Knallhart

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Knallhart

David Kross (Hauptdarsteller). DCM (Vertrieb Universum Film) 2006, DVD, € 24,99

Rezension von: istillreadbooks | Rezensionsdatum:

Knallhart

Inhalt
Michael bekommt zu seinem 15. Geburtstag ein „ganz besonderes Geschenk“ von seinem Stiefvater. Dieser hat von Michaels Mutter genug und jagt sie und Michael kurzerhand aus dem Haus. Von nun an beginnt für Michael ein anderes Leben: Kurzerhand muss er gemeinsam mit seiner Mutter aus der schicken Villa in Zehlendorf in eine winzige Wohnung im Berliner Problembezirk Neukölln umziehen. Kaum in Neukölln angekommen, beginnen für Michael auch schon die Probleme.

Bereits in seiner neuen Schulklasse merkt Michael, dass hier ein anderer Wind weht: Wer sich freiwillig am Unterricht beteiligt, wird nicht nur schnell zum Außenseiter, sondern muss auch damit rechnen, ebenso schnell ein paar Schläge zu „kassieren“. Und so gerät Michael schnell in die Fänge von Erol und seiner gewalttätigen türkischen Gang. Diese „zocken“ Michael anfangs nach Strich und Faden ab, und nachdem sie ihn zum ersten Mal verprügelt haben, erpressen sie ihn – Michael sieht sich daraufhin zu einem Einbruch gezwungen, um Erols Geldforderung erfüllen zu können. Zunächst scheint es für Michael keinen Ausweg aus dem Teufelskreis der Gewalt und Hilflosigkeit zu geben, doch dann lernt Michael, der lieber Polischka genannt werden will, durch Zufall den arabischen Drogendealer Hamal kennen. Und vor Hamal hat Erol Respekt…

Ein kompromissloser und erschreckend realistischer Film über Kriminalität und Gewalt in einer deutschen Großstadt
„Knallhart“ ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Gregor Tessnow. Auch wenn die Geschichte von „Knallhart“ rein fiktiv ist, erzeugt der Film eine ungemeine Beklemmung und der Zuschauer wird immer wieder von der Brutalität der Bilder gepackt. Der Film öffnet dem Zuschauer in gewisser Weise die Augen und beweist, dass es keines Dokumentarfilms bedarf, um die oft grausame Realität darzustellen. Die Geschichte von Michael und seiner Mutter Miriam (gespielt von ) zeigt, wie schnell Menschen den Boden unter den Füßen verlieren können, und wie eine kriminelle soziale Umgebung auch Opfer zu Tätern macht.

Michael findet sich zunächst nicht zurecht in Neukölln – seine Mutter unterstützt ihn mehr schlecht als recht, und ihr Interesse gilt vor allem der Suche nach einem neuen solventen Liebhaber, der sie wieder aus Neukölln herausholt. Doch auf ihrer Suche gerät sie immer wieder an die falschen Männer, und Michael hat darunter zu leiden. Wirkliche Unterstützung erfährt Michael nur von seinen beiden Freunden Matze und Crille, die ihn jedoch auch nicht vor den Schlägen Erols beschützen können. Als Hamal auftaucht, überlegt Michael nicht lange, und nimmt Hamals „Jobangebot“ an. Fortan verdient Michael als Drogenkurier viel Geld und ist vor Erol und seiner Gang sicher. Doch eines Tages geht etwas gewaltig schief, und Michael muss sich entscheiden, auf welcher Seite er steht. So erzählt „Knallhart“ nicht nur die Geschichte eines Jungen, der aus Mangel an Perspektiven vom Opfer zum Täter wird, sondern der Film zeigt zugleich auch das tragische Ende einer Kindheit.

Fazit
„Knallhart“ ist das schonungslose Porträt eines Jungen, dessen Jugend abrupt endet, und der durch seine soziale Umgebung dazu gedrängt wird, jegliche Skrupel schon früh abzulegen. Dem Regisseur gelingt ein spannender Film, der dokumentiert, wie ein Mensch aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird und von nun an selbst für sein Leben verantwortlich ist, dabei jedoch keine Chance hat, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ohne Zweifel ist „Knallhart“ ein kleines Meisterwerk, welches in den Kinos leider nur mäßig erfolgreich war, dafür jedoch gleich mit 3 „Lolas“, ausgezeichnet wurde, unter anderem als „Bester Film“. Auch der Soundtrack des Films kann vollends überzeugen, die exzellent gewählte Musik untermalt die Handlung des Films auf gelungene Weise und sorgt somit dafür, dass der Zuschauer „Knallhart“ so schnell nicht wieder vergessen wird – die Bewertung des Geschehens wird dem Zuschauer dabei allerdings selbst überlassen.

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