Flucht aus Lager 14

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Flucht aus Lager 14

Udo Rennert (Übersetzer). Deutsche Verlagsanstalt 2012, Gebundene Ausgabe, 256 Seiten, € 19,99

Rezension von: Registano | Rezensionsdatum:

Kein Land der Erde ist so abgeschottet wie Nordkorea. Was man über diese Land weiß, ist so faszinierend wie schrecklich. Im Grunde ist diese Nation stalinistisch und somit eine schreckliche Erinnerung an die Vergangenheit. Die Bevölkerung lebt in Armut und Hunger unter einem Personenkult. Nordkorea wird nur noch durch Hilfen aus dem Ausland am Leben erhalten, droht jedoch als „Dank“ immer wieder mit Krieg und Atomwaffen. Vielleicht wird es unter dem neuen jungen Führer Kim Jong Un besser als unter dessen Vater und Großvater. Aber nur weil der junge, etwas pummelige Mann auf Fotos lächelt, heißt es nicht, dass es seinem Volk bald besser geht. Auch wenn dieses glauben soll, dass es im schönsten Land der Erde lebt und dass die ganze Welt neidisch auf Nordkorea blickt. Ein ganzes Land ist wie eine Sekte. Inklusive der Tatsche, dass es den Sektenführern gut geht, denn sie leben in Reichtum. So manch Buch wurde über dieses Thema bereits geschrieben. Empfehlenswert ist beispielsweise „Die Kinogänger von Chongjing“ von Barbara Demick.

Einen anderen Blickwinkel hatte . Der Journalist hat mit „Flucht aus Lager 14“ einen Bericht in Buchform veröffentlicht, der erschüttert. Bereits der Untertitel dieses Spiegel-Buchs sagt alles: „Die Geschichte des Shin Dong-hyuk, der im nordkoreanischen Gulag geboren wurde und entkam.“

Ja, es gibt Straflager in Nordkorea, in die Menschen wegen kleinster Kleinigkeiten abgeschoben werden. Dass ein entfernter Verwandter das Land verlässt, reicht, um die Angehörigen hinter Gitter zu bringen, was von offizieller Seite natürlich bestritten wird. Es mag harte Lager geben. Und härtere. So wie Lager 14. In diesem wurde ein Mann geboren, dem die Flucht gelang. Er wusste nichts von der Außenwelt, ja nicht einmal von der Gottgleichheit der Kim-Familie. Er kannte auch keine Liebe. Sein Leben war geprägt von Strafe, Schlägen und Denunziation. Er arbeitete wie alle anderen Kinder und Erwachsenen tagaus und tagein, hatte selten genügend zu Essen und lebte in einem Normalzustand aus Angst, Hunger und Tod. Seine eigene Mutter hat er denunziert. Sie wurde vor seinen Augen hingerichtet. Er kannte es nicht anders, hielt dieses Leben für normal. Dass ihm die Flucht gelang, obwohl er mehr als 20 Jahre nicht einmal die Möglichkeit bedacht hatte, ist vielen Zufällen und auch Glück zu verdanken. Denn allem Anschein nach gelang niemals zuvor einem Häftling (die Familie von Shin musste in das Lager, weil ein Onkel nach Südkorea flüchtete) die Flucht aus Lager 14 und nach Südkorea.

Fazit:

Es ist so interessant wie erschütternd dieses Buch zu lesen. Unglaublich was Menschen anderen Menschen antun. Unvorstellbar, wie es dem Protagonisten bei dieser Vergangenheit überhaupt gelingen soll, ein einigermaßen normales Leben zu führen.

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