotiononal schwer, das Buch irgendwo einzuordnen, zumal es inzwischen mehr als genug Bücher auf dem Markt gibt, die sich mit der Verballhornung der deutschen Sprache auseinandersetzen. Diese anderen Bücher sind dann aber auch ansprechender optisch ausgestattet. Das Dummdeutsch-Buch ist ein klassisches -Heft, was das Format/Größe und Ausstattung anbelangt. Hier samt und sonders auf Illustrationen zu verzichten und dem Leser stattdessen die gewohnte Bleiwüste zu bieten, ist nicht gerade lesefreundlich.

Mit dem Duden hat das vorliegende Buch nichts zu tun. Hier geht es schließlich nicht um exakte sprachwissenschaftliche Arbeit. Es hat auch nichts mit derjenigen unterhaltenden Literatur zu tun, die bekannte Bücher in einen Dialekt übersetzt – Asterix & Obelix im Ruhrgebietsbedeut lassen grüßen.

Das Fazit

Ich bin mir über die Zielrichtung des Buches nicht so ganz im Klaren. Beklagt sich hier jemand über den Verfall des guten Sprachgebrauchs? Oder möchte er zum bewußten Gebrauch unserer deutschen Sprache anregen? Oder sehe ich den Humor vor lauter Scherzen nicht? Vielleicht ist es ja von allem ein bißchen…

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