Einstürzende Neubauten – Halber Mensch

Autorenwertung
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  • Songtexte
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  • Gesamt
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Halber Mensch

Einstürzende Neubauten. Potomak (Indigo) 2002, Audio CD, € 13,45

Rezension von: Zaiman | Rezensionsdatum:

– Halber Mensch

1. Halber Mensch  
2. Yü-Gung  
3. Trinklied  
4. Z.N.S.  
5. Seele brennt  
6. Sehnsucht (zitternd)  
7. Der Tod ist ein Dandy  
8. Letztes Biest (am Himmel)  
9. Sand  
10. Yü-Gung (Adrian Sherwood-Mix)  
11. Das Schaben

Halber Mensch, das Album

Mit der Halber Mensch haben 1985 die Einstürzenden Neubauten auch international den Durchbruch geschafft; vor allem in Japan waren die Neubauten sehr beliebt, so ergab sich auch recht groteskes Bild, dass die Band trotz ihres brachialen Klanges als Teeny-Idole zeigte und sogar als Poster neben Duran Duran sowie Spandau Ballet etliche Zimmerwände japanischer Teenager schmückte.

Eine weitere Verbindung zu Japan ist der gleichnamige Kunstfilm des japanischen Regisseurs Sogo Ishii, in dem sich die Neubauten selbst als Band inszenieren und viele Stücke des Albums auch visuelle ansprechend umsetzten.

Vergleicht man dieses Album mit den beiden Vorgängern Kollaps (1981) bzw. Die Zeichnungen Des Patienten O.T. (1983), so kann man feststellen, dass dieses das zugänglichste der drei ist. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Stücke nun endlich eine echte Songstruktur besitzen und nicht mehr so chaotisch zusammengewürfelt sind wie noch auf dem ersten Album. Was gleich geblieben ist, ist die endzeitliche Stimmung der Tracks, die Neubauten zelebrieren wieder den Untergang und diesmal rhythmischer und lyrischer als jemals zuvor. So berichtet ein Stück wie „Seele Brennt“ von Blixa Bargelds Drogenkonsum und „Trinklied“, wie könnt es anders sein, die Auswirkung geistiger Getränke. Eindrünglichstes Stück ist ohne Zweifel „Letztes Tier“, in dem Blixa Bargeld sein eigenen Sternbild, das Biest am Himmel, besingt. Für Leute, die zuvor noch nichts von den Neubauten gehört haben dürften Titel wie „Der Tod Ist Ein Dandy“ und sein Schwesterstück „Das Schaben“ nicht anderes als purer Krach sein, doch wer ganz genau hinhört, wird auch hier musikalische Strukturen finden.

Weitere Highlights sind „Z.N.S.“ und „Sand“, wobei letzteres eines der untypischten Neubautentracks überhaupt ist, singst hier Blixa Bargeld doch gleich mit sich selbst im Duett und auf Englisch, eine Angewohnheit, die er sich wohl bei seiner anderen Band den Bad Seeds angeeignet hat.

Dieses Re-release enhält neben dem original Album noch einen Remix von Yü-Gung, der aber nicht sonderlich auffällt und als nette Dreingabe verstanden werden kann.

Fazit

Halber Mensch gehört sicherlich zu den absoluten Neubauten-Klassikern überhaupt. Hier schafft es die Band ihren revolutionären, experimentellen Charakter zu bewahren und gleichzeigit auch zugänglicher zu wirken. Viele der Songs wie „Z.N.S.“, „Yü-Gung“ und „Letztes Biest“ sind bis heute Klassiker der Gruppe und gehören seit Jahren zum festen Live-Repertoire. Für Neubauten-Fans ein absolutes Muss und auch für Freunde interessanter, unkonventioneller Musik sehr zu empfehlen.

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