Hauptsache du lebst

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Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: Hauptsache du lebst

Wie das so ist, wenn man plötzlich mit der Diagnose Krebs konfrontiert wird!

Inhalt

Daniela ist 16, hat Realschulabschluss und will gerade einen Beruf lernen, jobt in einem Kindergarten, da schlägt das Schicksal zu. Jeder, dem es ähnlich gegangen ist, kennt das Folgende aus eigener Anschauung und kann mitfühlen. Unerklärliche Schmerzen, bei Daniela im großen Zeh, Gesundheitsprobleme, die man nicht einordnen kann und dann der Untersuchungsmarathon! Daniela kann vor Schmerzen nicht mehr laufen, immer wieder schmerzt ihr Zeh unerklärlicherweise, auch Ärzte wissen nicht, um was es sich handelt und schicken das Mädchen mit Schmerztabletten wieder nach Hause. Endlich ein MRT und jetzt ist zumindest schon mal klar, dass eine Entzündung im Knochen sitzt und ihn geradezu auffrisst. Nur wo kommt die Entzündung her?

Daniela hat da so ein Gefühl und später geben die Ärzte ihrem Gefühl Recht. Viele viele Untersuchungen, Stunden in Wartezimmern, später ist klar, Daniela hat einen seltenen Knochenkrebs. Das Mädchen, das gerade dabei war flügge zu werden, ist nun wieder ganz auf die Eltern angewiesen. Fünf Jahre Therapien und Operationen, dann kann die Krankheit als besiegt gelten. Drei Operationen, Chemotherapien mit den bekannten Nebenwirkungen: Ablösung der Mundschleimhaut, Erbrechen, Durchfall, Infektionen, Haarverlust – all das ist schon extrem schwer für einen Erwachsenen, für eine junge Frau noch viel mehr.

Daniela erzählt ehrlich und flott von ihren Zusammenbrüchen, vom Perückenkauf, von guten und schlechten Ärzten, von den Belastungen der Eltern und Ehestreitigkeiten, von guten und gedankenlosen Freunden und Freundinnen, von ihrer ersten großen Liebe, die mit der Krankheit überfordert war und sich lieber eine neue, gesunde Freundin suchte und von allem, was einem so passiert, wenn man ums Überleben kämpft. Denn Daniela kämpft, sie will unbedingt weiter leben und auch wenn sie oftmals am Rande ihrer Kraft ist, hält sie durch. Und darum hat sie dieses Buch geschrieben, es soll Mut machen, Mut all jenen, die eine ähnliche Diagnose bekommen und für die es auch um alles geht. Einen großen Teil ihrer vielen Krankenhaus-Aufenthalte liegt sie in der Kinderonkologie und was sie dort sieht, geht ihr sehr nahe. Wie etwa einen kleinen Jungen auf einem Dreirad auf dem Krankenhausflur, seine Mutter mit dem Ständer und der Chemo immer hinter dem kleinen Radler hinterdrein. Für das Mädchen, dessen größte Sorge eine eventuelle Portnarbe wäre, hat sie nur wenig Verständnis.

Außer Danielas Geschichte finden sich im Buch auch eine ganze Reihe Fotografien. Daniela hatte den Mut, bei einem Fotografen eine Session durchzuziehen mit Glatze. Die Bilder der geschminkten, aber haarlosen jungen Frau sind von berührender Schönheit. Sehr mutig.

Fazit

Worüber man nicht reden kann, darüber muss man schreiben, sagt Daniela im Untertitel. Das hat sie gemacht. Es ist ganz gewiss keine großartige Literatur, aber ein wichtiges Mutmachbuch, besonders für alle, bei denen Krebs diagnostiziert wurde und für alle Angehörigen – und für die Freunde und Freundinnen, die nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen. Hier erfahren sie es.

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