Jörg Schaffelke: Zingst

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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

: 125 Jahre Ostseebad Zingst; Sutton – Verlag Erfurt 2006; 96 Seiten; ISBN: 3-89702-980-4

Unternehmungslustige Bewohner von Zingst schlossen sich im Jahre 1881 zu einem Badekommitee zusammen. Sie begründeten damit das Badewesen in dem kleinen Ort an der Ostsee. Der Erholungsort zwischen Bodden und Ostseewellen ist ansonsten in der breiten Öffentlichkeit leider ziemlich unbekannt. Daß der Ort im nordöstlichen deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern natürlich sehr viel älter ist, braucht hier wohl nicht extra erwähnt zu werden. Das Buch konzentriert sich inhaltlich auf den Freizeitbereich.

Die eigentliche Buchbesprechung

Hier liegt mal keiner der Bildbände vor, wie er ansonsten für den ostdeutschen Verlag so typisch ist. Trotz des hohen Anteils an Schwarzweißfotographien (es sind 110 größtenteils bisher noch nicht veröffentlichten Aufnahmen) stehen die Texte von Schaffelke, Wolfgang Janke, Reinhard Lampe und Leberecht Jeschke deutlich im Vordergrund. Der Küstenschutz wird dabei genauso behandelt wie das Badewesen, der Fremdenverkehr, die Landwirtschaft und die Schiffahrt. Sie sollen die Entwicklung des Ostseebades von 1881 bis in unsere Tage vorstellen. Natürlich kann ein solches Buch kein geschichtswissenschaftliches Werk sein, daß exakt recherchiert und gründlich dargestellt alle historisch wichtigen Informationen bietet. Schließlich gehören die Bewohner von Zingst, aber auch sonstige interessierte Leser zur Zielgruppe des Buches. Da reicht ein guter Überblick, wie er hier vorliegt. Schaffelke ist Mitglied im Heimatverein Zingst.

Das Buch ist zwar auch ein Geschichtsbuch, in dem auf längst vergangene Tage zurückgeblickt wird. Viel mehr ist es eine gelungene Werbung für den Ostseebadeort jenseits des Hochglanzes. Hier blicken Leute aus Zwingst auf ihre Heimat und stellen sie vor. Ein Reiseführer ist das Buch trotzdem noch lange nicht. Der Form halber fehlen dafür Annoncen für Gastronomie und Hotellerie sowie die Touristeninformation und Kurverwaltung – die muß der interessierte Leser woanders suchen.

Unter touristischen Gesichtspunkten war die ehemalige DDR für viele Westdeutsche ein Niemandsland, in dem niemand Urlaub machen wollte und konnte. Es ehrt vor allem den Verlag, diese Lücke allmählich zu schließen und durch seine Bildbandreihen und anderen Publikationen Deutschland und seine Geschichte vorzustellen, zumindest dann, wenn es sich unternehmerisch lohnt und die Bücher auch verkäuflich sind. Wie sonst sollte man auf eine so erfreuliche Art und Weise Orte kennenlernen, von denen man im normalen Alltag nichts hört? Es lohnt sich also schon, auf den Internetseiten nachzuschauen, über welche Regionen der Sutton-Verlag ansonsten noch Bücher veröffentlicht hat.

Das Fazit

Das Buch gehört zwar nicht zu den „üblichen“ Bildbandreihen des Verlages aus Ostdeutschland. Es ist aber ansprechend gestaltet und – viel wichtiger! – es stellt einen Ort vor, der in der normalen Tagesberichterstattung nicht vor kommt. Allein schon deswegen ist es interessant, dieses Buch zu lesen.

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