Friedhof der Kuscheltiere

Autorenwertung
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  • Gesamt
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Friedhof der Kuscheltiere

Christel Wiemken (Übersetzer). Heyne Verlag 2011, Taschenbuch, 608 Seiten, € 9,99

Rezension von: Evi | Rezensionsdatum:

Friedhof der Kuscheltiere von

Inhalt

Den jungen Arzt Louis Creed zieht es mit seiner Familie ins beschauliche Ludlow. Das gemütliche Haus und die ruhige Gegend scheinen ideal für Louis, seine Ehefrau, Tochter Ellie, Nesthäkchen Gage und Familienkater Church zu sein. Die Nachbarn sind das pensionierte Ehepaar Judd und Norma Crandall. Anfangs fürchtet Louis, dass die beiden aus Einsamkeit vielleicht lästig werden könnten, doch das Gegenteil ist der Fall – die Creeds verstehen sich blendend mit dem netten Ehepaar und Louis sieht in dem ruhigen, intelligenten Judd bald gar eine Art Vaterfigur.

Der alte Judd erzählt den Creeds viel über den Ort und zeigt ihnen auch den versteckten Pfad zu einem Tierfriedhof. Hier begraben die Einwohner von Ludlow seit Generationen ihre Haustiere. Kurz darauf geschieht etwas Schreckliches: Als Louis für einige Tage allein zuhause ist, gerät Kater Church unter die Räder, Louis kann ihm nicht mehr helfen. Besonders schlimm ist für ihn der Gedanke an seine Tochter Ellie, die Church über alles liebt. Er macht sich Vorwürfe, weil er den Unfall nicht verhindern konnte und fürchtet sich vor der Reaktion seiner sensiblen Tochter.

Judd Crandall gibt dem verzweifelten Louis schließlich einen Rat. Der Waldpfad führt nicht nur zum bekannten Tierfriedhof, sondern auch zu einer uralten indianischen Begräbnisstätte. Wenn ein Tier in dieser Erde begraben wird, kehrt es wenig später von den Toten zurück. Judd hat selbst als Junge seinen geliebten Hund hier begraben und erlebt, wie er zurückkehrte. Church wird hier beerdigt – und kommt wie angekündigt zu Louis zurück. Louis ist erst glücklich über diese grausige wie mächtige Kraft, aber der Kater hat sich verändert. Church ist nicht mehr so anhänglich, riecht ständig nach Erde und wirkt teilnahmslos – das ist der Preis, den man laut Judd in Kauf nehmen muss. Niemals, so macht der Nachbar Louis klar, darf ein Mensch in dieser Erde begraben werden. Bald aber erschüttert die Creeds ein schwerer Schicksalsschlag – und Louis wird in seiner Verzweiflung gegen Judds Rat verstoßen …

Die Idylle des Grauens

Unter den zahlreichen Romanen, die Erfolgsautor Stephen King in den vergangenen Jahrzehnten verfasst hat, ist es nicht leicht, die absoluten Highlights auszumachen – „Friedhof der Kuscheltiere“ gehört aber eindeutig dazu. Das Werk ist sehr viel mehr als ein bloßer Zombieroman. Dafür sorgen zum einem die ausgefeilten Charaktere, mit denen der Leser von Anfang bis Ende mitfiebert. King zeichnet das Bild einer unauffälligen sympathischen Familie, in der man sich leicht selbst wiederfindet, keine übertriebene Bilderbuchidylle, aber recht glückliche, harmonische Menschen. Das gilt auch für das Ehepaar Judd, die schon nach wenigen Seiten so vertraut wirken, als sein sie die eigenen Nachbarn. Die Verzweiflung, als eine der Figuren stirbt, ist spürbar und trifft den Leser mitten ins Herz – und umso nachvollziehbarer ist Louis handeln, nun doch wider ungeachtet der dramatischen Folgen einen Menschen auf dem Micmac-Friedhof zu begraben.

Eine weitere Stärke, die Stephen King hier ausspielt, ist die Unberechenbarkeit. Manche seiner Romane enden in einer Katastrophe, andere zumindest ansatzweise hoffnungsvoll, wieder andere vergleichsweise harmlos. Er scheut nicht davor zurück, auch Hauptfiguren sterben zu lassen, sodass man sich bis zum Schluss nicht sicher sein kann, wer von den liebgewonnene Figuren alles sein Leben lassen muss. Natürlich ahnt man schon ein bisschen, was passieren wird, nachdem ein Charakter verstorben ist, aber das tut der Spannung keinen Abbruch.

Fazit

Ein von Anfang bis Ende fesselnder Roman, den sich kein Horrorfan entgehen lassen sollte. Aus einer anfänglichen Idylle entwickelt sich ganz allmählich ein grauenhaftes Szenario mit überzeugenden Charakteren, dem sich der Leser nicht mehr entziehen kann.

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