Joachim Lilla: Statisten in Uniform

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Statisten in Uniform

Joachim Lilla (Bearbeitung). Droste Vlg 2004, Gebundene Ausgabe, 996 Seiten,

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Joachim Lilla: Statisten in Uniform Die Mitglieder des Reichstages 1933 – 1945 Ein biographisches Handbuch

Das Buch ist im Jahre 2004 im -Verlag aus Düsseldorf erschienen. Es ist 997 Seiten dick.

Die Inhaltsangabe

Er galt als der teuerste Gesangsverein der Welt: der deutsche Reichstag in den Tagen des Dritten Reiches. Wie war er zusammengesetzt? Wer gehörte ihm an? Wie wurde er gewählt? Wurde nach der nationalsozialistischen Machtergreifung überhaupt noch gewählt?

Fragen wie diese werden in der allgemeinen Diskussion über das Dritte Reich in der Öffentlichkeit faktisch nicht behandelt. Dort konzentriert man sich auf Personen, bestenfalls noch Einrichtungen wie die SS. Hintergrundwissen über andere Institutionen oder Nationalsozialisten auf der mittleren und unteren Kommandoebene wird so kaum vermittelt.

In seinem Hauptteil stellt das Buch die Mitglieder des Reichstages vor. Die Biographien enthalten in der Regel Angaben über Geburts- und Sterbetage (inklusive der dazugehörigen Orte), Konfessionszugehörigkeit, Daten zum beruflichen Werdegang vor der Machtergreifugn und detaillierte Angaben zum Werdegang im Dritten Reich.

Erstaunlich dabei: Einige jüngere Reichstagsabgeordnete sind während des Krieges bei Kampfhandlungen getötet worden. Es fehlen Fotographien sämtlicher Reichstagsabgeordneten. Was bedauerlich ist. Nicht nur, weil es von vielen Reichstagsabgeordneten tatsächlich Fotos gibt, sondern auch, weil das Buch dann anschaulicher geraten wäre.

In einem Angang gibt es formale Angaben zum Reichstag, so beispielsweise die Reichswahlkreise und Reichswahlvorschläge aus der Zeit von 1924 bis 1938.

Die Besprechung

Das Buch trägt den Unter-Untertitel „Unter Einbeziehung der völkischen und nationalsozialistischen Reichstagsabgeordneten ab Mai 1924“. Auch wenn ihre Zahl gering sein mag, so tauchen auch sie hier auf. So ist es nicht verwunderlich, daß in dem Buch 1295 Personen zusammengetragen wurden.

Es muß schon eine akribische Sisyphusarbeit gewesen sein, die hier aufgelisteten Daten zusammenzutragen, auch wenn sie in der Regel nur bis zum Kriegsende reichen. Über den weiteren Lebensweg der Herren (Frauen tauchen hier sinnigerweise keine auf) ab Kriegsende wird hier nichts weiter gesagt.

Wie sieht die Arbeit des Reichstages ab der 2. Jahreshälfte 1933 aus? Welche Reden wurden gehalten, welche Gesetze beschlossen? Wie wurden die Parlamentarier entlohnt?

Fragen wie die hier bespielhaft genannten harren einer Antwort. Gibt es schon geschichtswissenschaftliche bzw. politikwissenschaftliche Literatur, die Antworten darauf gibt? Wenn nicht, wäre es wohl das nächste große Projekt für den Autoren dieses Buches.

Ein Fazit

Auf den ersten Blick mag das Thema abseitig erscheinen. Wen interessiert es schon, wer dem Reichstag während der Nazi-Diktatur angehörte. Faktisch war es entmachtet; die Gesetze wurden in der täglichen Praxis von der Regierung erlassen. Wer sich für statistische wie geschichtliche Fragestellungen gleichermaßen interessieren kann, der wird hier bestimmt ein spannendes und interessantes Buch in den Händen halten.

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