In den Ruinen von Berlin

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In den Ruinen von Berlin

Ulrike Wasel (Übersetzer). Goldmann Verlag 2003, Taschenbuch, 608 Seiten, € 0,98

Rezension von: gerdahutt | Rezensionsdatum:

In den Ruinen von Berlin von

Inhalt
Der Roman „In den Ruinen von Berlin“ spielt im Juni 1945, also kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Jake Geismar kommt in die ehemalige Reichshauptstadt, die größtenteils zerstört ist, um für ein amerikanisches Magazin Reportagen über die Potsdamer Konferenz zu schreiben. Geismar ist nicht das erste Mal auf deutschem Boden. Bereits in den dreißiger Jahren war er Berlin-Korrespondent eines amerikanischen Radiosenders. Er ließ damals seine Geliebte Lena, die er bei der Arbeit kennenlernte, in Berlin zurück.

Er hofft nun, sie wiederzufinden, was ihm auch relativ schnell gelingt. Lena ist krank. Er sorgt dafür, dass sie bald wieder gesund wird. Nun lässt er sie nicht mehr aus den Augen. Sie leben zusammen. Geismar ist wegen der Konferenz in Potsdam. Per Zufall ist er dabei, als sie einen Toten, einen amerikanischen Soldaten, aus dem Fluss ziehen. Der Tote hat sehr viel Bargeld bei sich. Die Militärregierungen scheinen sich kaum für den Fall zu interessieren. Sie lassen den Toten nach Frankfurt bringen, wo er auch herkam. Aber Geismar lässt der Tote keine Ruhe. Er recherchiert auf eigene Faust und bezahlt dafür fast mit dem Leben. Per Zufall kriegt seine Kollegin die Kugel ab, die für ihn bestimmt war.

Lena entscheidet sich für Jake
Auf gut 600 Seiten beschreibt der Autor das zerstörte Berlin, das Leben der amerikanischen und russischen Besatzungsmächte, deren Umgang mit den Deutschen, die fast alle Nazis waren, sei es nun aus Überzeugung oder einfach nur, weil sie überleben wollten. Die Liebesgeschichte mit der verheirateten Lena, die sich diesmal von ihrem Mann trennen will, und die Aufklärung des Mordes ziehen sich wie zwei rote Fäden durch den ganzen Roman, der recht anspruchsvoll ist. Lena und Jake sind zwar zusammen, aber der Ehemann von Lena, Emil, der zunächst für tot geglaubt wird, lebt.

Er ist Wissenschaftler und hat an der Entwicklung der Raketentechnik im Dritten Reich mitgewirkt. Die Russen halten ihn fest. Die Amerikaner sind aber nicht weniger an ihm und seinem Wissen interessiert. Jake gelingt es, ihn ausfindig zu machen. Er sorgt dafür, dass er zu den Amerikanern kommt, was nicht ganz einfach ist. Der Preis, den Emil dafür zahlen muss, ist die Trennung von Lena, die sich für Jake entscheidet. Sie möchte mit ihm nach Amerika gehen. Der Roman ist sehr vielschichtig. Er gibt Einblicke in die Verbrechen des 3. Reiches, die Lager, die Arbeitslager, die Vernichtung der Juden und wie die Siegermächte damit umgehen. Im Nachkriegsdeutschland herrscht große Not. Die Militärregierungen haben jetzt das Sagen. Schwarzhandel und Korruption blühen.

Fazit

Eine Bettlektüre ist das Buch nicht gerade. Aber wer einen Einblick in dieses düstere deutsche Kapitel der deutschen Geschichte haben möchte, kommt auf seine Kosten. Der Autor greift Themen auf, die bei uns gerne unter den Tisch gekehrt werden.

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