Fleckenteufel

Autorenwertung
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  • Geschichte
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  • Aufmachung
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  • Satire
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  • Gesamt
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Fleckenteufel

Heinz Strunk. Rowohlt Taschenbuch Verlag 2009, Taschenbuch, 224 Seiten, € 9,90

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Fleckenteufel von

Inhalt
Thorsten Bruhns ist 16 Jahre alt und hat vor allem mit zwei Problemen zu kämpfen: Einem ständigen Samenstau, wie er wohl bei Jungen in diesem Alter häufig vorkommt und einem Problem, welches wohl weniger verbreitet sein dürfte: Thorsten leidet unter ständigem Durchfall und macht sich deshalb große Sorgen um seine Verdauung und seinen Darm. In „Fleckenteufel“ verschlägt es diesen Thorsten Bruhn gemeinsam mit einigen anderen Jugendlichen und Ehepaaren im zumeist fortgeschrittenen Alter nach Scharbeutz, ein Provinznest im Norden Deutschlands, wo die bunt gemischte Reisegruppe einer christlichen Gemeindefreizeit beiwohnt.

Auf dieser Gemeindefreizeit geht es allerdings nicht besonders christlich zu, und neben den ständigen Beschreibungen seiner Verdauungs- und Sexualitätsprobleme finden sich in „Fleckenteufel“ vor allem Anspielungen auf die Eigenheiten der Freizeitteilnehmer und der Ich-Erzähler in Gestalt von Thorsten nimmt auch bei der Porträtierung der anderen Freizeitteilnehmer kein Blatt vor den Mund. Von einem „Blockwart von eigenen Gnaden“ ist da die Rede, und ein merkwürdiger Junge, der ständig mit viel zu viel Salz sein Essen „würzt“ bzw. eigentlich schon verdirbt, wird von Thorsten als jemand charakterisiert, der es nicht nur bei der Freizeit, sondern auch sonst im Leben „noch ganz schwer“ haben wird.

Eine Parodie auf „Feuchtgebiete“ und eine Abrechnung mit der „neuen Körperlichkeit“ – ein Fäkalroman der gehobenen Klasse

Mit seinen beiden Romanen „Fleisch ist mein Gemüse“ und „Die Zunge Europas“ wurde Heinz Strunk deutschlandweit bekannt, „Fleisch ist mein Gemüse“ wurde indes auch bereits verfilmt. „Fleckenteufel“ ist nun der dritte Roman von Heinz Strunk, der in relativ kurzem Zeitabstand zu den beiden Vorgängerromanen veröffentlicht wurde. Dass dies jedoch wohl weniger auf die „Schreibwut“ Strunks als vielmehr auf die sorgfältigen Verkaufsüberlegungen des Verlags zurückzuführen sein dürfte, wird relativ schnell klar.

So erinnert bereits das Cover von „Fleckenteufel“ sehr an Charlotte Roches vieldiskutierten Roman „Feuchtgebiete“, und spätestens beim Lesen des Klappentexts von „Fleckenteufel“ wird dann auch deutlich, dass es sich bei diesem Roman in erster Linie um eine Parodie bzw. um eine Satire auf „Feuchtgebiete“ handelt, insofern lässt sich Strunks neuestes Werk wohl in gewisser Weise auch als rücksichtslose Abrechnung mit der im Zusammenhang mit „Feuchtgebiete“ oft genannten „neuen Körperlichkeit“ begreifen. „Fleckenteufel“ ist indes wahrlich nichts für Zartbesaitete, denn was Strunk dort mitunter seitenweise beschreibt und „seziert“, überschreitet nicht selten die Grenze des „guten Geschmacks“, jedoch sind die Gedanken und Beschreibungen des Ich-Erzählers Thorsten immer amüsant zu lesen, wenn man bei der Lektüre eines Romans keinen allzu großen Wert auf Anspruch oder die „guten Sitten“ legt.

Fazit
„Fleckenteufel“ ist sicher kein Werk, welches als „Klassiker der Weltliteratur“ in die Geschichte eingehen wird. Allerdings ist dies aber auch gar nicht der Anspruch des Werks, denn der Roman ist eine Erzählung, die absolut in das aktuelle Zeitgeschehen passt, doch in einigen Jahren wird man über diesen Roman wohl kaum noch reden, was jedoch in gleichem Maße sicher auch auf „Feuchtgebiete“ zutrifft. „Fleckenteufel“ ist somit ein kurzweiliges Lesevergnügen, was sich allerdings nur für solche Leser eignet, die mit derber Sprache und teilweise durchaus ekelhaften Passagen keine Probleme haben.

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