Heizstrahler EWT-462-Strato

Rezension von: Defensor.Pacis | Rezensionsdatum:

  -462-Strato

Gewöhnlich wird man über einen Alltagsgebrauchsgegenstand wie einen Heizstrahler nur wenige Worte verlieren, doch manchmal schafft es so ein kleines Gerät nachhaltig im Gedächtnis zu bleiben und den eigenen Erfahrungsschatz massiv zu bereichern.

Der EWT-462-Strato Heizstrahler ist ein solches Wunderwerk der Technik und seine Geschichte ist die eines doppelten Missverständnisses – doch dazu später mehr.

Große Versprechen – große Erwartungen

Die Kaufentscheidung für ein solch wärmespendendes Gerät hängt meist von drei Faktoren ab: Qualität, Funktionalität und Preis.

Der EWT-462-Strato punktet mit einem Preis im mittleren Segment. Er verfügt über 2 Heiz- und 3 Schaltstufen und seine tropfwassergeschützten Heizstäbe wandeln 600 oder 1200 Watt in Wärme um.

Dank seiner stufenlosen Schwenkbarkeit bei Wandmontage kann zudem der ideale Abstrahlwinkel der erzeugten Hitze gefunden werden. Auch in punkto Qualität macht er zunächst einen guten Eindruck, denn auf Plastik wurde weitgehend verzichtet.

Statt dessen ziert den Heizstrahler ein etwas klobiges, jedoch Ehrfurcht gebietendes metallisches Außengehäuse. Kurz; dieses Gerät muss sich nur noch im Praxistest bewähren, um uneingeschränkt ins Herz geschlossen werden zu können.

Er strahlt – in viele Lebensbereiche

Und hier kommen die erwähnten Missverständnisse ins Spiel. Die Herstellerfirma EWT scheint anzunehmen, dass in Deutschland, mit seiner unvergleichlichen Baumarktdichte, ein überragendes Bedürfnis der Kunden nach Do-It-Yourself Projekten besteht.

Die Konsumenten weigern sich jedoch hartnäckig anzunehmen, dass ein nagelneues Gerät nicht einfach eingeschaltet und gebraucht werden kann. Fatal ist dies, wenn sich, wie hier, die beiden Erwartungen kreuzen.

Eine große Überraschung erlebt der Käufer nämlich, wenn er den Karton des Heizstrahlers öffnet und feststellt, dass dieser weder über Kabel, noch Stecker verfügt, und somit seine Stromversorgung in den Bereich der Theorie fällt. 

Ein Blick in die Bedienungsanleitung bestätigt dies – jedoch erst nach dem Suchen einer Lupe oder dem Gang zum Augenarzt.

So gelingt es dem EWT-Heizstrahler gleichsam nebenbei einen Beitrag zur Augengesundheit zu leisten, denn häufig  sind Männer Vorsorgeuntersuchungsmuffel und lassen sich erst durch eine Bedienungsanleitung in Schriftgröße 5 zur Überprüfung ihrer Sehkraft motivieren.

Nun hat der geneigte Konsument zwei Möglichkeiten seinen sicher schon liebgewonnenen Heizstrahler doch noch mit Leben zu erfüllen.

Entweder engagiert er einen Elektriker – was der Hersteller zwingend empfiehlt, oder er wird selbst zum Bändiger der elektrischen Ströme.

Entscheidet er sich für Variante eins, unterstützt er die heimische Wirtschaft, sichert Arbeitsplätze, erweitert seine sozialen und verbalen Kompetenzen beim Fachsimpeln mit dem Elektriker und trägt so insgesamt zum sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft bei – ein weiterer positiver Nebeneffekt seines Heizstrahlerkaufes.

Wählt  er Variante zwei, wird sein praktisches Wissen vergrößert und sein Selbstbewusstsein nach getaner Bastelarbeit sicher enorm gesteigert. Im Falle eines fehlerhaften Ergebnisses seiner Bemühungen ist zudem nicht ausgeschlossen, dass er Bekanntschaft mit dem Personal des örtlichen Krankenhauses oder den Kameraden der Feuerwehr machen kann. 

Doch egal wofür man sich entscheidet, der EWT-Heizstrahler birgt noch weitere Finessen. Beginnt man nämlich mit der Wandmontage, so kann man endlich einmal wirklich jedes verfügbare Werkzeug einsetzen.

Keine Schraube ist wie die andere, selbst Schraubenschlüssel werden gebraucht und die mitgelieferten Dübel laden zu Heiterkeitsausbrüchen ein.

Ist es schließlich doch vollbracht, so staunt man über das exakte Einhalten des Herstellerversprechens einer stufenlosen Schwenkbarkeit des Strahlers. Ja er schwenkt, ganz langsam und stufenlos von oben nach unten.

In der gewünschten, ja erträumten Position angehalten und fixiert kann er zwar konstruktionsbedingt nicht werden, aber dies widerspräche wohl auch der Stufenlosigkeit. 

Wärme – die nicht nur von Herzen kommt

Kommt dann der erste Moment der Inbetriebnahme, muss man tadelloses Funktionieren bescheinigen, der Strahler wärmt.

Jedenfalls bis zum ca. fünfzigsten Schaltvorgang, dann reißt die Schaltschnur, was aber für den versierten Hobbyhandwerker lediglich freudiger Anlass zu einem neuen Reparaturprojekt ist.

Dabei kann er sich z.B. Gedanken machen, ob er nicht liebevoller und sachter mit ihm Anvertrautem umgehen sollte – was sicher mancher (Paar-)Beziehung wohltäte.

Und sicher bemerkt er auch, dass die Bezeichnung „Made in PRC“ nicht für „Profi-Reconstruction-Chemnitz“, sondern Peoples-Republic-of-China steht, was einen hochwertigeren Eindruck hinterlässt als das vielgeschmähte Made-in-China.

Fazit

Der EWT-462-Strato glänzt mit vielen unerwarteten Features. Jedem, der seinen handwerklichen Horizont erweitern möchte, dem sonst keine Beschäftigungen einfallen, mit denen er seinen Tag füllen könnte und allen, die gern einen den Kaufpreis um ein vielfaches übersteigenden Betrag für Zusatzkomponenten investieren möchten, sei er wärmstens empfohlen.

Alle anderen Konsumenten, die sich nicht jede Frechheit der Industrie gefallen lassen möchten, seien ausdrücklich vor diesem Gerät gewarnt.

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