Geo Epoche: Der Zweite Weltkrieg in Bild und Ton

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GEO-EPOCHE

Michael Schaper (Redakteur). Gruner + Jahr 2010, Taschenbuch, 173 Seiten, € 12,00

Rezension von: rakoushan | Rezensionsdatum:

GEO Epoche – Das Magazin für Geschichte

Der Teil 1&2 mit DVD

Verlag: Gruner + Jahr AG & Co., Druck- und Verlagshaus; Auflage: 1., Aufl. (11. August 2010)

Ausgabe Nr. 43 „Der Zweite Weltkrieg. Teil 1: 1939-1942“ und Nr. 44 „Der Zweite Weltkrieg. Teil 2: 1943-1945“, jeweils ca 170 Seiten

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges durfte jeder Soldat auf Kosten der Regierung ein Telefongespräch führen. Seine Verwandtschaft hatte allerdings schon die Nachricht von seinem Tod erfahren, umso überraschter waren sie, als er jetzt plötzlich anrief. Erst fiel seine Mutter in Ohnmacht, dann seine Tante und schließlich noch seine Schwester, erzählt Glenn Frazier, ein Marine aus Alabama, der in der Hölle von Okinawa gekämpft hatte, in der Dokumentation „The War“ von Ken Burns , die dem GEO-Epoche Heft Teil 2 beigefügt ist. Als die Stille am Ende der anderen Leitung endlich von der Stimme seines Vaters gebrochen wurde, reagierte dieser sehr erfreut auf den Anruf seines Sohnes, doch beklagte er sich lakonisch über die drei ohnmächtigen toten Frauen um ihn herum. Wer nachdem er so viel erlebt hat, immer noch so viel Humor aufbringt, seine Geschichte auf diese Weise zu erzählen, verfügt über wahrliche Größe, aber es war wohl nicht nur für ihn, Glenn Frazier, der schönste Tag seines Lebens, der Tag an dem der Krieg endlich vorbei war.

Die DVD

Während in Europa schon seit dem 8. Mai der Krieg für beendet erklärt worden war, weigerte sich die japanische Regierung und der Tenno, die von den Alliierten geforderte bedingungslose Kapitulation zu akzeptieren. Die Japaner kämpften noch bis in den August weiter und wollten auch nach dem Bombenabwurf von noch weiterkämpfen. 40.000 Menschenleben wurden dabei in den 43 Sekunden der Detonation ausgelöscht, weitere 100.000 starben in den Tagen darauf und noch einmal 100.000 an den Folgen von Radioaktivität, sogar noch 50 Jahre danach konnte diese festgestellt werden. Als Japan weiterkämpfen wollte erklärte endlich auch die Japan den Krieg, doch auch dies brachte immer noch nicht den gewünschten Erfolg. brachte schließlich das erhoffte Ende des langen Krieges, der schon zu viele Menschenleben gefordert hatte.

Die beiden Zeitschriften Teil 1 & 2

Eindrucksvolle Bilder bietet das GEO Epoche Heft aber nicht nur auf DVD, sondern auch auf seinen Seiten, die den Zweiten Weltkrieg, den schrecklichsten aller Kriege, von verschiedenen Seiten beleuchten. Zur Sprache kommt etwa in Heft 1 der Überfall auf  Polen und Norwegen 1940, das Deutschland vor allem wegen seines Erzes brauchte. Am 10. Mai 1940 begannen deutsche Panzerdivisionen auch den Angriff auf Frankreich,  innerhalb weniger Tage trieben Hitlers Truppen Hunderttausende alliierter Soldaten an der nordfranzösischen Küste in die Enge und begannen nun den Luftkrieg gegen den letzten verbliebenen Gegner, Großbritannien.  Im Juni 1940 kam Adolf seinem Gesamtsieg so nahe wie nie mehr danach.

Ein weiteres Kapitel in GEO-Epoche beschäftigt sich mit Paris, „der Stadt, die sich nicht wehrte“. Am 14. Juni 1940 marschierte die Wehrmacht in Paris ein, wo sich viele Bürger mit den Besatzern arrangierten. Sie führten mitten im Krieg ein bizarr normales Leben, das der Reporter André Zucca in seinen Farbfotos festhält. Nur wenige Franzosen begehrten schon früh gegen die Okkupation auf, dann dafür aber umso erfolgreicher wie die Geschichte der Resistance zeigt. Doch auch auf hoher See wurde gekämpft, wie GEO von der Bismarck zu berichten weiß: im Mai 1941 schickten die Deutschen ihr größtes Schlachtschiff in den Nordatlantik, um alliierte Versorgungskonvois zu zerstören, die „Bismarck“ wird aber bald selbst zur Gejagten. Schließlich überfiellen am 22. April 1941 Hitlers Truppen, gut drei Millionen Soldaten, die Sowjetunion. Dieser Feldzug forderte mehr Opfer als jeder andere in der Geschichte und in seinem Verlauf begingen die deutschen Truppen systematisch Kriegsverbrechen, von denen man heute noch spricht. Während des Krieges spielte jeden Abend der Soldatensender Belgrad ein ganz bestimmtes Lied, das Freund und Feind beinahe gleich ergriff: „Lilli Marleen“. Der Schlager drückte aus, was viele Soldaten fühlten: Abschiedsschmerz und die Hoffnung, nach Hause zurückzukehren. Rainer Werner Fassbinder drehte übrigens einen beachteten Film mit eben diesem Titel darüber.

Fazit

Die beiden Hefte mit DVD geben einen guten und anschaulichen Überblick über die Thematik und versuchen auch den neuesten Stand der Forschung zu berücksichtigen. Das Thema wird von den verschiedensten Gesichtswinkeln behandelt und eignet sich so vor allem, um sich wichtige Informationen zu verschaffen, die man dann mit der angegebenen Fachlektüre noch vertiefen kann. Viele Hintergründe und neuwertige Erkenntnisse werden angesprochen und das Thema so spannend aufbereitet, dass man gerne noch mehr darüber erfahren möchte, auch wenn das meiste natürlich von GEO zweifellos gesagt wird.

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