High Fidelity

Autorenwertung
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  • Humor
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  • Situationskomik
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  • Anspruch
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  • Gesamt
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High Fidelity

Nick Hornby. Droemer Knaur 1998, Taschenbuch, 321 Seiten, € 15,00

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

High Fidelity von

Inhalt
Rob Fleming ist ein Mann, dem das Leben schon so manches Bein gestellt hat. Mit 35 ist Rob Besitzer eines schlecht gehenden Plattenladens, seine Freundin hat ihn gerade verlassen und seine Perspektiven für die Zukunft malt Rob sich auch „nicht gerade rosig“ aus. Nachdem seine Freundin Laura ihn verlassen hat, betrachtet Rob dieses Ereignis zunächst als „Wink des Schicksals“. Dank der neugewonnenen Freiheit darf er nun endlich wieder ungestört in seiner Wohnung rauchen und in seiner Phantasie malt er sich bereits detailliert seinen nächsten One-Night-Stand aus. Doch die Freude über das neue, freie Singleleben währt nur kurz. Allzubald muss Rob erkennen, dass es nach dem Beziehungsaus und einer darauffolgenden Neuordnung seiner Plattensammlung für ihn nicht mehr weitergeht „wie vorher“.


Das liebenswerte und zugleich „abschreckende“ Porträt eines beziehungsgestörten Musik-Junkies

Nick Hornby gelang mit seinem Debütroman „Fever Pitch“ der Durchbruch in England, sein zweiter Roman High Fidelity konnte dabei nahtlos an den Erfolg des ersten Werkes anknüpfen. „High Fidelity“ erzählt die Geschichte von Rob Fleming, einem hoffnungslos der Pop- und Rockmusik verfallenen Mittdreißiger, seines Zeichens Besitzer eines kurz vor dem Konkurs stehenden Plattenladens in London. Als seine Freundin ihn verlässt, versucht Rob das Beste daraus zu machen, mit durchwachsenem Resultat. In seinem Plattenladen ist er täglich von den beiden Taugenichtsen Barry und Dick umgeben, wobei Dick ein feinfühliger, sympathischer Charakter ist, während Barry im Verlauf der Handlung eher die Rolle des „lästigen und unfreundlichen Bekannten“ mimt.

Im Verlauf der Handlung wird die Lebensgeschichte von Rob erzählt, wobei hier der Schwerpunkt klar auf den Beschreibungen von Robs „verkorksten“ Beziehungen liegt. Rob ist ein Mann, der die Monogamie für eine überholte Moralvorstellung hält und sich vor allzu festen Bindungen fürchtet. Er will sein Leben unabhängig von anderen und möglichst frei gestalten, Institutionen wie etwa die Ehe sind etwas, was Rob zwar nicht verabscheut, aber auch nicht weiter in seine Lebensplanungen einbezieht. Im Verlauf der Handlung muss Rob sich selbst und anderen jedoch leider eingestehen, dass er mittlerweile ein Alter erreicht hat, welches ihm für die weitere Lebensplanung nicht mehr viel Wahlmöglichkeiten bietet.

Fazit
High Fidelity ist leicht zu lesen, Hornby versteht es, den Handlungsverlauf so zu gestalten, dass er glaubwürdig wirkt und mutet dem Leser dabei keine zu häufigen Zeitsprünge oder andere „Unannehmlichkeiten“ zu, die das Leseverständnis beeinträchtigen würden. Auch wenn der Handlungsverlauf glaubwürdig angelengt ist, fällt es teilweise schwer, die Motive des Hauptprotagonisten Rob nachzuvollziehen. Hornby versteht es jedoch, Situationskomik zu erzeugen, und den Leser dabei oft nicht nur über die Figuren, sondern auch mit ihnen lachen zu lassen.

Es macht Spaß, die Geschichte des typischen „Versagertypen“ Rob zu verfolgen, doch durch die Tatsache, dass der Roman hauptsächlich durch sein Hauptmotiv, nämlich die Musik, lebt, können sich für denjenigen Leser, der im Themengebiet „Popmusik“ nicht ähnlich tief verwurzelt ist wie Rob, an einigen Stellen Längen ergeben. Für absolut musikbegeisterte Leser ist dieser Hornby-Roman sicher empfehlenswert, allen anderen sei der Griff zu einem anderen von Hornbys Werken empfohlen.

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