Elf Minuten

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Elf Minuten. Roman

Maralde Meyer-Minnemann (Übersetzer). Diogenes 2003, Gebundene Ausgabe, 286 Seiten, € 19,90

Rezension von: Wolfi | Rezensionsdatum:

Elf Minuten von

Ein modernes Märchen über Liebe, Lust und Einsamkeit. Alles beginnt in einem kleinen Dorf  in Brasilien, fernab des lebendigen Großstadtgeschehens und der Dinge von denen die junge Stoffverkäuferin Maria träumt. Sie ist hübsch, abenteuerlustig und  insgeheim auf der Suche nach der großen Liebe. So beschließt sie der kleinen Dorfgemeinschaft den Rücken zu kehren und ihr Glück in Rio de Janeiro zu versuchen, möglicherweise auch nur um irgendwann als erfolgreiche Frau von Welt zurück in ihr Heimatdorf zu kommen und den Daheimgebliebenen ihre wahre Größe zu beweisen. Dieser große Schritt wirft bald seine Schatten, doch eine neue Perspektive eröffnet sich schnell. Maria gelangt  durch einen Zufall nach Genf, die nächste Etappe auf ihrem Weg zum erhofften Ruhm.  Die junge Frau verspricht sich eine lukrative Karriere als Sambatänzerin. Schnell wird jedoch klar, dass sich das Leben in dem fremden Land, dessen Sprache sie nicht spricht, weitaus schwieriger gestaltet als sie annimmt. Statt als erfolgreiche Tänzerin wacht sie als Prostituierte aus ihrem naiven Traum auf, ihre Lage beginnt ausweglos zu werden.  Doch  trotz aller Widrigkeiten beginnt sie Französisch zu lernen und sich ihrer Situation entgegenzustellen, ihr Tagebuch wird ihr zum Zufluchtsort.

Mit der Zeit beginnt sich wieder Alltag einzuschleichen, Liebe spielt für sie keine Rolle, mehr und mehr verfällt sie der Obsession. Was ihre Freier bekommen ist ihr Körper, ihre Seele bleibt von allem unberührt.  Aber eines Tages wird sie mit einem „speziellen Kunden“ konfrontiert. Jener Maler vermag etwas unglaubliches und ihre Grundpfeiler beginnen brüchig zu werden. Sie muss den angeeigneten Zynismus, der sie immer vor emotionalen Achterbahnfahrten bewahrt hatte, ablegen. Entgegen aller Regeln verliebt sie sich und gelangt dadurch an einen Punkt, an dem das körperliche Erleben zu etwas Spirituellem werden könnte. Nun muss sie sich erneut entscheiden, ob sie die Tür ins Unbekannte öffnet, hinter der sich möglicherweise etwas befindet, von dem sie überhaupt nicht geahnt hatte, dass es existiert oder ob sie ihren Vorurteilen treu bleibt.

Fazit

Der vorliegende Roman basiert zu einem Großteil auf einer wahren Lebensgeschichte, die der Autor zum Anlass genommen hat, um sich ein weiteres Mal mit einfachen Worten großen existenziellen Fragen zu widmen . Dabei bedient er sich jedoch nicht der landläufigen Klischees des gefallenen Mädchens oder dem Weg der armen Dorfschönheit zum Weltstar, was den Roman umso authentischer werden lässt. Ebenso wenig kann man „“ als pornographisches Schubladenbuch betrachten, das ausschließlich niedere Bedürfnisse erfüllt. Bereits mit seinem Debüt „Der Alchimist“, erreichte er ein breites Publikum, indem er  mit Hilfe seiner eigenen außergewöhnlichen Erfahrungen und einer spirituellen Lesart des Universums, bei der alles miteinander verbunden ist, gerade jene Aspekte anspricht, die unumgänglich jeden betreffen, sodass man sich selbst in den Protagonisten wiederzufinden vermag. Wer jedoch ein philosophisches Werk wissenschaftlichen Formats erwartet, wird enttäuscht sein. Paulo Coelho zeigt sich hier als Schriftsteller, der mit wenigen Worten Großes schafft, kein Lehrmeister moralischer Dogmen, sondern manchmal eher der „weise alte Mann“, der seine Geschichten erzählt.

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