Friedrich Heyer: Religion ohne Kirche

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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Religion ohne Kirche Die Bewegung der Freireligiösen Ein Handbuch;
Das Buch ist im Jahre 1977 im Stuttgart erschienen; es ist eine Publikation der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen. Das Werk ist 263 Seiten dick.

Die Inhaltsangabe

Religiöse Bewegungen außerhalb der traditionellen christlichen Kirchen gibt es schon lange. Die Freireligiösen haben sich seit dem Revolutionsjahr 1848 zu „einer zwar zahlenmäßig kleinen, aber vielschichtigen und eigenständigen Bewegung neben der Kirche entwickelt“, wie es die Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel beschreibt. Die geistigen und theologischen Wurzeln liegen sowohl in der evangelischen wie katholischen Kirche; offizielle Kontakte gibt es allerdings keine.

Über den Autoren

Friedrich Heyer wurde am 24. Januar 1908 in Darmstadt geboren. Nach einem Studium der evangelischen Theologie in Tübingen, Gießen und Göttingen, wurde Heyer 1932 Schlossprediger und Prinzenerzieher in Niederösterreich. Er war von 1926 bis 1952 Mitglied der Akademischen Verbindung Igel zu Tübingen. Von 1934 bis 1954 wirkte er als Evangelischer Pfarrer in Schleswig und wurde 1964 Professor für Konfessionskunde an der Universität Heidelberg, wo er bis ins hohe Alter von 90 Jahren lehrte. Heyer starb am 10. April in Schleswig.

Die Buchbesprechung

Inhaltlich ist da Buch zweigeteilt. Im überwiegenden Teil wird die geistig – theologische Orientierung der Freireligiösen beschrieben. In einem kleineren Teil geht das Buch dann auf Gruppen wie die Monisten, die Deutschen Unitarier, die Humanistische Union, aber auch die exotisch, eher nationalistisch orientierte Deutschgläubige Gruppe um Mathilde Ludendorff ein. Noch nie von ihnen gehört? Zumindest die Humanistische Union und die Deutschen Unitarier existieren zwar heute noch; bei den Deutschgläubigen sind doch einige Zweifel daran erlaubt. Ob die Gruppen tatsächlich in der Berichterstattung der gängigen Medien (Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen) auftauchen, sei einmal dahingestellt.

Das Buch ist einerseits eine Einführung in die Gedankenwelt der freireligiösen Bewegung. Hier werden Bewegungen vorgestellt, die in der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Dies geschieht aber – andererseits – auf eine Art und Weise, die sich zwar um leichte Verständlichkeit bemüht, dabei aber nicht umhin kommt, geisteswissenschaftliche Begriffe zu verwenden. Was soll mit dieser Formulierung ausgedrückt werden? Was auf den ersten Blick leicht verständlich geschrieben aussieht, ist bei genauerem Hinsehen dann doch etwas anspruchsvoller. Es tauchen viele Fachbegriffe auf, die – Interesse vorausgesetzt – dann zur Weiterbeschäftigung im Selbststudium auffordern. Nihilismus. Individualismus. Anthropologie. Allein schon diese zufällig ausgewählten Begriffe zeigen das Niveau, auf dem sich das Buch bewegt.

Ein Kompliment kann man dem Autoren machen. Das Buch ist auf jeden Fall gut und gründlich recherchiert. Der literaturwissenschaftliche Ansatz kommt in den vielen Zitaten aus Predigten, Büchern und anderen Quellen sichtbar zu Tage.

Das Buch ist leider nur eine reine Bleiwüste. Leider wird keiner der führenden Köpfe der freireligiösen Bewegung näher vorgestellt, weder mittels Biographie noch mit Hilfe einer Porträtzeichnung. Ein wenig bedauerlich ist das schon. Die eine oder andere ergänzende Illustration hätte das Buch schon besser lesbar gestaltet.

Das Fazit

Das Buch ist für Leser geeignet, die sich für geisteswissenschaftliche Themen interessieren.

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