Echo des Todes

Autorenwertung
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  • Lesbarkeit
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  • Charaktere
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  • Emotionen
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  • Dialoge
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  • Gesamt
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Echo des Todes

Ulrike Renk. Aufbau Taschenbuch 2009, Taschenbuch, 295 Seiten, € 0,48

Rezension von: Andreas Kurth | Rezensionsdatum:

Echo des Todes: Eifelthriller von

Stalker oder rachsüchtiger Verbrecher?
Robert Theißen, für dessen Verurteilung die Psychologin Constanze von Aken mitverantwortlich ist, wird auf freien Fuß gesetzt. Ihr Lebensgefährte Martin und ein befreundeter Staatsanwalt machen sich Sorgen, weil sich der Mann an ihr rächen könnte. Constanze schiebt alle Ahnungen und Spekulationen zunächst beiseite, weil sie sich Gedanken um ihre mitunter problematische Beziehung zu Martin macht.  Aus der Ich-Perspektive beschreibt die Autorin Constanzes  Umwelt, ihre Empfindungen und Hoffnungen. Erst als die Psychologin eines Tages vom Laufen in ihr unfertiges Wochenendhaus in Hechelscheid zurückkehrt, und die Terrassentür unverschlossen vorfindet, macht sie sich  Gedanken. Offenbar hat ein Fremder von der Milch getrunken und ihr Nachthemd mitgenommen. Ein im Grunde harmloser Stalker –  oder der Verbrecher, der sich an ihr rächen will?

Spürhund findet eine Leiche
Der Einbruch verdeutlicht der Protagonistin, wie verletzlich offenbar ihre Privatsphäre ist. Die Lage wird noch komplizierter, weil in der Nähe des Wochenendhauses ein Toter gefunden wird. Gegen ihre Überzeugung schafft sich Constanze erneut einen Hund an, obwohl sie das nach dem Tod ihres Haustieres zunächst nicht wieder wollte. Der ehemalige Leichenspürhund Charlie gilt als nicht mehr diensttauglich, aber er findet bei einem Spaziergang mit  Constanze eine weitere Leiche am Rursee. Ist Theißen der vermeintliche Stalker? Und steckt er hinten den mysteriösen Todesfällen? Für Constanze und Martin beginnt eine schwierige Zeit, denn ihre Beziehung wird auch durch andere Umstände enorm belastet. Im turbulenten Finale werden schließlich die drängenden Fragen beantwortet – auf höchst überraschende Weise.

Frauen- oder Kriminalroman?
Den Roman von Ulrike Renk einzuordnen, ist nicht ganz einfach, denn das Werk schwankt zwischen Frauen- und Kriminalroman hin und her. Die Autorin selbst sieht ihn nach eigener Aussage eher als Frauenroman, weil weibliche Leserinnen die Stalker-Problematik besser verstehen würden. Ich möchte das Werk allerdings nicht auf weibliche Leserinnen beschränken. Die Beziehungsprobleme und Constanzes fragile Gedankenwelt mögen Frauen mehr ansprechen, der kriminalistische Teil der Geschichte ist jedoch  gelungen und auch für Männer höchst interessant.

Im Grunde ist die Stalking-Problematik eine höchst geschickte Verpackung. Genaueres kann ich natürlich nicht verraten, sonst ist die Spannung dahin. Ulrike Renk vermittelt ihren Lesern einen Einblick in das komplizierte Leben ihrer Heldin, dadurch geraten die Störungen des Alltag umso auffälliger. Die Dialoge wirken mitunter etwas gestelzt, aber das ist auch der komplizierten Persönlichkeit der Protagonistin geschuldet. Im letzten Drittel gewinnt die Geschichte ungemein Dynamik hinzu, ohne dass die Autorin auf allzu plumpe Action zurück greifen muss.

Ein lesenswertes Buch
Geschickt setzt sie für die Story wichtige Bausteine ein. So etwa Charlie, den ausgemusterten Leichenspürhund. Constanze will eigentlich vorläufig keinen neuen Hund, nimmt Charlie dann aber doch zu sich, um ihr subjektives Sicherheitsgefühl zu erhöhen – und dann findet der Hund eine Leiche. Das Haus an der Friedhofsmauer, die Vorfälle in der Praxis – die beunruhigenden Faktoren werden unauffällig in den zudem komplizierten Alltag eingestreut. Auch die undurchschaubare Rolle des in Hechelscheid wohnenden früheren Kommilitonen trägt enorm zur Verwirrung bei.  Alles in allem ein  lesenswertes Buch, das für gute Unterhaltung sorgt – wenngleich manches etwas eleganter und  origineller formuliert werden könnte.

Für Cover und Marketing-Aufdrucke des Verlages ist die Autorin nicht verantwortlich – hier hat der -Verlag deutlich überdreht. Der Trecker auf dem Cover – naja.  Aber die Begriffe „Eifelthriller“, „Mörderische Eifel“ und „Eifel-Spannung pur“ wirken extrem aufgesetzt. Offensichtlich soll der Ruf einer Region als formidabler Schauplatz spannender Kriminalfälle verkaufsfördernd eingesetzt werden. Zuviel des Guten, und in diesem Fall nicht nur lästig, sondern richtig irreführend und deshalb ärgerlich. Der Krimi könnte auch in einer anderen Landschaft  spielen und hat mit der Eifel im Grunde nichts zu tun. Derart plumpes Marketing hat die Autorin nicht nötig – da sollte  man den spannenden Roman lieber für sich selbst sprechen lassen.

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