Goofy: Der Beste Freund

Autorenwertung
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  • Zeichnungen
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  • Unterhaltung
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  • Gesamt
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Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

Maus-Edition 02: Der Beste Freund

Der Hund, der beste Partner der Mäuse

Hijack ist nicht der Kultausdruck für eine Wrestlingshow oder eine neue Jugendmarotte, sondern in Wörtern verschriftlicht das vielleicht bekannteste und absurdeste Lachen der Welt.

Sein Träger hört auf den so schönen Namen , den man in Deutschland mit eben nur jenem Superstar der Comicwelt verbindet. Im angloamerikanischen Sprachgebrauch ist der Name Programm, könnte man in etwa mit Dödel oder Trottel übersetzen, doch ohne allzu negative Konnotationen.

Goofy ist eben ein bisschen langsamer, bisweilen phlegmatisch, ungeordneter, lockerer, aber dadurch auch gutmütiger, herzlicher, ehrlicher und authentischer, und wenn wir ehrlich sind, wohl der sympathischste aller Bewohner von ganz Entenhausen.

Oder gibt es jemanden, der es an Liebenswürdigkeit und Zuneigung seitens der Fans mit ihm aufnehmen kann?

Nicht Walt oder Carl Barks, sondern ein gewisser Arthur Harold Babbitsky, oder kurz Art Babitt, darf sich der Erfindervater dieser Figur nennen. Vor 80 Jahren erschien erstmals eine Geschichte mit dem langen Tollpatsch in dem Trickfilm Mickeys Revue.

Seitdem ist er primär als Partner von Micky aber auch den anderen Entenhausenern nicht mehr wegzudenken. Zum runden Geburtstag und zur Feierstunde bringt der Ehapa-Verlag im Rahmen seiner LTB-Sonderausgaben ein Special mit dem so passenden Titel „Der beste Freund“ auf den Markt, der nicht nur für Goofy-Fans ein Highlight sein dürfte.

Zunächst fällt auf, dass von den zehn großen Geschichten in diesem Band nur drei bislang in anderen Comicorganen veröffentlicht wurden. Sieben brandneue Comics also sind eine Besonderheit und darüber hinaus auch von höchster Qualität.

Die Geschichte des Neunzehnhundert (Goofy als britischer Gentleman auf einem Titanic-Dampfer) mit denen für Giorgio Cavazzano so einmaligen und typischen Zeichnungen sind ein wahres Highlight, aber auch die Begegnung mit der Königin Zenobia, die Episode als Leuchtturmwächter und die kooperativen Abenteuer mit dem Vogel Max und Inspektor Issel sind zumeist komisch, aber auch immer liebenswert.

Das gelingt einfach dadurch, dass Goofy den menschlichen Intentionen nach Macht, Reichtum, Ehrgeiz, Gewinn oder Besessenheit eine archaische Ruhe entgegenstellt und so die hysterischen Momente in Gelassenheit zerfließen lässt.

Absolutes Highlight ist wohl die Rückkehr der Schattenkrieger oder die Flöte des Omar, ein prosaischer Epos aus Arabien mit einem Micky Maus in der Rolle des von Hitchcock inspirierten Edelmannes und Goofy in einer für ihn außergewöhnlich schlauen Multipersönlichkeitsrolle im Irak des frühen 20. Jahrhunderts.

Toll gezeichnet und mit vielen überaschenden Plotwechseln in der Story.

Fazit:

Abgesehen von Supergoof, dem Pendant zu Phantomias, und einer leider heute in Vergessenheit geratenen Serie der 1980er Jahre, in der Goofy in schönen Sonderbänden in die Rolle von berühmten Persönlichkeiten schlüpfte (Da Vinci, Marco Polo etc.), haben wir lange keine so verdiente Würdigung mehr gesehen.

Das wurde Zeit und bei all den Onkel Dagoberts und Panzerknackern, und wer auch sonst noch alles Extraorgane der Darstellung bekommt, ist der liebenswerte Goofy viel zu unterrepräsentiert.

Ein fantastisches Buch, das nur dazu auffordern lässt: mehr Goofy.

Randnotiz aus der weiten Welt: Auf den Malediven hat man uns schon erhört; dort gibt es nämlich tatsächlich eine eigene Briefmarkenserie mit dem besten Freund des Menschen, äh der Maus, dem Hund Goofy.

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