Hansjörg Martin: Verdacht und Flucht

Autorenwertung
  • Realismus
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  • Dramatik
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  • Abenteuer
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  • Spannung
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  • Gesamt
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Verdacht und Flucht (Unternehmen JOCOTOBI ; Bd 8)

Frank Rosenzweig (Illustrator). Hannover : Pelikan, Gebundene Ausgabe, 137 Seiten, € 12,95

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Verdacht und Flucht

Das Buch ist im Jahre 1990 im , Hannover, erschienen. Es ist 137 Seiten dick.

Die Inhaltsangabe

In der Schule von Joni, Conni und Torte ist ein teures Gerät verschwunden, das für den Physik- Unterricht gebraucht wird. Und Tino hat kurz zuvor etwas weggebracht, das in eine Plastiktüte eingepackt ist. Das war kurz bevor der Diebstahl entdeckt wurde. Kein Wunder, dass er in Verdacht gerät, einen Diebstahl begangen zu haben. Und dann ist auch plötzlich Tino verschwunden.

Das Buch gehört zu der Buchreihe „Unternehmen Jocotobi“.

Die Buchbesprechung

Joni ist der Spitzname von Johanna, die vierzehneinhalb Jahre alt ist. Conni ist ihr kleiner Bruder und heißt eigentlich Conrad. Rollschuhlaufen und Indianer sind sein großes Hobby. Jodi und Conni gehen in dieselbe Schule.

Dr. Herrmann Löffler ist ihr Vater. Er leitet ein Völkerkundemuseum, in dem er auch mit seiner Familie wohnt.

Torte heißt eigentlich Ulf-Thorsten. Er ist fast fünfzehn, spielt gerne Fußball und Skateboard und repariert, konstruiert und baut gerne. Torte lebt mit seiner Mutter auf einem Schrottplatz.

Hund Billie sowie die Brieftauben Bips und Bine sind die tierischen Begleiter der Jugendlichen

Es gibt einen handfesten Grund dafür, dies alles zu erzählen. Das vorliegende Buch reiht sich in die Reihe der zumeist erfolglosen Jugendbuchreihen ein, die nach demselben Strickmuster geschrieben worden sind.

Das Buch wird als Abenteuerbuch angepriesen. Als Jocotobi in einem Flughafen nach Tino sucht, kommen sie Schmugglern auf die Spur. Dem Diebstahl in der Schule kommen sie genauso durch Zufall auf die Spur wie dem verschwundenen Dino. Mit harter kriminalistischer Ermittlungsarbeit hat das alles nichts zu tun.

An einigen Stellen scheinen eher Sozialutopien der 1970er Jahre durch. Wie sieht gewaltfreie häusliche Erziehung aus? Wie wird jemand zum Obdachlosen (oder wie auch immer diese Personengruppe politisch korrekt heißt)? Martin versucht kindgerechte Antworten.

Wer sich ein wenig in Jugendbuchreihen auskennt, kommt an einem Vergleich mit Reihen wie den drei Fragezeichen, TKKG oder den Buchreihen von Enid Blyton nicht herum. Es gibt mehrere Kinder und ihre Haustiere, die ohne Hilfe einen Kriminalfall lösen können. Wie bei den drei Fragezeichen spielt hier sogar ein Schrottplatz eine Rolle. Die Kinder sind im schulpflichtigen Alter und kümmern sich in ihrer Freizeit oder Schulferien um den aktuell anstehenden Fall. Jocotobi ist einfach zu abstrus, um glaubwürdig zu sein; zumindest dieses Buch ist es nicht wert, beispielsweise mit den drei Fragezeichen verglichen zu werden.

Wieso wird ein Junge, der von der Polizei des Diebstahls verdächtig wird, nicht auch von ihr gesucht? Wieso geht Jocotobi gegen Bezahlung dem anonymen Hinweis eines Penners nach? Die Zufälligkeiten nehmen einen Umfang an, der einer guten Jugendbuchreihe nicht würdig ist.

Das Buch weist auch eine andere Besonderheit auf, die man als „typisch Pelikan“ bezeichnen könnte. Am Anfang gibt es ein mehrseitiges Porträt Jocotobis. Frank Rosenzweig hat diverse Zeichnungen für das Buch beigesteuert, wozu auch Porträtbilder der Kinder gehören. Diese Gestaltungselemente sind eigentlich schon lange nicht mehr in Jugendbüchern üblich.

Über den Autoren
Hansjörg Martin wurde am 1. November 1920 in Leipzig geboren. Er absolvierte zunächst ein Kunststudium an der Leipziger Kunstakademie. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Maler, Bühnenbildner, Dekorateur und Clown. Ab 1963 arbeitete er als freier Schriftsteller. In seiner über dreißigjährigen Schaffenszeit verfaßte Martin rund 35 Kriminalromane, von denen einige als Vorlagen für Fernsehfilme dienten (unter anderem auch für den Tatort). Daneben schrieb Martin auch Drehbücher zu Krimiserien wie Hamburg Transit und Es muss nicht immer Mord sein. Darüber hinaus machte sich Martin auch als Autor von Kinder- und Jugendbüchern wie der Reihe Unternehmen Jocotobi einen Namen. Auch für Kinderhörspiele und Schulfunk-Features schrieb er Vorlagen.

Seit 1963 arbeitete und lebte er als freier Schriftsteller in Wedel, einem Vorort von Hamburg, wo er als Ratsherr für die SPD im Stadtrat in der Kommunalpolitik tätig war. Martin war zeitweilig offizieller Stadtteilschreiber in Hamburg-St. Georg. Am 11. März 1999 starb er auf der spanischen Insel Mallorca.

Das Fazit
Für Kinder liegt hier gute Unterhaltung vor. Erwachsene sollten das Buch aber nicht mit kritischen Augen lesen.

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