Einstürzende Neubauten – Strategien Gegen Architekturen (Strategies Against Architecture 1980-83)

Autorenwertung
  • Sound
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  • Hörspaß
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  • Songtexte
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  • Cover
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  • Gesamt
    3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne3.5 Sterne
Rezension von: Zaiman | Rezensionsdatum:

– Strategien Gegen Architekturen (Strategies Against Architecture 1980-83)

  1. Tanz Debil
  2. Schmerzen Hören
  3. Mikroben
  4. Krieg In Den Städten
  5. Zum Tier Machen
  6. Draußen Ist Feindlich
  7. Stahlversion
  8. Schwarz
  9. Negativ Nein
  10. Kalte Sterne
  11. Spaltung
  12. U-Haft Muzak
  13. Gestohlenes Band (ORF)
  14. Schwarz (Mutiert)

Strategien Gegen Architektur, die Erste

Die Neubauten haben die sogenannten Stragegien Gegen Architekturen-Reihe ins Leben gerufen, um dem interessierten Konsumenten ihrer Musik einen guten Eindruck über eine bestimmte Schaffensphase zu ermöglichen. Mittlerweile ist die Band im vierten Jahrzehnt ihrer Existenz angekommen und so ist es sehr eine sehr spannende Angelegenheit sich einmal näher mit dem absoluten Frühstadium dieser außergwöhnlichen Musikgruppe auseinanderzusetzen.

Diese erste Ausgabe der Strategien ist somit eng verknüpft mit dem rohen, sehr radikalen Sound der Neubauten, die damals sozusagen die Antithese zur Popmusik entwickelt haben. Statt eingängigen zugänglichen Melodien, finden sich hier dissonante Krachkaskaden, die auf Blixa Bargeld sehr expressives Geschrei treffen und somit alles niederreißen, was man gemeinhin unter Musik versteht. Für die Neubauten ist alles Musik, auch Krach, Lärm, Müll, Schrott. Wer zuvor nichts von den Neubauten mitbekommen hat, wird sich erstmal irritiert abwenden von dem hier gebotenen, gelingt es aber einem erst einmal hinter die Krachkullisen zu schauen, so offenbart sich bei näherer Betrachtung auch ein tiefergehendes Element. Schmerz, Sehnsucht, Leid sehr intensive Gefühle kommen da zum Ausdruck, wenn man nur genau hinhört.

Die Grundstimmung dieser Tracks ist aber im Allgemeinen sehr depressive und lebensfeindlich, hier wird der Untergang zelebriert, vor allem Lieder wie „Tanz Debil“, „Krieg In Den Städten“ und „Draußen ist Feindlich“ geben ein sehr misanthropisches Bild ab. Den Sound kann man schon als sehr chaotisch beschreiben, er driftet jedoch nie ins Beliebige ab, vielmehr experimentiert hier die Band meher noch als auch späteren Werken mit einfachen Soundstrukturen, die fast ausschließlich mit unkonventionellen Mitteln erzeugt werden. So gibt es neben einem mächtig scheppernden Stahlwerkzeug, auch eine große Anzahl anderer zweckentfremdeter Gegensände wie Hämmer, Stahlträger oder der Resonanzraum einer Autobahnbrücke.

Der Song „Kalte Sterne“ sticht insofern heraus, als dass er eine echte Songstruktur besitzt mit Melodie und „echten“ Instrumenten, jedoch genauso roh produziert ist wie die anderen Stücke und somit einen sehr morbiden Klang hat.

Fazit

Diese erste Ausgabe der Strategien-Reihe beleuchtet die frühen Jahre der Einstürzenden Neubauten, wo die Band auf sehr revolutionäre Art und Weise nach neue musikalische Ausdrucksmöglichkeiten gesucht hat. Hier gibt es den richtig urigen Neubauten-Lärm auf’s Ohr, der sanfte Gemüter wohl eher abschrecken wird, alljenen, die sich aber auf dieses spannende Experiment einlassen auch so einige faszinierende Einblicke in die doch sehr surreale Neubauten-Welt beschert.

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