Kirchengemeinde St. Lambertus: Apollinarius

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Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Katholische Pfarrgemeinde Sankt Lambertus Düsseldorf: Sankt Apollinaris Düsseldorfer Stadtpatron; Düsseldorf 2003; 34 Seiten; ISBN: 3-931739-29-5

Das Mineralwasser Apollinaris kennt wohl jeder, zumindest dem Namen nach. Das Mineralwasser ist – wen sollte es wundern? – nach einem katholischen Heiligen benannt. Im Gegensatz zu Heiligen wie Sankt Martin ist Apollinaris in der breiten Öffentlichkeit aber ziemlich unbekannt. Wer oder was verbirgt sich hinter ihm?

Dr. Manfred Becker-Huberti, den wir ja schon von anderen Veröffentlichungen kennen, ist der Autor dieses Heftes. Sehr ausführlich und sehr anschaulich stellt er den heiligen Apollinaris vor. Die Beschreibung bleibt nicht bei der Person stehen, sondern schildert auch, in welcher Form Apollinaris verehrt wird. Becker-Huberti verläßt auch Düsseldorf und schaut, wo dem Heiligen sonst noch gehuldigt wird.

Unterstützt durch Farbfotos entsteht so ein lebendiges Bild der katholischen Heiligenverehrung. Auffällig ist dabei auch ein Seitengestaltungsmerkmal. Auf jeder Seite gibt es oben und unten von links nach rechts einen rotbraunen Balken. Auf den Seiten mit den geraden Ziffern wird das Thema angegeben, das gerade behandelt wird. Auf der Seite mit den ungeraden Ziffern gibt es im rechten Drittel der Seite einen weißroten senkrechten Balken, in dem eine Apollinaris-Statur zu erkennen ist.

Wie bekannt der heilige Apollinaris in Düsseldorf ist, sei einmal dahingestellt. Außerhalb der katholischen Kirche dürfte sein Namen nur wenigen Leuten geläufig sein. Von daher ist es schon löblich, daß die Kirchengemeinde in einer Schrift auf den Patron der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt aufmerksam macht. In Zeiten, in denen Bildung groß geschrieben wird, kann dies nicht hoch genug geschätzt werden.

Selbstverlag bezeichnet die Herausgabe eines Buchs oder einer anderen Publikationen durch den Autor bzw. sonstigen Herausgeber selbst. Neben Einzelpersonen publizieren auch Institutionen im Selbstverlag, wie z. B. Universitäten in ihrem Umfeld entstandene Dissertationen etc.

Der Autor als Selbstverleger muß den kompletten Prozess einer Buchveröffentlichung steuern und verantworten. Reine Eigenleistungen sind dabei neben dem Schreiben das Lektorat, das Design des Umschlags sowie werbewirksame Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Insbesondere für die Herstellung (klar, wer hat denn schon eine Druckmaschine bei sich zuhause im Keller?), oft aber auch für den Vertrieb werden von Selbstverlegern externe Dienstleister zu Hilfe genommen.

Die meisten Autoren streben die Veröffentlichung und Betreuung ihrer Werke in professionellen Verlagen an und empfinden die Herausgabe ihrer Werke im Selbstverlag nur als Notlösung, wenn es nicht anders geht.
„Viele wissenschaftliche Einrichtungen wie Universitäten („Universitätsverlag der TU Berlin“, Verlagsnummer 7983), einzelne Institute („Institut für Wohnpolitik und Stadtökologie e. V.“, Verlagsnummer 89215) oder Wissenschaftstransferstellen wie das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Verlagsnummer 87994, bieten Selbstverlage an. Wissenschaftliche Publikationen mit kleiner Auflage rechnen sich für wirtschaftlich orientierte Verlage kaum. Über einen Selbstverlag lassen sich hingegen im Hinblick auf einen festen Abnehmerkreis und bei Übernahme der wissenschaftlichen Redaktionsarbeit Publikationen nahezu zum Selbstkostenpreis produzieren. Wenn eine Institution wie eine Universität dann noch die Herstellung vorfinanziert, können sich die Herausgeber auf das Lektorat konzentrieren. Ansonsten erbringt oder finanziert auch hier der Autor oder die Institution Leistungen wie Lektorat, Herstellung und Marketing selbst,“ berichtet die Internet-Enzyklopädie Wikipedia.

Literarische Veröffentlichungen im Selbstverlag sind gerade wegen der zahlenmäßig rapide wachsenden Anzahl von „Druckkostenzuschußverlagen“ und der fehlenden Qualitätskontrolle durch einen unabhängigen Dritten sehr wenig angesehen. „Der schlechte Ruf des Selbstverlegertums ist durchaus im wirtschaftlichen Interesse der etablierten Verlage. Da jedoch inzwischen nicht wenige Verlage gerade bei den Lektoraten Einsparungen vorgenommen haben sowie selbst Titel renommierter Autoren schon nach kurzer Zeit aus dem Programm nehmen und deren Autoren somit zum Selbstverlag geradezu zwingen, zeichnet sich hier womöglich eine Aufweichung des schlechten Rufs oder zumindest eine differenzierte Betrachtung von Selbstverlegern ab,“ hält Wikipedia allerdings dagegen.

Dieser Schwenk sei an dieser Stelle schon erlaubt. Die Begründung? Ganz einfach. Sie soll hier gegeben werden.

Becker-Huberti ist der ehemalige Sprecher des Erzbistums Köln. Er ist – zumindest als Autor und fachlich – nicht irgendwer. Eine Kirchengemeinde als Teil der katholischen Kirche ist nicht irgendwer. Beide bei sich im Programm zu haben ist also – für einen Verlag – nicht zu verachten. Das Düsseldorfer Stadtpatronat mag auf den ersten Blick vielleicht sehr lokal erscheinen. Setzt man es aber in einen größeren Zusammenhang – wie beispielsweise Kirche, Heilige u. ä. -, ließe sich daraus für einen Verlag aber schon ein lohnenswertes Projekt entwickeln. Es ist daher schon erstaunlich, daß ein Heft wie dieses im Selbstverlag herausgegeben wurde und nicht den Weg zu einem Verlag fand.

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