Earl Derr Biggers: Das Haus ohne Schlüssel

Autorenwertung
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  • Dramatik
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  • Unterhaltung
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  • Gesamt
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Das Haus ohne Schlüssel

Earl Derr Biggers. DuMont Buchverlag 2004, Taschenbuch, 316 Seiten, € 17,95

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Earl Derr Biggers: Das Haus ohne Schlüssel

Dan Winterslip gehört zu einer Zeit, als Hawaii noch nicht US-amerikanischer Bundesstaat, sondern nur amerikanisches Territorium ist, zur feinen Gesellschaft von Honolulu. Eines Tages wird er tot in seiner Wohnung aufgefunden – offensichtlich ermordet. Die bürgerliche Fassade wird im Lauf der Ermittlungen immer mehr eingerissen.

Über den Autoren

Earl Derr Biggers erblickte 1884 in Warren, Ohio / USA das Licht der Welt. Nach seinem Studium in Harvard arbeitete er als Journalist, Kolumnis und Dramatiker. 1913 gelang ihm der Durchbruch als Schriftsteller – ausgerechnet mit einem Krimi, der heute völlig vergessen ist. Der erste Charlie-Chan-Roman, nämlich der hier vorliegende, kam 1925 auf den Markt. Er und die folgenden Geschichten bildeten die Grundlage für zahllose Verfilmungen.

Wer die Krimis aus dem Kölner Verlagshaus kennt, weiß, daß es in jedem Krimi ein Nachwort gibt. Darin werden der Autor und sein Werk unter literaturwissenschaftlichen und literaturhistorischen Gesichtspunkten leicht verständlich und fast schon liebevoll vorgestellt. Dies ist auch im vorliegenden Buch der Fall.

Daß Biggers 1933 verstorben ist, soll hier nicht verschwiegen werden.

Die eigentliche Buchbesprechung

Das Buch ist mehr als ein Krimi. Es ist eine Liebesgeschichte. Dieses Element tritt in allen Charlie-Chan-Kriminalromanen auf. Die Liebesgeschichte wird aber nicht unbedingt zu Ende geführt. Es bleibt der Phantasie des Lesers überlassen, wie sie ausgeht.

Das Element des Gesellschaftsromans kommt hinzu. Es geht dabei nicht nur darum, wie glaubwürdig die bürgerliche Fassade der Familie Winterslip ist. Auch der Umgang mit Japanern und Chinesen wird angesprofchen. Das dokumentiert sich nicht nur am Gebrauch des Wortes „Japs“ für den Japaner. Auch eine kurze Szene bei Chan zeigt, daß er nach außen hin der überangepaßte Amerikaner ist. Hinter der Fassade ist er aber noch Chinese geblieben.

Ein Hauch Wehmut ob der vergangenen Zeiten Hawaiis schwingt auch ein wenig mit.

Und die Kriminalgeschichte – was ist von ihr zu halten? Vordergründig entspricht sie dem kriminalliterarischen Dreisprung Aufgabenstellung – Ermittlungstätigkeit – Präsentation der Lösung. Doch es gibt einige Besonderheiten.

Charlie Chan ist zwar Namensgeber der Buchreihe, tritt hier aber auffallend in den Hintergrund. Außenstehende tragen wesentlich mehr zur Lösung bei.

Es gibt einige Nebenpfade, die nicht zur eigentlichen Geschichte gehren. Biggers verstößt dabei gegen eine krimiliteraturtheoretische Grundregel. Der Leser hat über lange Zeit keine Möglichkeit, die Lösung selbst herauszufinden – die entscheidenden Hinweise fehlen nämlich über weite Strecken. Mit Überraschungen ist also am Ende zu rechnen.

Das Fazit

Hier liegt Charlie Chans erster Fall vor. Es ist ein angenehm zu lesendes Buch. Da die Geschichten nicht aufeinander aufbauen, muß man sie nicht unbedingt in der Reihenfolge, wie sie erschienen sind, lesen.

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