Jean Bodin: Über den Staat

Autorenwertung
  • Systematik
    ein Buchein Buchein Buchein Buchhalbes Buch
  • Ausstattung
    ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
  • Übersetzungsqualität
    ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
  • Nutzen
    ein Buchein Buchein Buchhalbes Buchkein Buch
  • Gesamt
    4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne4 Sterne

Über den Staat

Jean Bodin. Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag 1986, Taschenbuch, 151 Seiten, € 5,00

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: Über den Staat

Das Buch wurde im Jahre 1572 als Original unter dem Titel „Sechs Bücher über den Staat“ veröffentlicht. Nach Aussage der Inhaltsangabe auf dem hinteren Buchdeckel gehört das (komplette) Buch „zu den klassischen Werken der politischen Wissenschaft. Sie befassen sich mit allen Bereichen des staatlichen Lebens, das ohne souveräne Gewalt nicht denkbar ist“. Das Buch gilt als früher Fürsprecher des Absolutismus. Das Buch gehört zu Reclams Universal-Bibliothek und trägt dort die Nummer 9812.

Das Buch

Wie die Inhaltsangabe richtig bemerkt, legt der Verlag hier eine gekürzte Fassung vor. Überschriften wie „Über die Staatsformen“, „Über die legitime Monarchie“, „Über die tyrannische Monarchie“, „Vom Finanzwesen“, „Über die Aristokratie“ und „Über Entstehung, Aufstieg und Blüte sowie Verfall und Zusammenbruch von Staaten“ zeigen, daß hier die politisch-staatswissenschaftlichen Gesichtspunkte bevorzugt ausgewählt wurden. Wirft der Leser einen Blick in das Buch, wird er schnell feststellen, daß selbst die ausgewählten Texte noch einmal verkürzt wiedergegeben werden.

Wer den kompletten Bodin`schen Text kennenlernen möchte, sei an die Internetenzyklopädie Wikipedia. Unter der Überschrift „Sechs Bücher über den Staat“ wird mit Stand vom 15.2.2012 eine gute, ausführliche, gründliche und dank ihrer populärwissenschaftlichen Herangehensweise auch leicht verständliche Inhaltsangabe abgeliefert.

Die Textauswahl macht den Hauptteil des Buches aus. In einem knapp zweiseitigen Kapitel beschreibt Gottfried Niedhart, der für Auswahl, Übersetzung und Nachwort verantwortlich ist, dann, nach welchen Kriterien das Buch zusammengestellt wurde. Das Nachwort liefert Hintergrundinformationen zu dem Autoren und seinem Werk. Abgerundet wird wird das Nachwort durch eine Einführung in die Bodin`sche Staatslehre.

Über den Autoren

Jean Bodin wurde 1529 / 1530 in Angers geboren. Er stammt aus bürgerlichen Verhältnissen mit bescheidenem Wohlstand. Sein Vater war vermutlich ein Schneidermeister. Nach seiner Schulausbildung wurde er Novize am örtlichen Karmeliterkloster, ging aber 1549 nach Paris, ohne Priester geworden zu sein. In der Hauptstadt studierte er sowohl an der Universität wie auch am humanistisch orientierten College des trois langues. In den 1550er Jahren war er dan an der Universität Toulouse, wo er römisches Recht studierte und unterrichtete. Ab 1561 war er als Anwalt in Paris zugelassen. Seine publizistische-wissenschaftliche Karriere begann er 1566. Insbesondere in den 1570er / 1580er Jahren hatte er immer wieder Kontakt zur Politik. So war er beispielsweise 1576 Delegierter des Dritten Standes auf der Ständeversammlung von Blois. Bodin starb 1596 an der Pest.

Eine Einordnung

Wie dick wäre das -Heft wohl ausgefallen, wenn Niedhart das gesamte Buch ins Deutsche übersetzt hätte? Ich habe keine genaue Vorstellung davon. Deshalb ist es für mich persönlich auch so schwierig, Bodin und sein Werk einzuordnen. Ist er nur zeitgeschichtlich interessant? Inwieweit kann man seine Gedanken auch auf heutige Verhältnisse übertragen?

Ich bin mir nicht sicher, wie geschickt die Herangehensweise des Verlages ist. Das vorliegende Buch gilt als das wichtigste Werk Bodins, der wiederum als der erste französische Staatstheoretiker von Rang gilt. Da Bodin der Familie einen bedeutenden Rang gibt, wäre es schon sinnvoll, dies Textpassagen beizufügen. In der vorliegenden Form macht da sBuch einen inhaltlich unvollständigen Eindruck. Was irgendwie bedauerlich ist. Wer bedeutend ist, soll auch den ihm gebührenden Rang in der akademischen Welt erhalten.

Ein Fazit

Das Buch ist ein wenig unbefriedigend. In der Welt der Staatstheoretiker, Politikwissenschaftler und Historiker dürften seine literarischen Hinterlassenschaften bedeutsam sein. Da hätte der Verlag schon eine genauere und trotzdem auch für den Laien verständlichere Auseinandersetzung mit Bodin – auc hwas die Textzusammenstellung anbelangt – gut zu Gesicht gestanden.

Wie bewerten Sie dieses Produkt?

Ihre Bewertung
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...

Schreiben Sie einen Kommentar