Earl Derr Biggers: Charlie Chan vor verschlossenen Türen

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Charlie Chan vor verschlossenen Türen

Das Buch erschien 1983 im Wilhelm aus München. Es ist 154 Seiten dick.

Die Inhaltsangabe

Die Abendgesellschaft ist außergewöhnlich. Drei der geladenen Männer verbindet nämlich eine Sache. Sie waren alle mit der selben Frau, der berühmten Ellen Landini, verheiratet. Charlie Chan, der berühmte chinesischstämmige Detektiv aus Honolulu, ist der vierte Gast, der eingeladen wurde. Als die Nacht vorbei ist, hat er es mit seinem nächsten Fall zu tun. Es gibt eine Leiche und vier Ehemänner, die zwar alle ein Motiv für den Mord hätten, im Grunde aber nur sehr dürftige Alibis vorweisen können.

Der Autor und seine berühmte Figur

Charlie Chan ist die berühmte Detektivfigur, die der US-Amerikaner Earl Derr Biggers in die Kriminalliteratur einführt. Da ich Biggers und Chan ja schon an anderer Stelle ausführlich vorgestellt habe, sei hier nur auf die  Besonderheiten aufmerksam gemacht, die Chan auszeichnen.

Er stammt ursprünglich aus China. Und er ist jetzt in Honolulu, Hawaii, ansässig. Trotz seiner ostasiatischen Wurzeln ist er zwar zweitestgehend amerikanisiert, ohne seine Wurzeln vergessen zu haben – wie seine vielen Redensarten beweisen. Auch wenn Biggers heute weitgehend vergessen ist, zeigt die umfangreiche Filmographie doch deutlich, daß ihn zumindest zu Beginn auch über den frühen Tod Biggers hinaus ein gewisser Erfolg beschieden war. Chan ist ein Detektiv, der aus dem europabezogenen Kanon der Ermittler in den frühen Kriminalromanen ausbricht.

Ein Wort zum Verlag

Der Verlag wurde am 15. Februar 1934 von Wilhelm Heyne in Dresden gegründet;  1948 verlegte er seinen Sitz nach München. Seit 1958 verlegt er Taschenbücher. 1960 übernahm Wilhelm Heynes Sohn Rolf Heyne die Leitung des Verlages. Der Verlag wurde durch den Aufbau verschiedener Taschenbuchreihen zum zweitgrößten Taschenbuchverlag Deutschlands. So ist der Verlag imm deutschsprachigen Raum  durch die Veröffentlichung von rund dreihundert Star Trek- und Star Wars-Romanen bekannt geworden. Seit 1994 werden neben Taschenbüchern auch Hardcover verlegt. Seit dem Jahr 2003 gehört Heyne zum Bertelsmann-Verlag.

Eine Besprechung

Die Werbung beschreibt das Buch als „Klassischen Kriminalroman aus dem Jahre 1932“. Und hat damit sogar recht. Das läßt sich an vielen Kleinigkeiten beweisen. Die Zahl der handelnden Personen ist überschaubar, auch die Zahl der Orte, an der die Handlung spielt, ist gering. Im Grunde kann man sogar behaupten, daß es nur einen zentralen Ort gibt, nämlich das Haus, in dem der Mord geschieht. Und es gibt einen Detektiv, der als einziger in der Lage ist, den Fall aufzuklären. Die beiden anderen Polizisten / Sheriffs haben eher den Charakter von Helfern, die mit zur Lösung beitragen dürfen. Der Unterschied zu anderen großen Detektiven ist der, daß die „Helfer“ in jedem Buch wechseln.

Ein Fazit

Also alles wie gehabt? Gute Hausmannskost im Vergleich zu Sherlock Holmes und Miss Marple? Nein. Damit würde man Biggers Unrecht antun. Wer Krimis mag, wird hier ein gutes Exemplar vorfinden. Es bietet gute Unterhaltung, die flott lesbar ist und eine ansprechende Handlung vorweisen kann. Die Biggers gehören in jeden gutsortierten Krimi-Bücherschrank.

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