Fritz Sänger: Deutscher Bundestag

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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Die Volksvertretung Handbuch des Deutschen Bundestages; Neue Darmstädter Verlagsanstalt Rheinbreitbach 1985; 438 Seiten

Der 1.Deutsche Bundestag wurde 1949 gewählt. Sänger greift die Tradition der Handbücher über den Reichstag wieder auf; sein Handbuch sollte aber das erste und einzige für die 1. Wahlperiode bleiben. Das Amtliche Handbuch des Deutschen Bundestages und der Kürschner, der 1933 verboten worden war, sollten erst zur 2. Wahlperiode 1953 wieder erscheinen.

Das vorliegende Buch ist quasi eine Neuauflage; der rheinische Verlag hat sich dafür alle erforderlichen Rechte gesichert.

In einem ersten Teil veröffentlicht das Buch Grundgesetz, Besatzungsstatut und die Geschäftsordnung des Bundestages. Im zweiten Teil folgen die biographischen Angaben der damaligen Bundestagsabgeordneten. Ihre Schwarzweißfotos folgen im dritten und letzten Teil. Interessanterweise sind dort auch die Gesichter der Bundesratsmitglieder in einem eigenen Abschnitt zu sehen. Leider ist nicht vermerkt, welches Bundesland sie vertreten. Die Bundesregierung wird leider nicht gesondert vorgestellt.

Das Buch ist ein interessantes historisches Dokument. Es beschreibt die ersten demokratischen Gehversuchte der jungen westdeutschen Bundesrepublik.

Das Buch ist noch nicht so genau gegliedert wie die späteren Kürschners. Thematische Blöcke wie die Wahlergebnisse, Zusammensetzung der Ausschüsse oder statistische Angaben über die Bundestagsabgeordneten fehlen völlig. An dieser Stelle ist deutlich zu merken, daß Sänger ein Einzelkämpfer ist, dem viele technische Hilfsmittel (wie der Kollege Computer von heute) noch unbekannt sind.

Ob das damals als Mangel empfunden worden ist? Keine Ahnung; es ist aber auch egal. Ein Kompliment kann man Sänger auf jeden Fall machen. Er hat sich mit diesem Volkshandbuch sehr viel Mühe gemacht. Allein schon die vielen Fotos müssen einen erheblichen Arbeitsaufwand bedeutet haben. Woran es lag, daß es nur eine Auflage gab, die nicht weitergeführt wurde, ist dem Buch leider nicht zu entnehmen.

Gibt es vergleichbare Bücher auch für Österreich? Hatten die Machthaber in der DDR und im Dritten Reich etwas zu verbergen und die Herausgabe eines vergleichbaren Buches verhindert? Ein Gedanke zur ersten Frage: In Deutschland gibt es die Volkshandbücher sowohl für den Bundestag wie auch für verschiedene Landtage. Es wäre schon schön, wenn es solche Publikationen auch in anderen (deutschsprachigen) Ländern geben würde.

Wer sich für historische und politische Themen begeistern kann, hält mit diesem Buch auf jeden Fall interessante Literatur in den Händen.

Das Fazit

Die Neue Darmstädter Verlagsanstalt ist heute als Herausgeber von Parlamentsliteratur fest auf dem Buchmarkt etabliert. Zu der Zeit, als Sänger herausgabt, ist der Verlag noch sehr jung, gerade einmal gegrndet worden. Er schließt mit diesem Buch eine Lücke in seinem Verlagsprogramm. Wie aber schon gesagt: Politisch und geschichtlich interessierte Leser halten mit diesem Buch ein Zeitdokument in den Händen, in dem die Gründungsgeschichte der Bundesrepublik noch einmal lebendig wird.

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