Klaras Haus

Autorenwertung
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Klaras Haus

Sabine Kornbichler. Knaur 2000, Taschenbuch, 304 Seiten, € 9,99

Rezension von: gerdahutt | Rezensionsdatum:

– Ein Zufluchtsort

Inhalt
Zwei Frauengestalten, Nina und Charlotte, stehen im Mittelpunkt dieses Romans, der ziemlich genau 300 Seiten umfaßt. Sie treffen sich in Klaras Haus, wo sie beide Zuflucht suchen, um sich selbst zu finden. Klara war eine Verwandte. Da sie selbst keine Nachkommen hatte und ziemlich vermögend war, vermachte sie das Haus in Pellworm, einer Insel in der Nordsee, ihren Verwandten. Mit dem Geld, das sie hinterlassen hat, soll das Haus instand gehalten werden und als Zufluchtsort für ihre angeheirateten Verwandten dienen.

Daß sie es sobald in Anspruch nehmen würde, hätte Nina nicht gedacht. Sie ist so um die 40 Jahre alt und mit einem Anwalt verheiratet. Sie flüchtet in das Haus, als sie mitbekommt, daß ihr Mann, Carl, eine Affäre hat, ausgerechnet mit ihrer Freundin Simone. Sie will ihrem Mann Zeit geben, um zur Besinnung zu kommen und zurück zu ihr. Doch zur erhofften Versöhnung kommt es nicht. Carl erklärt ihr, daß er sich für ihre Freundin, die ein Kind von ihm erwartet, entschieden hat. Nina versteht die Welt nicht mehr, stürzt fast ins Bodenlose und flüchtet sich erneut in das Haus in Pellworm.

Gegensätze ziehen sich an
Hier trifft sie Charlotte, eine Verwandte, die ebenfalls Probleme hat. Beide sind sich zunächst nicht wohlgesonnen. Doch das ändert sich bald. Beide unternehmen viel gemeinsam und unterhalten sich über ihre Probleme. Nina erkennt, daß sie an der Entfremdung ihres Mannes selbst schuld ist. Sie wollte ein Kind. Er nicht. Als sie schwanger ist, treibt sie das Kind ab, ohne mit ihrem Ehemann darüber zu reden. Diesen Schritt, den sie im Alleingang entschieden hat, verwindet sie nicht und lastet ihn ihrem Ehemann Carl an. Es folgt, was folgen muß.

Charlotte ist ganz anders gestrickt. Sie ist verheiratet und hat vier Kinder. Was treibt sie in Klaras Haus? Was bereitet ihr Kummer? Es ist eine Urne, mit der Asche ihres verheirateten Geliebten, von dem sie sich hier verabschieden möchte. Hier treffen Opfer und Täter aufeinander und setzen sich miteinander auseinander. Nina fängt sich und will wieder in ihren früheren Beruf als Schreinerin zurück. Charlotte trennt sich von ihrem Ehemann und zieht mit ihren vier Kindern zu Nina nach Frankfurt.

Fazit
Es gibt kein Happy End im herkömmlichen Sinne. Die beiden Frauen erkennen, welche Fehler sie gemacht haben. Aber ein zurück gibt es nicht. Nur einen Weg nach vorne.

Die Autorin beschreibt hier zwei Frauen, die den Weg zu sich selbt finden und sich von gesellschaftlichen Zwängen lösen. Das Buch ist leicht leserlich geschrieben und gut verständlich. Eine unterhaltsame und spannende Urlaublektüre, die zum Nachdenken über das eigene Leben anregt und einen Ansporn gibt, dieses selbst in die Hand zu nehmen.

Gerda Hutt

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