In diesem Moment

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Rezension von: michaelkrause2 | Rezensionsdatum:

DER MUT, SICH NEU ZU ERFINDEN!

Der Sänger:

ist der Sohn des Jazzpianisten Eugen Cicero. Im Alter von 16 Jahren trat Roger mit dem RIAS-Tanzorchester auf und wurde später am Hohner-Konservatorium sowie an der Amsterdamer Hochschule der Künste in Hilversum im Jazzgesang ausgebildet. Nach Auftritten beim Montreaux Jazz Festival erschien im Mai 2006 sein Debütalbum „Männersachen“, das bis heute fünfmal mit Gold ausgezeichnet wurde. In den von und Matthias Haß komponierten und produzierten Songs kombiniert Swingmusik mit bissig-ironischen Texten. Ein Jahr später vertrat er mit „Frauen regier’n die Welt“ Deutschland beim Eurovision Song Contest und belegte Platz 19. Auch mit den Alben „Beziehungsweise“ und „Artgerecht“ konnte er an den Erfolg des Erstlings anknüpfen. Sein Debüt als Schauspieler gab er 2008 an der Seite von Heike Makatsch im Film „Hilde“, in dem er den Musiker Ricci Blum verkörperte.

Das Album:

Mit seinen ersten drei Alben bewies Roger Cicero, das Swing in deutscher Sprache deutlich mehr ist, als eine billige Frank-Sinatra-Kopie. Allerdings ist ihm nach diesen Alben und über dreihundert Auftritten das Korsett ein wenig zu eng geworden. Er wollte neue Wege gehen und nahm für die Produktion des vierten Albums eine Zäsur vor: Er trennte sich von seinem Erfolgsgespann Ramond/Haß und suchte sich ein neues Team. Über ein Jahr bastelte er mit Kollegen wie Rea Garvey oder Musikern von Jamiroquai, Juli oder Stanfour an neuen Songs, die von Kiko Masbaum und Roland Spremberg in der Produktion den letzten Schliff bekamen.

Mit gespannter Erwartung und leicht feuchten Händen erschien im Herbst 2011 das neue Album. Schon die im Vorfeld ausgekoppelte Single „In diesem Moment“ deutete an, dass die Hörer einen neuen Roger Cicero erleben werden. Und so kam es auch. Seine Swingwurzeln wirft er zwar nicht komplett über Bord, aber der Sound ist deutlich anders, als auf den ersten drei Alben.

Funk- und Discoelemente von den späten 50ern bis hin zu den 70ern prägen die neuen Songs. Da gibt es groovige Töne wie beim Opener „Alles kommt zurück“, verspielt funkige Nummern wie „Der Typ im Spiegel“ oder mit „Adieu und Kuss“ eine tolle Swingnummer mit James-Bond-Flair. Mit „Für nichts auf der Welt“ gibt es sogar eine flotte Popnummer, die seinerzeit als offizieller DFB-Fangsong zur Fußballeuropameisterschaft 2012 verwendet wurde.  Das klingt zunächst etwas ungewohnt, wird aber mit jedem Hören immer besser. Zumal Roger Cicero dadurch eine breitere Spielwiese für sein Stimmvolumen bekommt. Außerdem profitiert er von den erfahrenen Musikern, die seinem alten Gespann nicht nachstehen.

Ein Markenzeichen von Roger Cicero waren die pointiert-witzigen Textzeilen aus der Feder von Frank Ramond. Bis heute für viele Männer unvergessen die Zeile „Ich verstehe was sie sagt, aber nicht was sie meint“ aus seiner Debütsingle „Zieh die Schuhe aus“. Auch das neue Album ist gespickt mit direkten, lakonischen und stellenweise sehr poetischen Texten.

Die für mich besten Songs des Albums sind zwei ruhige Nummern: Die fast schon poppige Mainstreamsingle „In diesem Moment“ ist vielleicht der schönste Titel von Roger Cicero, da er nicht nur die Ohren sondern auch das Herz berührt. Gleiches gilt für den klaviergetragenen Schlusspunkt „Dunkelheit zu Licht“, bei dem er sein Stimmvolumen voll ausschöpfen kann.

Trackliste:

01 – Alles kommt zurück

02 – Für nichts auf der Welt

03 – Keine halben Sachen

04 – In diesem Moment

05 – Erste Liebe

06 – Einfach mal

07 – Der Typ im Spiegel

08 – Adieu & Kuss

09 – Eine Reise

10 – Was weißt du schon von mir

11 – Nicht für mich

12 – Zu zweit

13 – Dunkelheit zu Licht

 

Fazit:

Roger Ciceros Fans haben den Mut sich zu verändern mitgetragen. Und das ist gut so, beweist er doch mit diesem Werk, dass sich ein Musiker neu erfinden kann, ohne seine Wurzeln zu vergessen. Eine Gratwanderung, die oft nicht funktioniert. Wer den alten Roger Cicero mochte, wird hier neue Seiten entdecken, die ihm gefallen, wer mit der bisherigen Musik nichts anfangen konnte, sollte ein Ohr in dieses Album riskieren, da sich die Bandbreite von Roger Cicero ein ganzes Stück erweitert hat.

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