It’s my turn

Autorenwertung
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  • Gesamt
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It's my turn!

Eva Plorin (Übersetzer). Peter Hammer Verlag 2010, Gebundene Ausgabe, 240 Seiten, € 19,90

Rezension von: Ratte | Rezensionsdatum:

: It’s my turn

It’s my turn ist der zweite, ins Deutsche übersetzte Roman der jungen Nigerianerin. Wieder sind es zwei junge Frauen, die entgegen widriger Umstände versuchen, im Moloch Lagos ihr Leben auf die Reihe zu bringen und ein wenig Glück zu finden.

Inhalt

Die Freundinnen Rose und Tolani teilen sich eine Wohnung, denn in Lagos sind die Mieten für Normalverdiener nahezu unerschwinglich. Beide arbeiten in einer Bank, aber da hören die Gemeinsamkeiten eigentlich schon auf. Tolani stammt vom Land, ländlicher Ruhe und ländlicher Lebensart bleibt sie weiterhin verbunden. Ihre Mutter arbeitet als angesehene Künstlerin, sie färbt Stoffe in immer wieder neuen, innovativen Techniken. Tolani hat bescheidene Wünsche an das Leben, sie möchte ihren Freund Sanwo heiraten, Kinder, ein eigenes Zuhause haben. Aber Sanwo vertröstet sie seit Jahren und will von Hochzeit nichts hören. Er hat zwar einen Universitätsabschluss, ist aber im praktischen Leben zu gutgläubig und wenig durchsetzungsstark. Als „Mädchen für alles“ lebt und arbeitet er bei seinem Onkel, der ihn gnadenlos ausbeutet. Jede Geschäftsidee, die Sanwo voller Begeisterung entwickelt, endet im Desaster.

Rose ist pragmatischer. Sie hängt ihr Herz nicht an so eine „aussichtslose Sache“. Ihr Freund muss reich sein, denn das scheint ihr die einzige Möglichkeit, ihrem ärmlichen Leben zu entkommen. Als Rose eines Tages ihren Chef ohrfeigt, wird sie entlassen. In perverser Verdrehung der Tatsachen geben alle ihr die Schuld, heimlich froh, dass ihnen dieses Schicksal erspart geblieben ist. Tolani allein kann die Miete nicht bezahlen, obwohl sie jetzt Roses Posten als persönliche Assistentin des Chefs erhält – und in Angst lebt, dass ihr Chef seine Wut an der Freundin der Ohrfeigerin auslässt oder – wie zu erwarten – Tolani belästigt.

Rose lässt sich derweil mit OC Okonkwo ein, einem smarten, wohlhabenden jungen Mann. Rose genießt den Reichtum und fragt nicht, wo er herkommt. OC Okonkwo macht beiden Frauen einen Geschäftsvorschlag: Sie sollen für ihn als Drogenkuriere arbeiten, mit Kokain gefüllte  Kondome schlucken und nach England fliegen. Tolani, die ebenfalls ihren Job verloren und Sanwo ihre Ersparnisse geliehen hatte, lässt sich mit Rose darauf ein, beide über das Schlucken der „Bomben“, versuchen ihren Würgereflex und Ekel zu überwinden. Tolani hat jedoch zu große Bedenken, sie weiß, dass einige Kuriere gestorben sind an geplatzten Drogenpäckchen, weiß, dass Gefängnisse nirgendwo auf der Welt besonders schön sind. Rose will das nicht wahrhaben. In einem englischen Gefängnis bekäme man wenigstens regelmäßig genug zu essen und überhaupt, ihr werde natürlich nichts passieren. Sie übt weiter, lässt sich von ihrem Vorhaben nicht abbringen und fliegt letztendlich mit einem gefälschten Pass und dem Magen voller „Bömbchen“ los. Die Nacht darauf besucht OC Okonkwo Tolani heimlich und rät ihr, so schnell als möglich zu verschwinden, ehe die Polizei käme. Rose ist tot.

Tolani, zutiefst erschüttert, fährt zu ihrer Mutter und findet dort eine Möglichkeit, ihrem Leben vielleicht eine neue Richtung zu geben.

Fazit

Trotz der unsicheren Lebensumstände, der Schutz- und Rechtlosigkeit der jungen Frauen und dem chaotisch-düsterem Moloch der Millionenstadt Lagos ist It’s my turn kein trauriger Roman. Tolani erzählt flapsig, frech und witzig, knapp und treffend formuliert.

Ein witzig und rasant erzähltes Buch, das Spaß macht zu lesen.

 

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