Kleine Geschichte Afrikas

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Kleine Geschichte Afrikas (Reclams Universal-Bibliothek)

Winfried Speitkamp. Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag 2009, Broschiert, 517 Seiten, € 11,80

Rezension von: AndreasRuedig | Rezensionsdatum:

Wilfried Speitkamp: Kleine Geschichte Afrikas

Das Buch ist im Jahre 2009 im Philipp Reclam jun. Verlag, der ja bekanntlich in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart ansässig ist, erschienen. 517 Seiten dick, gehört er zu Reclams Universal-Bibliothek und hat dort die Nummer 17063.

Die Inhaltsangabe

Das Buch stellt die Geschichte des Afrikas südlich der Sahara vor. Es geht dabei um mächtige Staaten und nicht-staatliche Gesellschaften in vorkolonialer Zeit. Die Zeitreise macht auch vor dem transatlantischen Sklavenhandel, dem europäischen Kolonialismus, dem Befreiungskampf, die Staatsbildung „bis zum aktuellen Ringen um Staatlichkeit, gute Regierung, Befriedung, Demokratisierung und Vergangenheitsbewältigung“, wie es die Inhaltsangabe auf dem zitronengelben, hinteren Buchdeckel berichtet, nicht halt.

Der Autor

Speitkamp ist Jahrgang 1958. Er schloß sein Studium der Geschichte 1986 mit der Promotion und 1994 mit der Habilitation ab. Als das Buch auf den Markt kommt, lehrt er Neuere Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Das Buch

Das Buch betrachtet die Geschichte des schwarzen Kontinents von seinen Anfangstagen bis heute. Das erste große Kapitel reicht bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Die drei folgenden Kapitel beschreiben dann praktisch die Neuzeit. Die vier Kapitel weisen alle dieselbe Grundstruktur auf. Zuerst gibt es eine Zeittafel, die alle wichtigen historischen Ereignisse aus der besprochenen Zeitperiode vorstellt. Die folgenden Unterkapitel geben dann in Fließtextform eine allgemeine Übersicht zu Themen wie Politik, Religion, Wirtschaft und gesellschaftlichen Strukturen.

Auffällig dabei: Es gibt zwar einige Landkarten und Tabellen, die Afrika zu kolonialer Zeit beschreiben. Die letzte Landkarte umfaßt eine Doppelseite und beschreibt die staatliche Aufteilung Afrikas zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Dieses Vorgehen ist allerdings bedauerlich. Es fehlen schlichtweg Fotos. Wie sah es früher in Afrika aus, beispielsweise in Johannesburg, Kapstadt und Namibia? Wie sieht das Antlitz Jomo Kenyattas, Nelson Mandelas, Mobutus, Idi Adims, Mengistu Haile Mariams, Robert Mugabes und Sam Nujomas aus? Gibt es Bilder von Gustav Nachtigall? Ich erwähne hier nur die prominenten Personen, die auch Nicht-Fachleute aus der Tagespresse kennen können. Es wäre schon schön und auch hilfreich gewesen, die Erinnerung an sie anhand von Fotos lebendig zu halten.

Der Verlag klebt hier zu sehr an Format und Gestaltung (beide als Erkennungsmerkmale); eine andere Gestaltung der Bücher würde auch eine Erweiterung unter optischen und inhaltlichen Gesichtspunkten ermöglichen. Allein schon die Vergrößerung der Seiten auf DIN A4 – Format würde einen solchen Sprung nach vorne ermöglichen.

Das Buch kann natürlich keine Geschichte einzelner afrikanischer Staaten bieten. Dann wäre es unter Umständen sehr kurz und hätte eher Wörterbuchcharakter.

Eine Beurteilung

Das Buch beschreibt in leicht verständlicher Form die Geschichte Afrikas bis zum Jahre 2007. Es ist somit auch für Leser ohne große Vorkenntnisse geeignet. Es ist dabei sicherlich nachvollziehbar, daß der Autor zwar eine fundierte, gründliche Übersicht bieten kann. Mehr als ein Einstieg, der bei Interesse zum eigenständigen Weiterlesen und Einarbeiten an anderer Stelle anregt, kann das vorliegende Buch aber nicht sein. Dafür ist das Thema dann doch zu komplex.

Ein Fazit

Die Geschichte Afrikas ist bei uns in Deutschland ein Randthema, bei dem ja selbst über den deutschen Kolonialismus nicht gesprochen wird. Von daher ist das Buch vordergründig nur für Fachleute interessant. Angesichts einer zunehmenden Einwanderung aus Schwarzafrika dürfte es aber nicht verkehrt sein, sich auch mit diesem Thema zu beschäftigen.

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