Im Krebsgang

Autorenwertung
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  • Gesamt
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Im Krebsgang

Günter Grass. Steidl 2002, Gebundene Ausgabe, 216 Seiten, € 8,91

Rezension von: Kai2nd | Rezensionsdatum:

Im Krebsgang von

Inhalt
Günter Grass verknüpft in seinem Werk „Im Krebsgang“ verschiedene Handlungsstränge, die mit der Versenkung des Kraft-durch-Freude Schiffes „Wilhelm Gustloff“ in der Vergangenheit und des Lebens des Journalisten Paul Pokriefke in der Gegenwart in Verbindung stehen. Daher auch der Name seines Werkes „Im Krebsgang“, da die Handlungsstränge seitlich verknüpft, fortlaufend wirken – stellvertretend für die Fortbewegung eines Krebses.

Paul Pokriefke recherchiert zur „Wilhelm Gustloff““ und damit auch in seiner Vergangenheit
Paul Pokriefke ist ein Journalist, welcher geboren wurde, als die Wilhelm Gustloff unterging. Seine Mutter Tulla weist ihn regelmäßig darauf hin, dass dieses Geschehnis aus seiner Vergangenheit ihn dazu „verpflichtet“, darüber zu schreiben. Paul beginnt nun Hintergrundinformationen über den Untergang des Schiffes zu sammeln und beginnt zu schreiben. Er stößt auf eine Website, die – wie er später herausfindet – sein, von ihm getrennt lebender Sohn, entwickelt hat. Auf dieser Website können Besucher Theorien über den Untergang des Schiffes darlegen. Dadurch werden hitzige Diskussionen entwickelt, die die (politischen)- Ansichten ihrer Verfasser preisgeben. Es wird ein Kampf zwischen den Regimegegnern der NS-Zeit und deren Befürwortern deutlich. So tummeln sich auf der Website auch etliche Neonazis, die versuchen mit teils skurrilen Theorien den Angriff auf die Gustloff als sowjetischen Mord darzustellen.

Paul beginnt Kontakt zu seinem Sohn Konny aufzubauen.
Da Paul sich von Konny, seinem Sohn, nach der Scheidung seiner Frau distanziert hat, beginnt er nun virtuell Kontakt zu ihm aufzunehmen. Durch die Anonymität des Internets beginnt Konny eine Beziehung zu einem anderen Besucher seiner Website, Wolfgang Stremplin aufzubauen, welcher sich als jüdischer Märtyrer ausgibt. Mit ihm diskutiert Konny auf einem geschichtlich sehr hohen Niveau, wobei beide Parteien ihre unterschiedliche Auffassungen der NS Zeit darstellen. Paul fungiert dabei als außen stehender Zuschauer, der alles verfolgt, aber nicht eingreift.

Alles gipfelt in einem Zusammentreffen von Wolfgang und Konny
Es entsteht zwischen Konny und Wolfgang eine sehr polarisierende Beziehung: Die beiden achten sich aufgrund ihres geschichtlichen Wissens, jedoch verachten sie die jeweilige Meinung des anderen. Eines Tages findet ein Treffen der Beiden statt. Nachdem Wolfgang – aus Sicht Konnys – ein Grabmal Gustloffs schändet, bringt dieser ihn schließlich um. Der rechtsradikale Junge wird von der Polizei festgenommen. Zu Pauls Entsetzen ist aus Konny ein Neonazi geworden.

Fazit
Günter Grass verstrickt die Handlungsstränge des Untergangs der „Wilhelm Gustloff“ geschickt mit dem Leben von Paul und seinem Sohn Konny. Leider wird das Buch dadurch zu einer schweren Lektüre. Lese-freundlich ist dieses Buch nicht. Das ändert jedoch nichts an der Aktualität und Faszination des Werkes. Grass beschreibt wie aus einem geschichtlich-interessierten Jungen ein stumpfsinniger Neonazi wird. Die Verflechtung der Familiensituation des Autoren mit den geschichtlichen Hintergrundinformationen ist äußerst spannend.

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