Ein fetter Fang

Autorenwertung
  • Spannung
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  • Charaktere
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  • Abenteuer
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  • Unterhaltung
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  • Gesamt
    3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne
Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

, Ein fetter Fang im langweiligsten Kaff der Welt

Plot
Das langweiligste Kaff am Ende der Welt heißt Dogleg Bay, es liegt in Australien. Es gibt nicht viele  junge Leute da, die ziehen fort, dafür kommen die Alten nach Dogley Bay, um Bingo zu spielen, im Funky Chicken zu essen und auf der Mole zu sitzen. Und dann gibt es noch die Feriengäste. Die kommen zum Fischen und wohnen auf dem stadteigenen Campingplatz, den Hunters Mutter verwaltet. Hunter ist der Ich-Erzähler dieser Geschichte, 13 Jahre alt, und er hat einen Traum. Er will einen Mulloway fangen, den größten und seltensten Fisch der Küste. Damit will er es seinem Vater gleich tun, der ein verdammt guter Fischer war, bevor er nach einem Tag auf den Murkfelsen nicht mehr nach Hause kam. Hunter weigert sich zu akzeptieren, dass sein Vater tot ist und das Angeln wird für ihn zur Obsession.

Doch neben dem Angeln gibt es noch das Leben mit seiner Mutter auf dem Campingplatz und mit den Gästen. Da sind die “Resis”, die Dauergäste, die “Gotteslamentierer” und Saphonia – die schlechteste Köchin der Welt, Vegetarierin, Spät-Hippie und Mutter der “Fotokopien”. So nennt  Hunter die Zwillinge, die sich so ähnlich sehen und doch so gar nicht ähnlich sind. Der einen, Jasmine, Jazzy, würde Hunter gern näher kommen, er träumt vom ersten Kuss. Aber Jazzy macht es ihm schwer. Es ist nicht einfach, erwachsen zu werden und es ist noch viel schwerer, mit dem Tod eines geliebten Menschen fertig zu werden.

Für Hunter steht und fällt alles mit der Jagd auf den Mulloway. Aber wie kommt er zu einer wirklich guten Angel, zu Spule und Leine der Topqualität und wie überhaupt kann er es deichseln, dass wieder Mulloways an die Küste kommen um zu laichen, wo doch seitdem ein Staudamm gebaut wurde einfach zu wenig Süßwasser ins Meer fließt, um die großen Fische anzulocken. Und zwischendurch muss Hunter noch den MWR, den Männerwaschraum, putzen, für einen Bestatter als Urnenjunge arbeiten, Trauzeuge werden  und seine Gefühle für Mädchen auf die Reihe bringen. Viel verlangt und aus dem stillen Jungen muss erst ein kleiner Held werden, bis er der Verwirklichung seiner Träume näher kommen kann.

Fazit
Gwynnes Charaktere sind ungewöhnlich, beeindruckend und präzise gezeichnet. Die Sprache des Ich-Erzählers Hunter ist in ihrer Schnodderigkeit und genauen Charakterisierung des Beobachteten sehr realistisch, ein genaues Psychogramm eines 13jährigen Jungen. Die Übersetzerin Ilse Rothfuss hat es mit der Sprache bestimmt nicht einfach gehabt und einige Male behilft sie sich mit Fußnoten, die australische Besonderheiten erklären. Denn wer kennt hier schon den australischen Maler Ken Done oder  Chopper Read oder kann sich unter Cream Puffs etwas vorstellen? Es tut der Geschichte gut, dass die Fremdartigkeit des fernen Australiens erhalten bleibt. Und die Geschichte bleibt spannend bis zur letzten Seite.

Der Autor
Philip Gwynne wurde 1958 in Melbourne geboren und wuchs mit sieben Geschwistern im Süden Australiens auf. Als eine Verletzung seine Australian Football-Karriere beendete, studierte er Meeresbiologie und reiste danach durch die Welt. Er arbeitete als Lehrer in Thailand und als Programmierer in Belgien und lebte einige Zeit in Brasilien, bevor er sich in Sydney niederließ. Er besuchte ein Schreibseminar und versuchte es dann selbst mit seinem ersten Buch für Jugendliche „Deadly, Unna?“ (in Deutsch: Wir Goonyas, ihr Nungas), das eine ganze Reihe Preise einheimste, unter anderem den Deutschen Jugendliteraturpreis 2002 und ihn berühmt machte. „Ein fetter Fang im langweiligsten Kaff der Welt“ ist sein drittes Jugendbuch.

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