Göttlich verloren

Autorenwertung
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  • Story
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  • Dramatik
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  • Anspruch
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  • Emotionen
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  • Gesamt
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Göttlich Verloren

Josephine Angelini. Oetinger Audio (Tonpool) 2012, Audio CD, € 9,99

Rezension von: Ragan Tanger | Rezensionsdatum:

: Göttlich verloren

Humanistische Bildung im Fantasyformat

Es war eine tolle Idee, humanistisches Grundwissen der jüngsten Generation wieder näher zu bringen, indem eine spannende Mischung aus antiker Götterstory und modernem Sozialdrama kreiert wurde.

Josephine Angelini, die übrigens auch so aussieht, wie sie heißt, hat damit einen ordentlichen Überraschungserfolg gelandet und legt jetzt mit dem zweiten Band dieser Trilogie nach.

Das Hörbuch umfasst dabei sechs CDs und ist über 450 Minuten lang und wird wie in Teil eins von Tanja Geke souverän vorgetragen. Ein langer und fesselnder Hörspaß für alle -Fans.

Zum Inhalt

Im Mittelpunkt stehen nach wie vor die Halbgötter Helen und Lucas, die sich ganz im Sinne des Titels mit Thematiken wie Einsamkeit und Sinnlosigkeit auseinandersetzen müssen.

Da wäre zum Einen Helens Schicksalsmission (die als einzige Halbgöttin ihren Körper im Schlaf in die Unterwelt befördern kann, um die Furien zu finden und töten, damit der Fluch, der auf den Scions lastet, ein Ende hat), bei der ihr niemand zu helfen vermag.

Verloren ist sie, wenn sie jede Nacht in die Unterwelt hinab steigen muss und durch die Hölle wandern darf (das, was wir so vielen Menschen wünschen, wird hier Wirklichkeit!) und tagsüber weiterhin ihre kleinbürgerlichen Aufgaben zu erledigen hat.

Das kostet Kraft! Dazu vermisst sie ihre große Liebe, ihren Cousin Lucas, der aus ihrer Sicht ebenfalls verloren scheint. Doch so böse hat es das Schicksal nun doch nicht gemeint, taucht doch eines Nachts  der junge Halbgott Orion auf und es entwickelt sich eine hauchzarte, aber nicht die Story bestimmende Menage a trois, wenn wir es mal so avantgardistisch nennen dürfen.

Von Orion ausgehend erfährt man im zweiten Teil richtig viel über die griechische Mythologie; nicht angestaubt und im verqueren Wortschwall, sondern modern artikuliert und knackig angerichtet. Wie ein Klassiker aus der Gastronomie, der in neuem Gewand auch die Jüngsten zu überzeugen weiß.

Die Stimmung ist insgesamt – so wie wir es aus dem Hades, von Medusas Grausamkeit oder Zeus Rachsucht kennen –  düsterer als in „Göttlich verdammt“ und stellt heraus, wie sehr die Charaktere unter dem Fluch der Furien leiden, wie Helen als moderner Sysiphos die unlösbar scheinenden Aufgabe zu bewältigen hat.

Lucas ist nicht mehr so humorvoll und locker wie in Teil Eins, es wird einfach ernster, spannender, manchmal unerträglicher, bis es zum Finale in einen heftigen Spannungshöhepunkt erreicht, um dann – Buchende, abrupt, so ein Mist. Oh bitte, wir (und zahlreiche sehnsüchtige Forumbeiträge begeisterter Fans) warten auf die Fortsetzung!

Fazit

Die Fortsetzung zu Göttlich verdammt ist keine Teenie-Schnulze, sondern ein psychologisch tiefschichtiger Fantasyroman mit knackigen Actionszenen, überraschend wenig Liebesstellen, gut gezeichneten Charakteren und einer schier unglaublichen Spannung.

Leider erst im Frühling 2013 wird dann die Trilogie abgeschlossen; so lange hilft nur immer wieder hören und wenn gar nichts mehr hilft: Die alten griechischen Sagen lesen, gerne in Schwabs Übersetzung, womit auch wir unseren Teil zur Ehrenrettung des Humanismus beigetragen haben.

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