Ernst Jandl: Der Mann

Autorenwertung
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  • Zeichnungen
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  • Kreativität
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  • Nutzen
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  • Gesamt
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Männer. Ein Film

Ernst Jandl (Illustrator). Eremiten-Presse 1973, Broschiert, 40 Seiten, € 8,00

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Die Männer

Der Autor

Jandl ist Jahrgang 1925. Er wurde in Wien geboren. Nach seinem Studium der Anglistik und Germanistik ist er ab 1949 im Schuldienst tätig. Seit 1952 veröffentlichte er eigene Texte. Die Freundschaft zu und literarische Zusammenarbeit mit Friederike Mayröcker reicht bis ins Jahr 1954 zurück. Jandl stibt im Jahre 2000 in seiner Heimatstadt Wien. Er ist der experimentellen Lyrik zuzurechnen.

Die eigentliche Buchbesprechung

Dieses Buch ist schon reichlich ungewöhnlich. Es fängt schon mit seiner Beschaffenheit an. Bei normalen Büchern ist jedens Blatt auf jeweils der Vorder- und Rückseite bedruckt, so daß sich jeweils 2 Seiten ergeben. Hier ist es anders. Hier sind jeweils 2 Blatt Papier zwar auf dem Buchrücken befestigt.

Auf der Buchaußenseite ist das Papier aber nicht geschnitten, sondern aneinander befestigt. An der oberen und unteren Seitenkante sind die beiden Blätter getrennt. Jeweils nur Vorderseite und Rückseite dieser Doppelseite sind bedruckt. Bei anderen Büchern habe ich eine solche Vorgehensweise noch nicht entdeckt.

Das Buch enthält zweierlei. Zum einen sind da simple, einfache Zeichnungen des Autoren. Außerdem sind Texte in dem Buch enthalten. Nein, nicht etwa Gedichte und Lyrik. Die Texte können ein Drehbuch für einen erotischen Film, quasi als Regieanweisung für Schauspieler und Kameramann. Sexs sells. Sex hilft beim Verkauf. In der Werbung ist dies eine Binsenweisheit.

Inhaltlich könnte dieses Buch durchaus in eine pornographische  Ecke gestellt werden, ohne daß meine persönliche, individuelle Phantasie angeregt wird. Ich habe daher nicht weiter kontrolliert, ob dieses Buch ein reines Phantasieprodukt darstellt oder Grundlage eines tatsächlich existierenden Films ist.

Eine Einordnung

Ende der `60er Jahre / Anfang der `70er Jahre ist die Zeit der Sexuellen Revolution. Leute wie Oswald Kolle informieren über das Liebesleben des Menschen.

Davon ist hier nichts zu spüren. Auf pseudo-künstlerische Art und Weise nähert sich Jandl der Sexualität der Frau und thematisiert dabei beispielsweise die lesbische Liebe und den Orgasmus.

Um ein Mißverständnis zu vermeiden: Hier geht es nicht um verwerfliche Sexualität. Ich finde das Buch, das ich gerade beschreibe, in der Stadtbücherei, also einer öffentlichen und allgemein zugänglichen Einrichtung, in der das Buch in der Lyrikecke steht und frei verfügbar ist. Jugendfrei ist das Buch schon.

Der Verlag

Die Eremitenpresse (später auch Eremiten-Presse) war ein bibliophil orientierter Buchverlag.

1949 begann Victor Otto Stomps ohne finanzielle Absicherung, Bücher von weitgehend unbekannten Autoren zu drucken. War der Verlag zunächst in Frankfurt am Main angesiedelt, zog er 1954 nach Stierstadt, einer unbekannten Kleinstadt im Taunus.

Ab 1966 wurden Dieter Hülsmanns und Friedolin Reske gleichberechtigte Teilhaber. Im Jahr darauf verließ Stomps den Verlag. Er ging nach Berlin, wo er bereits von 1926 bis 1937 einen Kleinverlag, die Rabenpresse, geführt hatte.  Stomps gründete die Neue Rabenpresse.

1972 zog die Eremiten-Presse von Stierstadt nach Düsseldorf um. Im Mai 1981 starb Dieter Hülsmanns. Anfang 1983 wurde  Jens Olsson Mitinhaber.  2010 stellte die Eremiten-Presse die Publikationstätigkeit ein.

Fazit

Jandl greift hier sicherlich den damaligen Zeitgeschmack auf. Ich bin mir persönlich allerdings nicht sicher, was die Zielsetzung dieses konkreten Buches ist. Die Auseinandersetzung mit diesem Zeitgeist?

Oder reitet Jandl hier einfach nur unkritisch auf der Aufklärungswelle mit und versucht, mit ihr Geld zu machen? Da es keinen erklärenden Text (weder von Jandl selbst oder einer anderen Person) gibt, neige ich persönlich eher zu dem zweiten Ansatz.

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