Earl Derr Biggers: Charlie Chan und das schwarze Kamel

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Charlie Chan und das schwarze Kamel

Das Buch ist im Jahre 1982 im Wilhelm , München, erschienen. Es ist 284 Seiten lang.

Die Inhaltsangabe

Shelah Fane ist ein Filmstar, dessen Karriere sich zwar allmählich dem Ende zuneigt, der in der Öffentlichkeit aber immer noch sehr beliebt ist. Doch bei ihrer Rückkehr nach Hawaii wird sie ermordet. Es ist das ganze Können von Meisterdetektiv Charlie Chan gefordert, um den Fall aufzuklären. Schließlich erwartet selbst die eigene Familie schnelle Erfolge.

Der Autor und der Detektiv

Earl Derr Biggers und seinen aus China stammenden Detektiv Charlie Chan habe ich ja schon bei einer früheren Buchbesprechung vorgestellt. Daher soll in diesem Text die eigentliche Buchbesprechung im Vordergrund stehen.

Die eigentliche Buchbesprechung

Wer? Was? Wann? Wieso Weshalb? Warum? Dies sind die klassischen W-Fragen des Journalismus.

„Ein klassischer Kriminalroman aus dem Jahre 1929“ lautet der Untertitel des Buches. Und er paßt hier wie sprichwörtliche Faust auf das ebenfalls sprichwörtliche Auge.

Chan muß nämlich diese sogenannten W-Fragen beantworten, um zu der richtigen Lösung zu kommen. Und doch ist Biggers ein wenig unfair dabei. Er mißachtet nämlich sträflich, die Regel, daß der Leser selbst die Möglichkeit haben muß, auf die richtige Lösung zu kommen.

Dafür weist das Buch auch noch einige andere Besonderheiten auf.

Die Handlung spielt in Chans hawaiianischer Heimat, ohne daß ich – als Rezensent – sagen könnte, ob Biggers sie jemals besucht hat und sie somit aus eigener Anschauung kennen würde.

Biggers läßt uns Leser einen kurzen Blick in Chans Familienleben werfen. Mit seiner Ehefrau und den elf Kindern hat Charlie Chan eine sehr große Familie. Im Gegensatz zu vielen anderen amerikanischen Detektiven ist er also weder der einsame Wolf noch eine verkrachte Existenz. Chans Unart, häufig Redewendungen aus seiner chinesischen Heimat zu verwenden, ist nicht sher ausgeprägt, dafür aber seine unterwürfitge Redeweise. Daß hier auch Chans Chef auftaucht, sei nur am Rande erwähnt.

Chan erhält hier unfreiwillig und ungebeten einen Assistenten. Vordergründig mag sich das  so für einen großen Meisterdetektiv gehören. Dieser Assistent kommt aber nur deshalb dazu, weil er um Kreis der Verdächtigen gehört. Dieses Assistenz ist also kein Chronist (wie etwa bei Sherlock Holmes oder Hercule Poirot), der der Nachwelt überliefert, wie sein genialer Meister zu dem Ergebnis gekommen ist. Ein Assistent, der eigene Interessen bei der Aufklärung eines Verbrechens verfolgt, ist an sich schon sehr ungewöhnlich.

Dies ist sicherlich Chans persönlichster Krimi. Hinsichtlcih seines sanften Schreibstils unterscheidet sich der vorliegende Kriminalroman doch angenehm von vielen anderen Krimis aus Amerika, die in den Jahrzehnten danach noch kommen sollten.

Ein Fazit

Der Krimi ist durchaus lesenswert. Es sollte mal wieder ein Verleger den Mut finden, die Charlie-Chan-Reihe neu aufzulegen.

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