Im Jahr des Honigkuckucks

Autorenwertung
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  • Gesamt
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Im Jahr des Honigkuckucks

Ulli und Herbert Günther (Übersetzer). Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG 2010, Taschenbuch, 256 Seiten, € 0,95

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

Im Jahr des Honigkuckucks von

Inhalt
Die 12-jährige Emily, die Ich-Erzählerin der Geschichte, lebt mit ihrer älteren Schwester Sarah und ihren Eltern in einem großen Haus mit Garten in Johannesburg. Der Vater arbeitet in einer Schokoladenfabrik, es gibt eine Hausangestellte und einen alten Wächter am Tor, die Mutter ist gut aussehend, man hat Freunde, Geld und Status. Es könnte alles ganz wundervoll sein – ist es aber nicht. Die Streitereien der Eltern tönen durch das ganze Haus, die Auseinandersetzungen hören niemals auf und bissige Bemerkungen sowie verletzende Beschimpfungen gehören zum normalen Umgangston. Emily leidet sehr darunter, oft kann sie nachts nicht schlafen und flüchtet sich deshalb in das Bett ihrer älteren Schwester. Diese ist die ruhigere und ausgeglichenere der beiden, weshalb sie auch von der launischen Mutter der beiden Geschwister bevorzugt wird.

Die Situation entspannt sich immer erst dann, wenn Gäste im Haus sind, dann müssen sich die Streithähne zusammen nehmen. Und gern laden sie Gäste zu sich ein. Eines Tages schleppt der Vater der Familie eine Zigeunerfamilie an – nicht romantische Gäste mit bunten Tüchern und dunklem Haar, eher gescheiterte Vagabunden. Jock, der Vater, ist Tierfotograf und hält seine Familie mehr schlecht als recht mit gelegentlichen Aufträgen über Wasser, die Mutter hat mal als menschliche Fackel im Zirkus gearbeitet und läuft auch jetzt noch meist mit einer Python um den Hals herum. Die beiden haben zwei gemeinsame Söhne, die noch nie eine Schule von innen gesehen haben und völlig verwahrlost sind.

Streak, der jüngere Sohn, freundet sich mit Emily an, die die ihr entgegengebrachte Aufmerksamkeit sehr genießt. Emilys ältere Schwester Sarah nimmt sich fürsorglich des debilen Otis an. Otis ist kräftig, fast erwachsen, aber mental auf der Stufe eines Kleinkindes stehengeblieben, weshalb es nicht leicht ist, richtig mit ihm umzugehen – während Otis Vater es mit Prügeln versucht, bedient Sarah sich lieber sanfterer Methoden und versucht, Otis mit Freundlichkeit zu begegnen
.
Eines späten Abends kommt Emily dazu, als Otis etwas Furchtbares tut, von der sich Emilys Familie nie mehr erholen wird. Am nächsten Morgen reisen „die Zigeuner“ zwar ab, den Zusammenbruch der Familie kann das aber nicht mehr verhindern. Emily übersteht die Katastrophe, weil sie im alten Zulu-Wächter Buza einen verständnisvollen Freund hat, der mit Erzählungen aus dem Schatz der Zulu Emily immer wieder Hilfe und eine Zuflucht bietet. Emily wird Buza seine Hilfe und Anteilnahme nie vergessen.

Fazit
Die Geschichte erinnert an „Von Mäusen und Menschen“ von John Steinbeck. Der bärenstarke, aber zurückgebliebene Otis zerstört zwei Familien. Neben der dramatischen Geschichte spielt aber auch die besondere Situation während der Zeit der Apartheid in Südafrika eine wichtige Rolle. Der Leser erfährt nebenbei einiges über die Auswirkungen der „Rassengesetze“ und die Brutalität des täglichen Lebens für Nicht-Weiße. Ein weiteres Thema ist die Vernachlässigung Jugendlicher durch Eltern, die ausschließlich mit sich statt mit ihren Kindern beschäftigt sind. „Im Jahr des Honigkuckucks“ erzählt somit eine spannende, äußerst facettenreiche und sehr ergreifende Geschichte.

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