Herbert Kleipaß: Emmerich am Rhein

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Emmerich am Rhein

Herbert Kleipaß. Sutton Verlag GmbH 2016, Broschiert, 104 Seiten, € 19,99

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Heribert Kleipaß: Die Reihe Archivbilder Emmerich am Rhein

Das Buch erschien im Jahre 2005 im Sutton-Verlag in Erfurt. Es ist 96 Seiten dick.

Der Bildband dokumentiert der Inhaltsangabe zufolge die Zeit zwischen 1874 und 1960. Die städtebauliche Entwicklung verlief demzufolge – insbesondere in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg – sehr rasant in der kleinen Stadt am linken Niederrhein. Die Lokalpolitik dachte nach 1945 wohl für kurze Zeit daran, die Stadt komplett zu verlegen. Dieser Plan wurde aber schnell wieder fallengelassen. Die Emmericher sind schließlich auf den Rhein angewiesen. Er garantierte ihnen schon vor langer Zeit „einen florierenden Handel, wirtschaftliche Stabilität und nicht zuletzt zahlreiche Besucher, wie es die Inhaltsangabe ausdrückt.

Der Autor

Kleipaß ist nicht nur Stadtarchivar. Er ist auch Leiter des Rheinmuseums. Er hat also schon berufsbedingt Zugriff auf historisches Material.

Der Verlag

Den ostdeutschen Verlag gibt es seit 1997 gegründet. Sein Schwerpunkt ist leicht und schnell beschrieben. Er ist auf die Publikation populärwissenschaftlicher Regionalliteratur spezialisiert. In 18 Reihen erscheinen jährlich rund 150 neue Titel. Anfangs waren es vor allem Bildbände, die in dem Verlag erhältlich waren. Es sind inzwischen aber auch Textbände, historische Romane und regionale Krimis hinzugekommen.

Der Verlag gehört zur Verlagsgruppe The History Press, die 1977 von dem Briten Alan Sutton gegründet wurde.

Über das Buch

Der Aufbau der historischen Bildbände ist standardisiert und daher immer gleich.

Neben formalen Sachen wie Quellen- und Literaturangabe, Verlagswerbung und Inhaltsverzeichnis gibt es in der Regel eine zweiseitige Einleitung. Kleipaß nutzt sie zu geschichtlichen Angaben über Emmerich und ein paar Worten zu den ausgewählten Fotographien.

Dann folgt der umfangreiche Bildteil. Es gibt 1 – 2 Fotos pro Seite; die Fotos sind aller im gleichen, standardisierten Schwarzweiß abgedruckt und zwar unabhängig vom Zustand des jeweiligen Originals. Dies ist auch eine Vorgabe des Verlages; die Autoren werden angehalten, möglichst keine Fotos beim Verlag abzuliefern, sondern sie digital und alle auf demselben Farbniveau zu senden. Die Fotos erhalten auch alle eine kurze Unterschrift, die die abgebildeten Motive kruz erläutert.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Bilder liegt auf dem Stadtbild. Stadtansichten sind also genauso zu sehen wie beispielsweise die Überschwemmungen von 1914, der zugefrorene Rhein von 1917 und die Kirchen vor Ort. Auch das gesellige Leben in der Öffentlichkeit wird nicht ausgespart.

Das letzte Kapitel fällt insofern aus dem Rahmen, als daß es Personen vorstellt, die um die Jahrhundertwende herum vor Ort in Emmerich wirkten.

Eine Einordnung

Die Bücher des Sutton-Verlages wenden sich an eine örtliche Leserschaft. Die historischen Bilder sollen sie in Erinnerungen schwelgen lassen. Ist ein Ort – hinsichtlich der potentiellen Leserschaft und damit Käufer – groß genaug, gibt der Verlag gerne einen Bildband heraus, wobei er sich in der Regel Heimatforscher bzw. Stadtarchivare als Autoren heraussucht.

Etwas störend, weil monoton und stereotyp, ist der immger gleiche Aufbau. „Kennt man einen Bildband, kennt man jeden Bildband“, könnte man nun sagen. „Nur die Motive wechseln.“ Da den Autoren aber wenig Spielraum hinsichtlich Gliederung des Buches und Seitengestaltung gelassen wird, ist leider nicht abzusehen, ob sich dies in (naher) Zukunft ändern wird.

Es muß menscheln. So fordert es der Journalismus, zumindest dann, wenn er über tagesaktuelle und populärwissenschaftliche Themen berichtet. Bei den Bildbandreihen des ostdeutschen Verlages geht es in der Regel aber um Sachthemen, nämlich das Aussehen und den Wandel einer Stadt. Hier Ereignisse privater Natur zu offensichtlich in den Vordergrund zu stellen, würde sicherlich Sinn und Zweck der Bücher widersprechend. Bei diesem vorliegenden Buch ist die Entwicklung Emmerichs durchaus nachvollziehbar.

Aufgrund der thematischen Gliederung ist es in den Bildbänden – auch aufgrund der Beschränkung auf maximal 128 Seiten – kaum möglich, die Bilder chronologisch zu ordnen.

Ein Fazit

Das Buch folgt dem Standard, wie er vom Verlag vorgegeben wird. Ein wenig mehr Freiraum für die Autoren wäre schon schön. Dann könnten die Bücher auch farbiger und lebendiger sein.

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