Ein Haus in der Wildnis

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Ein Haus in der Wildnis

Melanie Walz (Übersetzer). Luchterhand Literaturverlag 2011, Gebundene Ausgabe, 288 Seiten, € 0,88

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Ein Haus in der Wildnis. Erinnerungen

Inhalt

Die bekannte amerikanische Schriftstellerin beschließt mit 70 Jahren noch einmal ein Haus zu bauen, sich ihren Traum von einer Bleibe ganz nach ihren Wünschen zu erfüllen. Sie wählt Wyoming, eine landwirtschaftlich geprägte, recht einsame Gegend an einem Kliff.

Wie jeder weiß, der schon einmal gebaut hat, läuft so ein Projekt immer aus dem Ruder, ein unvorhergesehenes Ereignis jagt das nächste. Dass zum Beispiel die Zugangsstraße zu ihrem Bauplatz nicht, anders als versprochen, winters geräumt wird, ist nur ein Beispiel.

Letztendlich heißt das, dass Annie Proulx ihr über Jahre mühsam erbautes Haus in einigen Wintermonaten nicht bewohnen kann, da es komplett eingeschneit ist. Eine rauhe Gegend eben. Weiter gibt es Probleme mit den Handwerkern, der gegossene Betonfußboden ist rauh, staubig und schmutzig bräunlich und auch der zweite Handwerker schafft es nicht, eine glatte, ebenmäßige, warm leuchtende Fläche hinzubekommen.

Letzendlich wird der Boden gefliest, was natürlich, auch das kennt jeder Bauherr, den finanziellen Rahmen sprengt. Nun ist eine erfolgreiche Schriftstellerin nicht unbedingt eine arme Frau, aber auch Aktien zu verkaufen ist oft ein schmerzlicher Prozess. Immer wieder kommt etwas dazwischen, wird Material nicht geliefert, Wetterextreme bringen die Arbeiten vorübergehend zum Erliegen oder andersherum, eine Notlösung entpuppt sich als Glücksgriff, einige Handwerker werden gar zu Freunden.

Mehr als vier Jahre dauert es, bis das Haus in der Wildnis annähernd als fertig zu bezeichnen ist. Aber Annie Proulx wird auch belohnt für ihren Einfall und ihr Beharrungsvermögen: Durch neue Freunde, durch wunderbare Naturschauspiele, durch Tier- und besonders Vogelbeobachtungen, die anders nie möglich gewesen wären. Ein Weißkopf- und ein Goldadlerpaar nisten in der Nähe des Hauses, sie füttert Schwärme von Gimpeln, beobachtet Gänse, Enten, Eulen, einen Uhu, Wapitis, einen Puma mit Jungem und jede Menge anderes Getier.

Einen Großteil des Buches nimmt neben der Hausbau-Geschichte und den Naturbeoachtungen auch die erforschte Geschichte diesen Teiles der Welt ein. Annie Proulx, wen wundert das bei einer Schriftstellerin, forscht der Geschichte von Bird’s Cloud nach bis in die Phasen der frühesten Besiedlung durch steinzeitliche Sammler und Jäger, erzählt von den Indianern, die hier gelebt hatten, von frühen Viehzüchtern und den Auswirkungen der rücksichtslosen Ausbeutung durch Jäger, Rancher und andere Frühkapitalisten. Und sie erforscht auch gleich ihrer eigenen Familiengeschichte nach. Die Autorin stammt von damals wenig angesehenen Franko-Amerikanern ab, einfachen Menschen, die aus Frankreich eingewandert waren.

Fazit

Annie Proulx bezeichnet ihr Buch selbst als „Erinnerungen“, das ist richtig. Nicht eben sehr strukturiert, bilden Geschichten aus der Vergangeneheit Wyomings, der Familie Proulx, Geschichten von den Problemen, ein Bauherr zu sein und ein Haus nach eigenen Wünschen bauen zu wollen und Beobachtungen der grandiosen Natur und ihrer Tier- und Pflanzenwelt ein Konglomerat aus Einblicken, Einsichten und Erzählungen. Spannung fehlt, eine durchgängige Geschichte auch. Ein Haus in der Wildnis ist eher ein Buch, dass man jeden Abend vor dem Einschlafen lesen kann, Seite um Seite. Daraus kann man durchaus Vergnügen ziehen und mit schönen Bildern dann einschlafen.

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