Jürg Bolliger

Sei stark!

Jürg Bolliger. Books on Demand 2012, Taschenbuch, 232 Seiten, € 14,90

Rezension von: Rezension.org | Rezensionsdatum:

Zum heutigen Interview begrüßen wir den Autor auf Rezension.org

Warum wollten Sie Autor werden?
Es war nie mein Ziel, Autor zu werden. Ich hatte zwar schon lange den Wunsch – oder eher den Traum, irgendwann einmal ein Buch zu schreiben. Ich habe dieses Vorhaben vor mich hingeschoben, ohne es konkret anzugehen. Eben: irgendwann…

Nun haben Sie den Traum doch konkret umgesetzt. Wie sind Sie dazu gekommen?
Im letzten Herbst habe ich über Facebook vom Novemberschreiben gelesen und habe mich spontan angemeldet.

Novemberschreiben? Was ist das?
Die Idee des Novemberschreibens ist, im November einen Roman mit mindestens 50’000 Worten zu schreiben. Mit der Anmeldung habe ich mich selbst ein wenig unter Druck gesetzt. Oder anders ausgedrückt, ich habe das „Irgendwann“ in die Gegenwart geholt.

Wie sind Sie vorgegangen?
Ich habe einfach mal begonnen zu schreiben. Jeden Tag eine oder zwei Stunden, manchmal auch mehr.

Haben Sie die Handlung geplant, bevor Sie begonnen haben zu schreiben?
Nein, ich habe wirklich einfach drauflos geschrieben. Es klingt verrückt, aber manchmal war es für mich selbst spannend, wie die Geschichte weitergehen wird. Da ich das Ziel der dreissig Tage vor mir hatte, blieb nicht viel Zeit, um zu planen. Das war für mich ein Vorteil. Ich hatte nicht den Anspruch gut zu schreiben, sondern einfach zu schreiben.

Und Ende November haben Sie Ihr Ziel erreicht?
Ja, es war ein gutes, befriedigendes Gefühl, am 30. November einen Roman mit 50’386 Worten im Computer zu haben. Die Arbeit war damit jedoch noch nicht zu Ende. Nun machte ich mich dran, die Geschichte zu überarbeiten, mehrmals. Wie ich bereits erwähnt habe, hatte beim Schreiben Quantität höhere Priorität als Qualität. Das hatte zur Folge, dass ich im Nachhinein gewisse Stellen anders formulierte, löschte und auch neue Passagen einfügte.

Was ist für Sie das Schöne am Schreiben?
Wenn wir durchs Leben gehen, sehen wir andere Menschen nur von aussen. Mich fasziniert auch, was Menschen zu ihrem Verhalten bewegt, was sie denken und fühlen. Mit dem Verfassen eines Romans, habe ich die Möglichkeit, Menschen nicht nur von aussen zu beschreiben, sondern auch ein Teil ihres Innenlebens sichtbar zu machen.

Worum geht es in Ihrem Buch?
Der Roman handelt von Leo, der seinen Job verliert und kurz darauf der geheimnisvollen Anja begegnet. Beim Versuch, ihr zu helfen, gerät er selbst in grosse Schwierigkeiten und wird später von der Polizei wegen Mordverdachts gesucht. Im Laufe der Handlung wird Leo immer wieder mit seinem inneren Anspruch, immer stark sein zu müssen, konfrontiert.

Welcher Teil des Buches gefällt Ihnen persönlich am besten?

Mir gefällt das ganze Buch. Und wenn ich mich für einen bestimmten Teil entscheiden soll, ist es das Kapitel 24.

Weshalb?
Ich möchte nicht zu viel verraten. Ich glaube, in diesem Kapitel ist es mir gut gelungen, verschiedene Personen in einer angespannten Situation mit einer prise Humor zu beschreiben.

Wie waren die Rückmeldungen Ihrer Freunde und Bekannten zu Ihrem Buch?
Die Rückmeldungen waren alle sehr ermutigend. Das Buch sei spannend bis zum Schluss, gut zu lesen, glaubwürdig und aus dem Leben gegriffen.

Was machen Sie beruflich?
Ich bin in Erwachsenenbildung und Coaching tätig – im Rahmen einer GmbH, an der ich zu 50% beteiligt bin.

Was lesen Sie selbst gerade?
Nachdem ich letzte Woche „Die Zeit, die Zeit“ von Martin Suter und „Der Seitensprung“ von Karin Alvtegen gelesen habe, mache ich mich jetzt an die Herr-Lehmann-Trilogie von Sven Regener.

Werden Sie weitere Bücher schreiben?
Ja. Im Moment arbeite ich an einem Buch mit Kurzgeschichten. Es wird im November veröffentlicht. Und ein weiterer Roman wird sicher auch erscheinen – irgendwann.

Betreiben Sie eine eigene Webseite?
Ich führe www.juerg-bolliger.ch in Blogform und habe eine Facebook-Seite zu meiner Tätigkeit als Autor erstellt: www.facebook.com/bolligerschreibt. Auf beiden Seiten besteht die Möglichkeit, Rückmeldungen und Fragen in Form von Kommentaren zu hinterlassen. So wird der Dialog zu Leser/innen oder Interessierten möglich, was ich sehr schätze.

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