Hotel

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Hotel

Arthur Hailey. Ullstein Tb 2001, Broschiert, 585 Seiten, € 0,01

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

 Hotel von

Inhalt

New Orleans in den 1960er Jahren: In dem ehrwürdigen grossen Hotel St. -Gregory passieren viele Dinge gleichzeitig, weil jeder Gast irgendeinen Sonderwunsch, Problem oder ähnliches hat. Hinzu kommt das Personal, das sich aufgrund der laschen Leitung des Eigentümers Warren Trent mittlerweile viele Dinge herausnimmt und teilweise auch das Hotel durch Diebstahl etc. betrügt.

Peter McDermott, der stellvertretende Direktor, kann dabei leider nicht so unabhängig agieren, wie er möchte. Eines Abends wird er zu einem Eklat in der Präsidentensuite gerufen, in der der Herzog und die Herzogin von Croyden übernachten, die sich sehr über einen Sossenfleck aufregen, den der Kellner angeblich veursacht hat.

Nach Sichtung der Vorgänge und Schilderung des Kellners wird McDermott jedoch klar, dass die Herzogin eine Kleinigkeit, die sie offenbar sogar selbst verursacht hat, aus ihm noch unbekannten Gründen aufbauschen will.

Kaum sind hier die Wogen geglättet, wird er zu einem akuten Krankheitsfall gerufen, den die hübsche Assistentin Christine bei dem netten alten Stammkunden Mr. Wells entdeckt hat. Sie hat bereits durch die richtigen Massnahmen getroffen und Mr. Wells ist aus der Lebensgefahr heraus.

Da er offenbar nicht viel Geld hat, helfen die beiden ihm mit Wechsel des Zimmers, Besorgen einer Pflegerin usw. und versuchen, möglichst wenig Kosten zu verursachen. Da wird McDermott zu einer Art Orgie gerufen: in einem Zimmer versuchen junge Männer die 19jährige Marsha Prescott, Tochter eines der reichsten Männer New Orleans, zu vergewaltigen. Auch hier kann glücklicherweise Schlimmeres verhindert werden.

Parallel versucht der Besitzer Warren Trent sein Hotel zu retten, das kurz vor dem Bankrott steht, da ein Kredit nicht verlängert wird und natürlich kommt sofort ein Interessent, Curtis O´Keefe, dem eine Billig-Hotel-Kette gehört, und macht ihm ein Angebot, um ein Standbein in New Orleans zu bekommen. Aber Warren möchte sein Lebenswerk nicht aufgeben und kämpft.

Zwischen Peter und Christine entwickelt sich langsam eine zarte Liebesgeschichte, während die korrupten Machenschaften des Personals nach und nach sowohl vom Eigentümer als auch von Peter entdeckt werden, jeweils mit unterschiedlichen Konsequenzen.

Nach und nach verbinden sich die losen Handlungsstränge, nicht ohne viele spannende und lustige Verwicklungen, zu einem fulminanten Finale.

Vergleich zum Film

Viele Menschen werden die gleichnamige TV-Serie „Hotel“  aus den 1980er Jahren mit James Brolin, Connie Sellecca und Shari Belafonte in den Hauptrollen kennen, das in der Tat auf Haileys Buch aufbaut, jedoch eine Reihe von signifikanten Unterschieden aufweist:

Zum einen handelt es sich in dem Buch und im Film um andere Hoteleigentümer (in der Serie ist es eine Frau, gespielt von Anne Baxter, und während das Buch in New Orleans mit all seinen Besonderheiten spielt, wurde die Handlung der Serie nach San Francisco verlegt.

Ein sehr grosser Unterschied ist natürlich die Adaption, die nötig für eine Serie ist: Hier gibt es jedes Mal in sich abgeschlossene kleine Handlungen, während das Buch in jedem Kapitel die Handlung weiterspinnt.

Ein Handlungsstrang, der so in der Form – auch aufgrund der Zeit, in der die Handlungen spielen – im Film nicht vorkommt, aber historisch gesehen sehr interessant ist, ist die Problematik der Schwarzen und ihrer (Gleichbehandlungs-)Rechte. Das St. Gregory von Hailey akzeptiert aufgrund der Weisung des Eigentümers trotz vorhandener Rechtsgrundlagen nämlich keine Schwarzen als Gäste, die bei ihm und in der Übersetzung auch noch „Neger“ genannt werden.

Diese genannten Unterschiede machen das Buch – neben der an sich schon sehr interessanten Handlung – sehr interessant zu lesen, auch wenn man die Serie bereits kennt.

Fazit

Die Handlung des Buches ist eine bunte Mischung aus Spannung, Humor, Detektivroman usw. Das Buch ist sehr flüssig lesbar mit einer fast zeitlosen Handlung, obwohl Hailey den bereits 1961, also vor über 50 Jahren geschrieben hat. Diese Tatsache wird jedoch nur an Kleinigkeiten deutlich (Höhe der Dollarbeträge, Art der Debitorenbuchhaltung) sowie an der natürlich historisch bedeutsamen Tatsache der Rechte der Schwarzen, die in den 1960er Jahren in New Orleans insbesondere noch nicht sehr ausgeprägt gelebt wurden.

Hailey gibt darüber hinaus – wie auch in seinen anderen Büchern – sehr interessante Hintergrundinformationen über einen Grosshotel-Betrieb – Stephen King soll einmal gesagt haben, dass diese erklärenden Beschreibungen Haileys sich wie eine „Betriebsanleitung“ läsen, was der Rezensent jedoch nicht nachvollziehen kann. Im Gegenteil, sie lassen die Handlungen der Personen sehr glaubwürdig und noch farbenfroher erscheinen.

Trotz oder gerade wegen des Alters der Publikation ein absolutes lesenswertes und empfehlendes Buch!

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