Elizabeth und ihr Garten

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Elizabeth und ihr Garten

Adelheid Dormagen (Übersetzer). Insel Verlag 1990, Taschenbuch, 131 Seiten, € 3,00

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Elizabeth und ihr Garten

Auch wenn das schmale Buch als Roman firmiert, läßt sich über den Inhalt nur wenig sagen. Elizabeth von Arnim schreibt ein Tagebuch, beginnend im Mai, endend im Januar.

Es ist das Leben einer Frau von Stand, einer adligen, reichen Gutsbesitzersgattin im Preußen des 19. Jahrhunderts. Das Buch erschien 1898 und wurde ein Bestseller. Das liegt nicht daran, dass eine Frau, die von ihrer Stellung her zum Müßiggang verpflichtet ist, so viel zu erzählen hätte, es liegt daran, wie sie erzählt.

Mit spitzer Feder spießt sie die Damen und Herren der preußischen Provinz auf, legt amüsiert deren Eigenheiten und Überspanntheiten bloß, erzählt mit stillem Lächeln, was aus Menschen, die weder Aufgabe noch Sinn im Leben haben, so werden kann.

Man besucht sich, das wird für Elizabeth oft zur Strafe , wenn z.B. der wochenlange Aufenthalt einer Freundin die Freundesbande arg strapaziert. Man beschäftigt sich mit Kleidung, Aussehen, den Angestellten  und mit den Anordnungen, die für einen großen Haushalt mit viel Personal nötig sind und ähnlichen Dingen.

Dabei wäre Elizabeth so gern im Garten tätig, sie ist eine leidenschaftliche Gärtnerin, aber ihr Stand erlaubt ihr nur, Anweisungen zu geben, niemals selbst Hand anzulegen.

Eine der entlarvenden Stellen ist die, an der Elizabeth gesteht, heimlich, als alle schliefen und auch kein Dienstbote zu sehen war, blitzschnell einige Blumen zu säen, mit eigener Hand, in der Erde!

Trotzdem verwandelt sie den verwilderten Garten nach und nach in ein blühendes Paradies, etwas, dass ihren Mann, nur der Grimmige genannt, nicht sonderlich interessiert, höchstens der Preis der vielen Samen und Setzlinge. Aber Elizabeth setzt sich auch über männlichen Dünkel einfach hinweg.

Der Ton des Tagebuchs ist jedoch durchgehend heiter, sie versucht den Ausbruch aus Konventionen und der untergeordneten Stellung der Frau mit sehr viel respektlosem Humor und einer entlarvenden Art von Naivität.

Sie entdeckt die Natur, Freiheit und Lebendigkeit mit einem Schwung und positiver Anmutung, der an einen Frühjahrsputz erinnert. Elizabeth packt an. „Hätte Eva einen Spaten gehabt und etwas damit anfangen können, wäre die Geschichte mit Adam sicher anders ausgegangen.“

Und so, zuletzt, versucht es Elizabeth auch mit 30 Beeten Gemüse und lässt sich Kürbissamen aus England schicken, denn sie findet gekochte Gurken grauslig!

Die Autorin

Elizabeth Beauchamp wurde 1866 in Sydney geboren, sie starb 1941 in South Carolina, USA,  wuchs jedoch in England auf, wohin die Familie übersiedelte, als Elizabeth vier Jahre alt war.

1891 heiratete sie den preußischen Grafen Henning August von Arnim-Schlagenthin  und verbrachte ab 1896 mit ihren – zunächst 3 –  Kindern einige Jahre auf dem pommerschen Gut Nassenheide.

Hier entstand ihr erstes Buch Elizabeth und ihr Garten, dem noch 21 weitere folgten (und noch zwei Kinder). Nach derTrennung von ihrem Mann folgten unter anderem eine Affäre mit H.G.Wells und eine zweite Ehe mit dem Bruder des englischen Philosophen Bertrand Russell.

Fazit

Ein amüsantes Buch, nicht nur für Gartenliebhaber. Man erhält einen erhellenden Einblick in eine längst vergangene Zeit und Gesellschaft, über die es viele Vorurteile gibt, auf der aber immer noch vieles unserer heutigen Zeit fußt.

Und ganz abgesehen davon macht es Spaß dieses Buch zu lesen, ich habe während einer langen Bahnfahrt kaum einen Blick nach draußen geworfen, obwohl es am Rhein entlang ging.

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