Jean van Hamme: Die Schriften des Nicodemus

Autorenwertung
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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Jean / Rene Sterne / Chantal de Spiegeleer: Der Fluch der dreißig Silberlinge Teil 1: Die Schriften des Nicodemus; Carlsen – Verlag Hamburg 2011; 56 Seiten; ISBN: 978-3-551-02336-0

Jean Hamme: Der Fluch der dreißig Silberlinge Teil 2: Die Pforte des Orpheus; Carlsen Verlag Hamburg 2011; 51 Seiten; ISBN: 978-3-551-02337-7

Die beiden Heft gehören zu der Comic-Abenteuerreihe „Die Abenteuer von Blake und Mortimer“. Da es sich um eine Fortsetzungsgeschichte handelt, macht es schon Sinn, sie auch in einer Buchbesprechung zu rezensieren.

Die Inhaltsangabe
Professor Philip Mortimer und Captain Francis Mortimer schmieden in ihrem Club in London Urlaubspläne. Zur selben Zeit wird ihr alter Gegenspieler „Colonel“ Olrik aus dem Gefängnis in Jacksonville / USA befreit. Das FBI informiert Blake sofort und bittet ihn um Hilfe.

Der anfängliche Ärger Mortimers über die Störung verfliegt allerdings schnell. Das Archäologische Nationalmuseum Athen bittet ihn nämlich, einen mysteriösen Fund zu begutachten.

Die Autoren
Jean van Hamme wurde am 16. Januar 1939 in der belgischen Hauptstadt Brüssel geboren. Nach seinem Studium der Finanzwissenschaft und Marketing hat er zunächst in mehreren Unternehmen gearbeitet. Comics schreibt er seit 1968; seit 1976 lebt er hauptberuflich davon. Er gilt als einer der erfolgreichsten Texter von Comics in Europa.

Die Blake & Mortimer – Reihe wurde von Edgard Felix Pierre Jacobs ins Leben gerufen.

Auch Jacobs wurde in Brüssel geboren und zwar am 30. März 1904. Schon zu der Zeit, als er an der Akademie der Schönen Künste studierte, verdiente er sich sein Geld als Werbegrafiker und Porträtmaler. In der Zeit von 1929 bis 1940 arbeitete er zunächst als Bariton an der Oper Lille. 1940 sorgte der Krieg dafür, daß Jacobs arbeitslos wurde. Also nahm er eine Stelle als Kolorist bei der Zeitschrift „Bravo“ an. Ab 1942 konnte er dann damit beginnen, eigene Figuren zu entwickeln. Ab 1943 arbeitete Jacobs mit Herge an der Neufassung der Tim&Struppi-Geschichten. Nach Meinungsverschiedenheiten mit Herge beendete Jacobs 1947 die Zusammenarbeit und kümmerte sich um seine eigenen Projekte. Das letzte Werk von Mortimer und Blake, an dem Jacobs noch mitgearbeitet hat, erschien 1970. Dann mußte sich Jacobs aus gesundheitlichen Gründen aus dem Arbeitsleben verabschieden. Familie und Arbeitskollegen tauchen immer wieder in Serien wie Mortimer und Blake oder Percy Pickwick auf. Jacobs starb am 20. Februar 1987 in Brüssel.

Hervorragend gezeichnet und spannend erzählt, verfolgt die Geschichte auch einen verschwörungstheoretischen Ansatz. Sie führt in die Frühzeit des Christentums und die griechische Mythologie ein. Gleichzeitig gibt es Bezüge zum Nationalsozialismus in Deutschland. So ist beispielsweise Oberst Rainer Graf von Stahl ein übriggebliebener Befehlshaber der Wehrmacht; als Auftraggeber von Colonel Olrik strebt er die Weltherrschaft an. Die Handlung ist zwar im Jahre 1955 angesiedelt. Der Ansatz, kirchlich-religiöse Motive in die Geschichte miteinzubeziehen, ist aber modern und schätzungsweise ab den 1990er Jahren verstärkt in der vorliegenden Form feststellbar.

Rene Sterne verstarb, als er an den Zeichnungen für das 1. Heft saß. Antoine Albin, Etienne Schroeder (Zeichnungen) sowie Laurence Croix (Text) traten in seine Fußstapfen.

Inhaltlich und zeichnerisch ist zum Glück nichts davon zu spüren. Die beiden Hefte bieten die gewohnte hochwertige und gut lesbare Unterhaltung, wie wir es aus der Comic Reihe gewohnt sind. Das Ende erscheint dabei ein bißchen blaß, weil ein wenig schnell, fast schon so, als solle der Leser auf weitere neue Geschichten vorbereitet werden.

Der Sekundärliteratur zufolge gelten die Geschichten um Blake & Mortimer als einflussreichste Klassiker des französischsprachigen belgischen Comics. Die akkurate Zeichentechnik, die sorgfältigen Recherchen (die man auch als neutraler Leser durchaus bestätigen kann) sowie die erzählerische Glaubwürdigkeit und atmosphärische Dichte sollen zu diesem exzellenten Ruf beigetragen haben.

Das Fazit
Hier liegt durchaus hervorragende Unterhaltung vor, die empfehlenswert ist.

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