Junggesellenabschied

Autorenwertung
  • Story
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  • Charaktere
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  • Dialoge
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  • Humor
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  • Gesamt
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Junggesellenabschied

Julia Walther (Übersetzer). Rowohlt Taschenbuch Verlag 2009, Taschenbuch, 368 Seiten, € 18,80

Rezension von: Kokoro | Rezensionsdatum:

Junggesellenabschied von

Inhalt
William Walker ist frisch verheiratet und schreibt in Form eines Tagebuches seine Gedanken und Aktivitäten während seines ersten Ehejahres auf (der englische Originaltitel lautet dementsprechend auch: William Walker´s First Year of Marriage). Es beginnt wenige Tage vor der Hochzeit, der Bräutigam ist aufgeregt und vertraut seinem Tagebuch an: „Ich hatte noch nie einen Dreier. Ich habe noch nie an einer Orgie teilgenommen. Ich war noch nie mit einer Frau aus Schweden im Bett.“ … „Wenigstens habe ich die vier Prüfungen bestanden…“ Das Eheversprechen. Nicht brüllen, nicht winseln, nicht ohnmächtig werden. Ganz einfach.“ Danach folgen Beschreibungen der ersten Wochen, Umtausch der Hochzeitsgeschenke (wobei hinterher nur Dinge eingetauscht werden, die die Ehefrau haben wollte, der Ehemann geht leer aus), dem Alltag nach der Hochzeit und den Treffen mit Freunden, der Suche nach einem neuen bezahlbaren Heim usw.

Schließlich zieht mit Saskia, Williams Exfreundin, eine neue Nachbarin des jungen Ehepaares ein, die erneut mit William über SMS und anderen Aktivitäten Kontakt aufnimmt. William möchte sie diverser Lügen und Manipulationen überführen und beobachtet sie, um sie dann zum Reden zu bringen.

Fazit
Um es kurz zu machen: Eines der schlechtesten Bücher, das dem Rezensenten je untergekommen ist!

Die Idee, einen Mann-Frau-Konflikt im ersten Ehejahr zu schildern, ist sicherlich sehr gut, aber die Umsetzung ist leider so schlecht, daß man schon nach wenigen Seiten die Lektüre bereut – und auch im Verlauf der leider über 350 Seiten wird die Qualität nicht besser.

Die „Tagebucheintragungen“ sind so dermaßen gewollt und gestellt „komisch“ bzw. „lustig“ geschrieben, daß der Leser Mühe hat, weiterzulesen. Ein Beispiel von vielen: „Lieblings-Schwiegermutterwitz: Mein Schwiegervater wurden gestern von der Polizei angehalten. Der Polizist sagte zu ihm: Sir, Ihre Frau ist vor fünf Kilometern aus dem Auto gefallen. Darauf mein Schwiegervater: Dem Himmel sei Dank. Ich dachte schon, ich sei plötzlich taub geworden“.

In diesem Sinne ist das ganze Buch aufgebaut. Der Autor sucht willkürlich und krampfhaft nach „lustigen“ Episoden, die er aufnehmen kann, baut Dialoge ein, die den Leser zum Lachen bringen sollen und verarbeitet dabei sämtliche Ehe-,Mann/Frau-, Schwiegermutter-, Bester-Freund-Klischees, die existieren. Herausgekommen ist daher ein Sammelsurium an losen Episoden, die  in eine – ebensowenig lustige wie spannende – Geschichte aus dem ersten Ehejahr eines Mannes gepreßt werden, verpackt in eine Pseudotagebuchform.

Auch dem Verlag scheint keine wirklich sinnvolle Beschreibung des Autors eingefallen zu sein, denn auch diese ist gewollt „lustig“ geschrieben und hätte eigentlich schon vor der Lektüre Böses ahnen lassen müssen, denn es heißt über Rudd: „Im Namen des Journalismus hat er es bereits allein mit drei mexikanischen Wrestlern aufgenommen, eine Affäre in Second Life gehabt, sich im … Pub hemmungslos betrunken, sich auf einer japanischen Toilette blaue Flecken geholt und seiner Frau Harriet mit der neuesten GPS-Technik nachspioniert. Er hat außerdem Marks-und Spencer-Splips einem Belastungtest unterzogen, spricht aber nicht gern darüber.“

Der einzig positive Aspekt an dem Buch ist die sorgfältig gemachte Übersetzung von Julia Walther, die nicht nur die Vokabeln sehr treffsicher auswählt, sondern auch die Dialoge, so schlecht und wenig witzig sie im Original sind, zumindest sehr natürlich und aktuell übersetzt.

Bei diesem Buch sollte jedem Buchfan nicht nur das Geld für den Kauf zu teuer sein, sondern auch jede Minute, die er mit dem Lesen dieses Werkes verbringt. Absolut abzuraten!

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