Felicity Gallant und Das Auge des Sturms

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Felicity Gallant und Das Auge des Sturms

Zero Werbeagentur GmbH (Illustrator). Dressler 2012, Gebundene Ausgabe, 320 Seiten, € 6,79

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Melanie Welsh: Felicity Gallant und Das Auge des Sturms

Starkes Debüt
Einen besseren Einstieg in eine Abenteuergeschichte kann man sich kaum vorstellen. Denn wie viele Kinder und Jugendliche kennen nicht das Problem von Felicity Gallant? In ihrem leicht verruchten Hafenstädtchen Wellow an den Küsten Albions ist wenig bis gar nix los und Felicity obendrein eine waschechte Außenseiterin in ihrer Schulklasse. Was ihr bleibt, ist das Eintauchen in fremde Welten mittels Büchern in der ortseigenen Bibliothek. Und genau dort kommt es zu der so unverhofften, dennoch ganz einfachen und für alle jungen Leser so gewünschten Lebensverwandlung.

Ein mysteriöser Fremder (ausgerechnet farbig – nun, sei es drum) stiehlt sich nämlich ganz unverhohlen ein Buch aus dem Regal, während die junge Protagonistin ihn dabei beobachtet. Später wird ihr klar, dass dies genau so beabsichtigt gewesen ist, denn als sie ihn verfolgt und auf der Straße stellt, übergibt ihr der Fremde das Buch sowie eine Holzkugel. Dann verlässt er die Szene höchst publikumswirksam mit dem nebulösen Satz, Die Sturmwolke wird kommen.

Nun ist es für Felicity gar nicht so schwierig zu erahnen, um was es sich handelt. Denn die Sturmwolke ist das legendäre Räuberschiff einer Piratenorganisation (Gentry), deren Anführer seinerzeit ausgerechnet Felicitys Großvater war. So vollzieht sich nahtlos und flüssig der Handlungsbogen, indem es um die Lösung der eigenen Familientradition, der Sturmwolke und dem damit im engen Zusammenhang stehenden Element des Wassers geht.

Zahlreiche Charaktere erhöhen die Flüssigkeit dieses soliden Jugendbuches. Neben dem klassischen Mauerblümchen, das zur Heldin wird, attestieren der rothaarige Henry, die kluge Martha und der treue Jeb und unterstützen Felicity dabei  den Unbill ihrer eigenen Großmutter auszuhalten, die den dämonischen Part in der Charakterisierung übernimmt. Ist sie vielleicht sogar die Hüterin des Windes, jene bösartige Legende, die in der Dorf- und Familiengeschichte eine nicht unerhebliche Rolle spielt?

Neben dem zarten, im Gegensatz zu vielen anderen Werken des gleichen Genres selten dick aufgetragenem Plot, den einfachen, aber glaubwürdigen Personen und der faszinierenden, ebenso glaubwürdigen Geschichte, begeistert das Buch mit einer guten Übersicht, angenehmen Zeilenabstand und einer Kapiteleinteilung nach Jahreszeiten – 314 Seiten ohne Langeweile.

Melanie Welsh hinterlässt mit diesem Auftaktwerk eine richtige Duftmarke, denn weitere Bände sollen folgen und – bleibt die Qualität so hoch – dürfen es auch gerne. Der Schreibstil ist äußerst flüssig, das Layout ansprechend, das Gesamtpaket überzeugend.

Fazit:
Sich in dem Jugendbuchsektor noch eine Lücke zu ergattern, schaffen nicht viele. Welshs Geheimrezept ist eine Mischung aus Moby Dick und Miss Doolittle. Realitätsbezogene Phantasie gepaart mit klugen Hinweisen und didaktischen Kniffen (hier vor allem: Was und wie funktioniert das Segeln) – grundlegend zubereitet mit einer Fülle von Empathie und Einfühlungsvermögen. Sehr empfehlenswert

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